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Die 106. Salzburger Festspiele sind am Sonntag, 26. Juli 2026, mit dem Festakt in der Felsenreitschule eröffnet worden. Bundespräsident Alexander Van der Bellen nahm die offizielle Eröffnung vor, die Festrede hielt die belarussische Bürgerrechtlerin und Musikerin Maria Kalesnikava (in einzelnen Medien auch „Kolesnikowa“ transliteriert). Laut einem dokumentierten Redeauszug betonte sie 226 Tage nach ihrer Haftentlassung, dass innere Freiheit unbesiegbar bleibe, und plädierte für Menschlichkeit, Dialog und Demokratie. Van der Bellen sprach laut einem Medienbericht über den Kernbestand demokratischer Kultur. Am Sonntagabend feierte Bizets „Carmen“ in der Neuinszenierung von Gabriela Carrizo mit Asmik Grigorian und Jonathan Tetelman Premiere im Großen Festspielhaus – die Vorstellungen des Opernblockbusters des Sommers gelten laut Berichten als vielfach überbucht. Heuer war auch der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis als Ehrengast von Bundeskanzler Christian Stocker anwesend, für ein Arbeitsgespräch zu unter anderem europäischer Migrationspolitik.

Hinter den Kulissen bleibt die Lage seit Monaten angespannt: Ex-Intendant Markus Hinterhäuser, der im März 2026 nach einem öffentlich ausgetragenen Streit mit dem politisch besetzten Kuratorium abrupt beurlaubt wurde, hatte sich laut einem Einzelbericht von DER STANDARD schon zuvor unbeeindruckt bei einem Eröffnungskonzert der Festspiele gezeigt. Das persönliche Verhältnis zu Interimsintendantin Karin Bergmann, die ein größtenteils von ihm entworfenes Programm umsetzt, gilt seither als belastet.

Am 29. Juli 2026 ist Hinterhäuser nun erstmals wieder öffentlich aufgetreten – als Pianist. Im ausverkauften Großen Saal der Stiftung Mozarteum gab er mit Bariton Matthias Goerne einen Liederabend mit Schuberts „Winterreise“, den das Duo seit 2014 regelmäßig aufführt. Laut ORF war bis zuletzt unklar, ob der Auftritt überhaupt stattfinden würde, so angespannt war das Verhältnis zu seinem früheren Arbeitgeber. Das Publikum feierte ihn mit minutenlangen Standing Ovations; unter den Gästen sollen laut ORF auch die langjährigen Weggefährten Asmik Grigorian und Teodor Currentzis gewesen sein. Ein weiteres Konzert, diesmal mit Pianist Igor Levit, ist für 11. August in der Kollegienkirche angekündigt – ob es stattfindet, ist noch offen, ebenso wie eine mögliche offizielle Stellungnahme von Festspielleitung, Kuratorium oder Hinterhäuser selbst zu dem Konflikt.

Was passiert ist

Die 106. Salzburger Festspiele sind am Sonntag, 26. Juli 2026, mit dem traditionellen Festakt in der Felsenreitschule eröffnet worden. Die offizielle Eröffnung nahm Bundespräsident Alexander Van der Bellen vor. Der ORF übertrug den Festakt live in ORF 2 und 3sat.

Die Festrede: Plädoyer für Menschlichkeit und Dialog

Die Festrede hielt die belarussische Bürgerrechtlerin und Musikerin Maria Kalesnikava (in einzelnen Medienberichten auch als „Kolesnikowa“ transliteriert), die die Festspiele bereits im Mai 2026 als Rednerin angekündigt hatten. Laut einem dokumentierten Redeauszug betonte sie 226 Tage nach ihrer Entlassung aus mehrjähriger Haft, dass innere Freiheit unbesiegbar bleibe: Ihr größter Sieg sei gewesen, nicht zuzulassen, dass Hass in ihrem Herzen Wurzeln schlage, und trotz allem Mensch zu bleiben. Ihre Rede stand insgesamt im Zeichen von Menschlichkeit, Dialog und Demokratie. Das Eröffnungskonzert in der Felsenreitschule dirigierte Vitali Alekseenok, ein belarussischer Musikerkollege Kalesnikavas, der aus politischen Gründen seine Heimat verlassen hat und mittlerweile in Deutschland lebt. Den musikalischen Rahmen gestalteten das Mozarteumorchester Salzburg, Violinistin Vilde Frang als Solistin sowie der Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor, mit Werken von Olivier Messiaen, Édouard Lalo und Lili Boulanger. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und Vizekanzler Andreas Babler richteten Grußworte an die Gäste, Senta Berger las einen Text von Max Reinhardt.

Van der Bellens Ansprache

Bundespräsident Van der Bellen sprach in seiner Eröffnungsansprache laut einem Medienbericht über den Kernbestand demokratischer Kultur. Eine wörtliche Wiedergabe seiner Rede liegt bislang nicht vor, weshalb sich diese Einordnung vorerst auf eine einzelne Quelle stützt.

