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Laut ukrainischen Marine- und Hafenbehördenangaben ist die Zahl der Toten nach einem russischen Angriff auf das Frachtschiff „Golden Leo“ vor Odessa auf zehn gestiegen; ursprüngliche Meldungen hatten von sechs Toten und vier Vermissten gesprochen, mehrere Medien wiederholen die Zahl inzwischen, gehen dabei aber erkennbar auf dieselbe ukrainische Quelle zurück. Russland erklärte laut Agenturberichten, ein Treibstofflager im Hafen Odessa getroffen zu haben, während die Ukraine den Angriff als Terrorakt gegen die zivile Schifffahrt bezeichnete; laut Kleiner Zeitung starben im Juli insgesamt 28 Menschen in der Region Odessa durch russische Luftangriffe – eine Zahl ohne erkennbare Primärquelle. Am selben Tag meldete die Ukraine zudem einen separaten Lenkbomben-Angriff auf Saporischschja mit mindestens zwei Toten und 42 Verletzten. Am 23. Juli kamen bei gegenseitigen Angriffen weitere sieben Menschen ums Leben: Laut ukrainischen Regionalbehörden starben drei Menschen und wurden 19 verletzt bei einem russischen Angriff auf Pawlohrad in der Region Dnipropetrowsk (ein früherer ORF-Bericht hatte hier zunächst zwei Tote und 13 Verletzte gemeldet); nach russischen Angaben starben zwei Menschen auf der Krim, einer in Belgorod (Bezirk Schebekino) und ein dreijähriger Bub in Woronesch durch ein Drohnenfeuer. Keiner dieser Vorfälle ist bislang unabhängig oder von der jeweils anderen Kriegspartei bestätigt.

Zudem meldeten russische Regionalbehörden neue ukrainische Drohnenangriffe auf Logistikzentren des Versandhändlers Wildberries in Krasnodar und Newinnomyssk sowie auf ein Öldepot in Armawir mit zwei Toten und mindestens 14 Verletzten; bei vorangegangenen Angriffen auf Wildberries-Zentren im Moskauer Gebiet und in der Region Tambow seien bereits acht Menschen getötet worden – auch hierzu fehlt jede ukrainische Stellungnahme. Diese neuen Vorfälle reihen sich in eine bereits zuvor berichtete Serie ein: Bei einem früheren Angriff auf Hafenanlagen in Odessa und Tschornomorsk waren laut ORF, Der Standard und Kurier mindestens drei Menschen getötet worden, während andere Berichte zum selben Zeitraum von fünf Toten sprachen. Nach russischen bzw. russisch eingesetzten Stellen kamen zudem bei einem ukrainischen Angriff auf das besetzte Enerhodar mindestens sieben Menschen ums Leben; auch dafür fehlt eine ukrainische Stellungnahme, ebenso wie für den zuvor gemeldeten russischen Angriff auf einen Bus in Belgorod (fünf Tote) und den Großangriff mit rund 400 Drohnen auf die Region Moskau.

Parallel dazu hat das ukrainische Parlament mit 258 von 226 nötigen Stimmen den Rücktritt von Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko angenommen, wodurch verfassungsgemäß die gesamte Regierung zurücktritt; Präsident Selenskyj sprach vage von einem nötigen Kurswechsel. Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radew erklärte zudem den Austritt seines Landes aus der „Koalition der Willigen“ und plädierte für eine diplomatische statt militärische Lösung. Diese beiden politischen Entwicklungen sind über mehrere unabhängige Quellen solide belegt – im Gegensatz zu den Opferzahlen der Kampfhandlungen auf beiden Seiten der Front, die durchgehend einseitig, teils widersprüchlich und weiterhin nicht unabhängig verifiziert bleiben, weshalb bei ihrer Einordnung Zurückhaltung geboten ist.

