Ukrainische Streitkräfte haben am 2. August 2026 nach Angaben russischer Behörden Ziele in mehreren russischen Regionen angegriffen. Erstmals wurde dabei die mehr als 1.000 Kilometer von der Front entfernte Republik Udmurtien getroffen: Dort starben laut Regionalgouverneurin Olga Abramowa drei Menschen durch eine Drohne, die sie als „in ihrer Sinnlosigkeit monströs“ bezeichnete. Aus der Grenzregion Belgorod wurden drei weitere Tote gemeldet, aus der Region Saratow und der Stadt Engels zwei – in Engels wurde laut Kleiner Zeitung ein Wohnhaus beschädigt. Insgesamt kommen russische Behörden damit auf mindestens acht Todesopfer.
Russlands Verteidigungsministerium erklärte zudem, die eigene Luftabwehr habe in der Nacht in mehr als einem Dutzend Regionen 635 ukrainische Drohnen abgefangen – eine ungewöhnlich hohe Zahl, die jedoch ausschließlich auf Angaben des Ministeriums selbst beruht und nicht unabhängig überprüfbar ist.
Der Angriff reiht sich in eine seit Wochen anhaltende Serie wechselseitiger Attacken ein, wie im bisherigen Bericht zu den Ereignissen im Juli 2026 dargestellt. Neu ist vor allem der erstmalige Treffer in der bislang nicht betroffenen Region Udmurtien sowie die hohe gemeldete Drohnenzahl. Eine unabhängige Bestätigung der Opferzahlen, der Ziele und der Drohnenzahl sowie eine ukrainische Stellungnahme fehlen bislang vollständig.
Erstmals Udmurtien getroffen
Ukrainische Streitkräfte haben am 2. August 2026 nach Angaben russischer Behörden Ziele in mehreren Regionen Russlands angegriffen – darunter erstmals die Republik Udmurtien, die mehr als 1.000 Kilometer von der Front entfernt liegt. Dort wurden laut der Regionalgouverneurin Olga Abramowa drei Menschen durch eine Drohne getötet. Abramowa nannte die Tat „in ihrer Sinnlosigkeit monströs“ und erklärte, die Betroffenen seien „definitiv kein militärisches Ziel“ gewesen – eine Einschätzung, die von unabhängiger Seite bislang nicht überprüft werden kann.
Parallel dazu meldeten Behörden aus der Grenzregion Belgorod drei weitere Todesopfer sowie aus der Region Saratow und der Stadt Engels zwei Tote. In Engels, wo einer der größten russischen Luftwaffenstützpunkte liegt, wurde nach Angaben der Kleinen Zeitung ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt. Insgesamt kommen die russischen Behörden damit auf mindestens acht Todesopfer für diesen einen Angriffstag.
635 abgefangene Drohnen laut Moskau
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die eigene Luftabwehr habe in der Nacht in mehr als einem Dutzend Regionen insgesamt 635 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört – eine im laufenden Krieg ungewöhnlich hohe Zahl, die auf ein Angriffsvolumen deutlich über dem der vorangegangenen Wochen hindeutet. Die Angabe stammt jedoch ausschließlich vom russischen Ministerium selbst und lässt sich derzeit durch keine unabhängige Quelle einordnen oder bestätigen. Auch zur Frage, welche konkreten Ziele die Ukraine mit diesem Angriff verfolgte, liegt keine offizielle Stellungnahme aus Kiew vor.
Vorgeschichte
Der Angriff vom 2. August reiht sich in eine seit Wochen anhaltende Serie wechselseitiger Attacken zwischen der Ukraine und Russland ein, die „Neue Nachrichten“ bereits in einem eigenen Artikel zu Angriffen im Juli 2026 – unter anderem auf ein Frachtschiff vor Odessa, auf Pawlohrad, die Krim und Woronesch – dargestellt hat. Bereits damals waren tief in russischem Gebiet liegende Ziele wie Ölraffinerien und Logistikzentren des Versandhändlers Wildberries getroffen worden; neu an der aktuellen Welle ist der Umfang der gemeldeten Drohnenzahl sowie der erstmalige Treffer in Udmurtien, einer Region, die bislang nicht im Fokus der Berichterstattung stand.
Was weiterhin offen bleibt
Wie schon bei den vorangegangenen Angriffswellen fehlt auch hier eine von russischen Stellen unabhängige Bestätigung der Opferzahlen, der Ziele und der genannten Drohnenzahl. Eine ukrainische Reaktion oder Bestätigung des Angriffs auf Udmurtien, Belgorod und Saratow/Engels liegt bislang nicht vor. Offen bleibt zudem, ob der Treffer in Udmurtien – wie von der Gouverneurin behauptet – tatsächlich zivile Infrastruktur ohne militärischen Bezug traf, oder ob dort, ähnlich wie bei früheren Angriffen auf Wildberries-Logistikzentren und Rüstungsbetriebe, ein wirtschaftlich oder militärisch relevantes Ziel im Visier stand.