Prominente Gäste abseits der Bühne

Neben dem Kulturprogramm hat die Eröffnung heuer auch eine politische Facette: Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis ist Ehrengast von Bundeskanzler Christian Stocker. Laut einer Aviso-Aussendung des Bundeskanzleramts war für den Montag nach der Eröffnung ein Arbeitsgespräch der beiden Regierungschefs vorgesehen, im Anschluss eine gemeinsame Pressekonferenz. Als Themen des bilateralen Austauschs wurde unter anderem europäische Migrationspolitik genannt; inhaltliche Ergebnisse des Gesprächs liegen im vorliegenden Material weiterhin nicht vor.

Opernpremiere und weiteres Programm

Am Eröffnungssonntag feierte Georges Bizets Oper „Carmen“ im Großen Festspielhaus Premiere. In der Neuinszenierung von Regisseurin und Choreografin Gabriela Carrizo, bekannt durch das belgische Tanztheaterkollektiv Peeping Tom, standen Asmik Grigorian als Carmen und Jonathan Tetelman als Don José auf der Bühne. Die Vorstellungen gelten laut Berichten als bestens verkauft und vielfach überbucht – „Carmen“ ist der Opernblockbuster des Sommers. Der ORF überträgt die Produktion am 8. August um 20.15 Uhr in ORF2, im Anschluss um 22.30 Uhr Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ in der Regie von Ersan Mondtag; Rossinis „Il viaggio a Reims“ mit Cecilia Bartoli zeigt ORFIII am 9. August. Der Festspielsender Ö1 überträgt insgesamt 19 Konzerte und Opern aus Salzburg. Ergänzend wird im unteren Pausenfoyer des Großen Festspielhauses laut ORF-Berichterstattung Georg Baselitz’ letztes skulpturales Werk „Stravinsky“ (2026) gezeigt, eine Hommage an den Komponisten Igor Strawinsky. Im Vorfeld der Haupteröffnung lief zudem im Rahmen der Ouverture Spirituelle in der Kollegienkirche Pascal Dusapins Oper „Passion“ konzertant, mit Sarah Aristidou und Georg Nigl in den Hauptpartien; eine Kurier-Kritik bescheinigte der Aufführung starken Applaus, bewertete das Werk selbst aber als sehr abstrakt und emotional zurückhaltend.

Spannungen hinter den Kulissen: Hinterhäuser und Bergmann

Hinter dem Prestigefestival lagen laut einem ORF-Hintergrundbericht schon vor der Eröffnung turbulente Monate. Ex-Intendant Markus Hinterhäuser hatte die Festspiele seit den 1990er-Jahren in diversen Funktionen geprägt und zuletzt als Intendant geleitet, ehe er im Frühjahr 2026 nach einem wochenlangen, öffentlich ausgetragenen Streit mit dem Festspielkuratorium unfreiwillig ausschied. Konkrete Gründe wurden nicht genannt, da Hinterhäuser und das Kuratorium vertraglich Stillschweigen vereinbarten. Ein weiterer, damals neuerer Bericht von DER STANDARD beschrieb den Vorgang konkreter: Demnach wurde Hinterhäuser im März 2026 abrupt beurlaubt, sein Vertrag wenig später in rascher Folge aufgelöst. Für Nachfolgerin Karin Bergmann, für zwei Jahre als Interimsintendantin bestellt, ergab sich aus der Gesamtsituation eine delikate Lage: Sie setzte ein Programm um, das größtenteils ihr Vorgänger entworfen hatte, während dieser laut ORF weiterhin Proben und Aufführungen besuchte. Der ORF-Bericht schilderte das persönliche Verhältnis der beiden als belastet: Hinterhäuser, der Bergmann bei der Programmpräsentation im Dezember 2025 noch öffentlich gedankt hatte, soll ausgerechnet ihre Nachfolge als Verrat empfinden und seither kaum mit ihr sprechen. Diese Einschätzung stammt bislang aus einer einzelnen Quelle und ist als Charakterisierung, nicht als bestätigte Tatsache zu verstehen.