Neuer Angriff: Zehn Tote nach Beschuss des Frachtschiffs „Golden Leo“

Laut ukrainischen Marine- und Hafenbehördenangaben ist die Zahl der Toten nach einem russischen Angriff auf den unter der Flagge Guinea-Bissaus fahrenden Massengutfrachter „Golden Leo“ vor Odessa auf zehn gestiegen. Das Schiff, das laut Berichten von einem türkischen Unternehmen betrieben wurde, soll am Abend des 19. Juli mit einer Ladung Mais aus der Kampfzone ausgelaufen sein, als es nach ukrainischen Angaben von drei Marschflugkörpern getroffen wurde. An Bord brach ein Feuer aus; von 17 Besatzungsmitgliedern – laut Berichten Bürger aus Indien und Syrien sowie ein ukrainischer Lotse – wurden acht gerettet und an Land gebracht.

Die Opferzahl wurde dabei mehrfach nach oben korrigiert: Ursprüngliche Meldungen hatten von sechs Toten und vier Vermissten gesprochen, ehe ukrainische Stellen die Zahl auf zehn Tote anhoben. Mittlerweile berichten mehrere Medien, darunter erneut die Kleine Zeitung, übereinstimmend über zehn Tote – die Zahl geht jedoch weiterhin erkennbar auf dieselbe ukrainische Ausgangsquelle zurück, sodass dies keine echte unabhängige Bestätigung darstellt. Russland erklärte laut Agenturberichten, im Hafen von Odessa Treibstofflager getroffen zu haben – eine direkte Bestätigung oder ein Dementi zum Angriff auf das Frachtschiff selbst wurde in den ausgewerteten Quellen nicht gefunden. Die Ukraine bezeichnete den Angriff laut Kleiner Zeitung als Terrorakt gegen die zivile Schifffahrt und als Verstoß gegen internationales Recht – eine politische Bewertung der ukrainischen Seite, keine neutrale Einordnung. Dieselbe Quelle beziffert die Gesamtzahl der im Juli in der Region Odessa durch russische Luftangriffe getöteten Menschen auf 28; eine Aufschlüsselung der Einzelvorfälle oder eine zweite Quelle für diese Summe liegt nicht vor.

Separater Lenkbomben-Angriff auf Saporischschja

Am selben Tag meldeten ukrainische Stellen einen weiteren, eigenständigen russischen Angriff mit Lenkbomben auf die Stadt Saporischschja. Nach diesen Angaben wurden mindestens zwei Menschen getötet und 42 weitere verletzt, darunter acht Kinder. Ein fünfstöckiges Wohnhaus soll dabei schwer getroffen worden sein, zwei Stockwerke seien vollständig zerstört worden. Auch für diesen Vorfall liegt bislang keine russische Stellungnahme oder unabhängige Bestätigung der Opferzahlen vor.

Weitere Angriffe am 23. Juli: Pawlohrad, Krim, Belgorod und Woronesch

Nach Behördenangaben beider Kriegsparteien wurden am 23. Juli bei gegenseitigen Angriffen insgesamt sieben weitere Menschen getötet. In der ostukrainischen Stadt Pawlohrad in der Region Dnipropetrowsk starben nach Angaben von Regionalgouverneur Olexandr Ganscha drei Menschen bei einem russischen Angriff, 19 weitere wurden verletzt, darunter ein zweijähriges Mädchen. Alle Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden; ein Betrieb der Lebensmittelindustrie sei beschädigt worden, wobei anschließend ein Feuer ausbrach. Ein früherer ORF-Bericht zu Angriffen im Gebiet Dnipropetrowsk hatte zuvor von zwei Toten und 13 Verletzten in Pawlohrad gesprochen; ob es sich dabei um denselben, in der Zahl nach oben korrigierten Vorfall handelt oder um zwei separate Angriffe auf dieselbe Stadt binnen weniger Tage, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht klären – ein Muster wiederholt schwankender Opferangaben, wie es bereits beim Angriff auf die „Golden Leo“ auftrat.

Auf der von Russland annektierten Krim wurden laut dem von Moskau eingesetzten Gouverneur Sergej Aksjonow zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt, darunter zwei Kinder; ursprünglich war von einem Toten und vier Verletzten die Rede gewesen. Im russischen Grenzgebiet Belgorod tötete nach Angaben der dortigen Behörden eine ukrainische Drohne im Bezirk Schebekino einen Mann in einem Fahrzeug, ein weiterer wurde verletzt – ein separater Vorfall zu dem bereits zuvor gemeldeten Drohnenangriff auf einen Linienbus in derselben Region. In einem Vorort von Woronesch, rund 500 Kilometer südlich von Moskau, starb laut Regionalgouverneur Alexander Gussew ein dreijähriger Bub bei einem Brand in seinem Wohnhaus, ausgelöst durch den Einschlag einer abstürzenden Drohne; die Eltern des Kindes und ein junger Mann wurden verletzt. Für keinen dieser vier Vorfälle vom 23. Juli liegt eine unabhängige oder von der jeweils anderen Kriegspartei bestätigte Zahl vor.

Frühere russische Angaben: Drohnenangriffe auf Belgorod und die Region Moskau

Bereits zuvor hatten russische Behörden von einem separaten ukrainischen Drohnenangriff auf einen Linienbus in der russischen Grenzregion Belgorod berichtet. Nach Angaben des Regionalgouverneurs wurden dabei mindestens fünf Menschen getötet – vier Frauen und ein Kind – sowie 23 weitere verletzt, drei davon schwer. Der Gouverneur bezeichnete den Angriff als „unmenschlich und abscheulich“. Eine ukrainische Stellungnahme oder unabhängige Bestätigung dieser Zahlen liegt bislang nicht vor.

Bereits in der Nacht zuvor soll die ukrainische Armee laut russischen Angaben fast 400 Drohnen gegen die Region Moskau eingesetzt haben. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, den Großteil der Drohnen abgefangen zu haben; dennoch seien mehrere Menschen verletzt worden, unter anderem im südlich von Moskau gelegenen Domodedowo, wo zudem ein Brand auf einem Industriegelände ausbrach. Auch diese Angaben stammen ausschließlich von russischer Seite und wurden bislang nicht unabhängig oder ukrainisch bestätigt.

Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Versandlogistik (Wildberries)

Neu hinzugekommen sind Berichte über ukrainische Drohnenangriffe auf Logistikzentren des größten russischen Online-Versandhändlers Wildberries. Laut russischen Regionalbehörden wurden Zentren in Krasnodar und Newinnomyssk sowie ein Öldepot im südrussischen Armawir getroffen; dabei seien zwei Menschen getötet und mindestens 14 weitere verletzt worden. Der Gouverneur der Region Krasnodar berichtete von einer Toten nach dem Angriff auf das Wildberries-Zentrum sowie von einem weiteren Todesfall beim Angriff auf das Öldepot in Armawir; die Wildberries-Gründerin bestätigte den Vorfall über den Onlinedienst Telegram.

Nach denselben Angaben hatte die Ukraine bereits in den Tagen zuvor Wildberries-Logistikzentren im Moskauer Gebiet und in der Region Tambow in Brand gesetzt, wobei insgesamt acht Menschen getötet und Dutzende verletzt worden seien. Eine ukrainische Stellungnahme zu diesen Vorfällen oder eine unabhängige Bestätigung der Opferzahlen liegt nicht vor; die Angriffsserie auf zivile Logistikinfrastruktur reiht sich in das bereits bekannte Muster ukrainischer Vergeltungsschläge gegen russisches Gebiet ein, ohne dass sich Ziel und Ausmaß bislang unabhängig einordnen lassen.

Vorgeschichte: Angriffe auf Odessa und Tschornomorsk

Bereits zuvor, laut vorliegenden Medienberichten Anfang bis Mitte Juli, waren bei einem russischen Luft- und Drohnenangriff auf Hafenanlagen in Odessa und Tschornomorsk mindestens drei Menschen getötet und drei weitere verletzt worden. Nach österreichischen Medienberichten – ORF, Der Standard und Kurier berichten übereinstimmend – sollen die Angriffe Treibstoffreservoirs und Verladeanlagen getroffen haben, die nach ukrainischen Angaben teils der militärischen Versorgung dienen; zusätzlich soll eine Drohnenfabrik beschädigt worden sein. Die Opferangabe geht auf einen ukrainischen Regionalgouverneur zurück.