Hinterhäusers Rückkehr auf die Bühne: Ein umjubelter Liederabend

Am Mittwochabend, 29. Juli 2026, ist Hinterhäuser erstmals seit seiner Beurlaubung im März wieder öffentlich aufgetreten – nicht als Intendant, sondern als Pianist. Im ausverkauften Großen Saal der Stiftung Mozarteum gab er gemeinsam mit dem deutschen Bariton Matthias Goerne einen Liederabend, den Hinterhäuser als Intendant noch selbst programmiert hatte. Auf dem Programm stand Franz Schuberts Liederzyklus „Winterreise“, den das eingespielte Duo seit 2014 immer wieder gemeinsam aufführt. Laut ORF-Bericht war bis kurz zuvor unklar, ob der Auftritt überhaupt zustande kommen würde: So angespannt sei das Verhältnis zum ehemaligen Arbeitgeber gewesen, dass selbst Interimsintendantin Karin Bergmann gegenüber Ö1 keine verlässliche Zusage geben konnte. Als Goerne und Hinterhäuser dann gemeinsam die Bühne betraten, brach dem Bericht zufolge umgehend Jubel aus, einzelne Gäste erhoben sich von ihren Plätzen. Darunter soll laut ORF auch die Sopranistin Asmik Grigorian gewesen sein, die zusammen mit Dirigent Teodor Currentzis zum Konzert kam – beide gelten als langjährige künstlerische Weggefährten Hinterhäusers aus seiner Zeit als Intendant; diese Detailangabe stützt sich bislang auf eine einzelne Quelle. Nach dem Auftritt gab es minutenlange Standing Ovations, die laut ORF-Einschätzung wohl mehr der Person als der konkreten musikalischen Leistung galten. Statt einer Zugabe soll Hinterhäuser die Bühne mit einem Grinsen und Winken verlassen haben. Mehrere weitere Medien (Kleine Zeitung, SN.at, Tiroler Tageszeitung) berichteten unabhängig über das bevorstehende bzw. stattgefundene Konzert, wobei die ORF-Berichterstattung selbst mit auf Agenturmaterial verweist. Als Nächstes ist laut ORF bereits ein weiterer gemeinsamer Auftritt terminisiert: Am 11. August soll Hinterhäuser zusammen mit dem Pianisten Igor Levit in der Kollegienkirche spielen – ob dieser Termin wie angekündigt stattfindet, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen.

Neuerer Bericht zur Vorgeschichte: DER STANDARD spricht von einer tieferen Krise

Bereits vor Hinterhäusers Bühnenrückkehr hatte ein Bericht von DER STANDARD geschildert, dass sich der Ex-Intendant trotz Beurlaubung nicht aus Salzburg vertreiben lasse: Bei einem Eröffnungskonzert der Festspiele in der Woche vor dem offiziellen Festakt sei er anwesend gewesen und habe unbeeindruckt Hände geschüttelt. Dem Vernehmen nach – von der Quelle selbst ausdrücklich als ungesichert gekennzeichnet – wolle Hinterhäuser zudem zwei bereits vereinbarte Festspieltermine als Pianist wahrnehmen. Mit dem tatsächlichen Auftritt am 29. Juli und der Ankündigung eines weiteren Termins für 11. August hat sich dieses ursprünglich vorsichtig eingeordnete Gerücht nun bestätigt. DER STANDARD hatte den sichtbaren Abgang des Intendanten in einer Analyse zudem als nur den offensichtlichsten Teil einer tieferen Krise der Festspiele eingeordnet, die von Führungsversagen, mangelnder Transparenz und offenen Kostenfragen geprägt sei. Diese Einordnung bleibt die Deutung einer einzelnen Quelle; konkrete Zahlen oder Belege zu den angesprochenen Kostenfragen liegen im vorliegenden Material weiterhin nicht vor, eine unabhängige Bestätigung der Krisen-Charakterisierung steht aus.

Was unklar bleibt

Noch offen ist, ob das für 11. August angekündigte zweite Konzert Hinterhäusers mit Igor Levit in der Kollegienkirche wie geplant stattfindet. Ebenso unklar bleibt, ob es im weiteren Festspielsommer eine offizielle Stellungnahme von Festspielleitung, Kuratorium oder Hinterhäuser selbst zum Konflikt und zum Verhältnis mit Bergmann geben wird, und ob sich DER STANDARDs Einordnung einer „tieferen Krise“ mit Führungsversagen und Kostenfragen durch weitere, unabhängige Berichterstattung erhärtet. Offen sind zudem Kritiken zur Carmen-Premiere. Details zum Baselitz-Werk sowie zu den genauen Umständen von Hinterhäusers Rückkehrkonzert (Anwesenheit Grigorians und Currentzis’, Bergmanns Aussage gegenüber Ö1) stützen sich weiterhin auf eine einzelne Quelle.

Einordnung

Die Eröffnung reiht sich in ein Festspielprogramm ein, über das „Neue Nachrichten“ bereits berichtet hat: Tags zuvor feierte Ulrich Rasches Inszenierung von Goethes „Faust I“ auf der Pernerinsel in Hallein Premiere, und die Festspiele hatten im Vorfeld ihr Sicherheitskonzept nach einer Störaktion beim Eröffnungsfestakt 2025 verschärft, unter anderem mit erstmaliger Drohnenabwehr durch die Polizei. Auch die diesjährige „Jedermann“-Inszenierung mit Philipp Hochmair und Roxane Duran als neuer Buhlschaft ist Teil des Sommerprogramms, das in den kommenden Wochen weiterläuft. Der Machtkampf um die Intendanz bleibt dabei ein eigenständiger, von der künstlerischen Eröffnung losgelöster Konfliktstrang: Mit Hinterhäusers umjubelter Rückkehr auf die Bühne als Pianist – wenige Tage nach der Eröffnung – hat er sich nun sichtbar fortgesetzt, ohne dass sich die grundsätzliche Situation zwischen ihm, dem Kuratorium und Interimsintendantin Bergmann offiziell geklärt hätte.