Parallel dazu hatten andere Medien über Angriffe auf Schiffe im Raum Odessa in denselben Tagen mit abweichenden Zahlen berichtet: In einem gesondert beschriebenen Vorfall soll ein Frachter getroffen worden sein, bei dem fünf Besatzungsmitglieder starben und zwölf weitere verletzt wurden. Ob es sich dabei um denselben oder um einen eigenständigen Vorfall innerhalb einer mehrtägigen Angriffsserie handelt, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend klären – diese früheren Vorfälle sind vom deutlich schwereren, später gemeldeten Angriff auf die „Golden Leo“ zu unterscheiden.

Zusätzlich berichten russische bzw. von Russland eingesetzte Stellen, dass bei einem ukrainischen Angriff auf das besetzte Enerhodar bei Saporischschja mindestens sieben Menschen getötet und vier weitere verletzt worden seien. Die Angaben stammen vom Chef der russischen Atombehörde Rosatom sowie vom moskautreuen Regionalgouverneur und konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Politischer Kontext: Regierungswechsel in Kyjiw und Bulgariens Rückzug

Zeitgleich zu den militärischen Entwicklungen hat das ukrainische Parlament mit 258 von 226 nötigen Stimmen den Rücktritt von Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko angenommen. Verfassungsgemäß tritt damit die gesamte Regierung zurück. Präsident Selenskyj begründete den Schritt mit der Notwendigkeit eines politischen Kurswechsels und neuen Personals, ohne dies näher auszuführen. Als mögliche Nachfolger werden der Chef des staatlichen Öl- und Gaskonzerns Naftogaz sowie Swyrydenkos Vorgänger, der aktuelle Energieminister, genannt. Berichten zufolge könnte Swyrydenko künftig Botschafterin der Ukraine in den USA werden, ein entsprechendes Angebot hat sie laut ukrainischem öffentlich-rechtlichem Rundfunk aber bislang nicht angenommen.

Unabhängig davon hat Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radew erklärt, sein Land werde die sogenannte „Koalition der Willigen“ zur Unterstützung der Ukraine verlassen. Er begründete dies damit, der Platz Bulgariens sei nicht dort, und plädierte statt militärischer Unterstützung für eine diplomatische Lösung des Konflikts. Bereits im Juni hatte Bulgariens Verteidigungsminister angekündigt, keine weiteren Waffen aus staatlichen Beständen an die Ukraine zu liefern. Der Schritt rückt Bulgarien weiter von der Mehrheit der EU-Staaten ab, die die Ukraine unterstützen, und wirft die offene Frage auf, in welcher Zusammensetzung ein von Österreichs Bundeskanzler angeblich erwartetes Pariser Koalitionstreffen überhaupt stattfinden würde.

Was die Quellen zeigen

Zum Angriff auf die „Golden Leo“ liegen mehrere internationale Medienberichte vor, die sich auf ukrainische Marine- und Hafenbehördenangaben stützen; die Opferzahl wurde dabei binnen Stunden mehrfach nach oben korrigiert (von sechs auf zehn Tote), was auf eine noch unklare, sich entwickelnde Faktenlage hindeutet. Dass mittlerweile eine weitere Medienquelle dieselbe Zahl wiederholt, verbessert die Beleglage nicht wesentlich, da erkennbar dieselbe ukrainische Ausgangsquelle dahintersteht. Eine russische Bestätigung oder Gegendarstellung zum Schiffsangriff selbst fehlt weiterhin.

Die Angaben zu den Ereignissen vom 23. Juli in Pawlohrad, auf der Krim, in Belgorod und Woronesch stammen jeweils ausschließlich von der jeweils betroffenen Kriegspartei – ukrainische Regionalbehörden für Pawlohrad, russische Regionalgouverneure für Krim, Belgorod und Woronesch – und wurden nur über einen einzelnen Medienbericht (ORF) verbreitet, der sich auf Agenturmeldungen stützt. Eine zweite unabhängige Quelle liegt für keinen dieser Vorfälle vor. Ähnliches gilt für die neu gemeldeten Wildberries-Angriffe: Die Zahlen stammen ausschließlich von russischen Regionalbehörden und dem betroffenen Unternehmen selbst.

Die aggregierte Zahl von 28 im Juli in der Region Odessa getöteten Menschen stammt aus einer einzelnen Medienzusammenfassung ohne erkennbare Primärquelle oder Aufschlüsselung. Die politischen Meldungen zur Regierungsumbildung in Kyjiw und zu Bulgariens Koalitionsaustritt bleiben demgegenüber durch mehrere voneinander unabhängige internationale Medien- und Agenturquellen deutlich solider belegt als sämtliche Angaben zu Kampfhandlungen auf beiden Seiten der Front.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, ob der frühere ORF-Bericht zu zwei Toten und 13 Verletzten in Pawlohrad und der spätere Bericht zu drei Toten und 19 Verletzten in derselben Stadt denselben, nach oben korrigierten Vorfall beschreiben oder zwei getrennte Angriffe. Ebenso unklar bleibt die Belastbarkeit der Zahl von insgesamt 28 im Juli in der Region Odessa getöteten Menschen, für die keine Primärquelle erkennbar ist.

Für die Ereignisse vom 23. Juli auf der Krim, in Belgorod und Woronesch fehlt bislang jede ukrainische Stellungnahme oder unabhängige Bestätigung der russischen Opferzahlen. Auch zur genauen Eigentümerschaft der „Golden Leo“ (türkisches Unternehmen bei Guinea-Bissau-Flagge) und den Nationalitäten der Besatzung liegt keine unabhängige Prüfung vor. Zu Saporischschja fehlt weiterhin eine russische oder unabhängige Bestätigung der Opferzahlen.

Unklar bleibt zudem, wie belastbar die russischen Angaben zu rund 400 gegen die Region Moskau eingesetzten Drohnen sowie zu den Wildberries-Angriffen (Zahl der Toten und Verletzten, Ausmaß der Schäden) tatsächlich sind – bislang liegt dazu ausschließlich die russische Version vor, eine ukrainische Reaktion fehlt. Weiterhin ungeklärt sind die widersprüchlichen Opferzahlen zu den früheren Angriffen im Raum Odessa (drei versus fünf Tote) sowie die russische Opferzahl von mindestens sieben Toten in Enerhodar. Unklar bleibt schließlich, wer Swyrydenko als Ministerpräsidentin nachfolgt, welchen konkreten politischen Kurswechsel Selenskyj meint, und welche praktischen Folgen Bulgariens Austritt aus der „Koalition der Willigen“ für ein mögliches Pariser Treffen und die weitere Ukraine-Unterstützung hat.

Einordnung

Der aktualisierte Nachrichtencluster bestätigt ein wiederkehrendes Muster im Ukraine-Krieg: Beide Kriegsparteien melden Angriffe mit zivilen bzw. militärisch relevanten Opfern, wobei die jeweiligen Zahlen fast ausschließlich von der eigenen Seite stammen, sich im Fall der „Golden Leo“ und offenbar auch bei Pawlohrad innerhalb weniger Tage mehrfach änderten, und selten unabhängig gegengeprüft werden können. Mit den neuen Angriffen vom 23. Juli auf Pawlohrad, die Krim, Belgorod und Woronesch sowie den ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Wildberries-Logistikzentren setzt sich diese wechselseitige Serie fort, ohne dass sich das tatsächliche Ausmaß der Schäden oder Opferzahlen unabhängig einordnen lässt. Parallel dazu werden politische Verschiebungen sichtbar: der Regierungswechsel in Kyjiw und Bulgariens Distanzierung von der westlichen Unterstützerkoalition. Beide politischen Vorgänge sind über mehrere unabhängige Quellen solide belegt und stehen damit auf deutlich festerem Boden als die Opferzahlen zu den Kampfhandlungen. Bei Letzteren bleibt angesichts der einseitigen und sich weiterhin verändernden Quellenlage auf beiden Seiten der Front Zurückhaltung geboten.