Die Salzburger Festspiele haben ihr Sicherheitskonzept für die laufende Saison verschärft. Für alle Gäste, Künstlerinnen, Künstler und das Personal gelten an sämtlichen Ein- und Ausgängen strengere Zutrittskontrollen, erstmals setzt die Polizei zudem Drohnenabwehr-Technik ein. Landespolizeidirektor Bernhard Rausch betonte, alle Sicherheitspartner hätten ihre Maßnahmen nachgeschärft; die Gefährdungslage werde wegen der geopolitischen Konfliktlage weiterhin als „abstrakt hoch“ eingestuft, konkrete Hinweise auf eine unmittelbare Bedrohung gebe es aber nicht.
Auslöser ist eine Störaktion beim Eröffnungsfestakt im Juli 2025: Aktivistinnen und Aktivisten waren damals mit gefälschten Mitarbeiterausweisen in die Felsenreitschule gelangt und hatten die Rede von Vizekanzler Andreas Babler mit Bannern unterbrochen. Seither sei das Krisen- und Sicherheitsmanagement der Festspiele grundlegend überarbeitet worden: Laut Sicherheitschef Fritz Hoch wurden 66 Bedrohungsszenarien analysiert und Maßnahmen nach dem TOP-Prinzip – technisch, organisatorisch, personell – umgesetzt.
Offen bleiben Kosten, technische Details der Drohnenabwehr sowie eine eigenständige Stellungnahme der Festspiel-Direktion. Auch die Sicht der 2025 beteiligten Aktivistinnen und Aktivisten sowie mögliche rechtliche Konsequenzen sind aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.
Was passiert ist
Die Salzburger Festspiele haben ihr Sicherheitskonzept für die laufende Saison verschärft. Für alle Gäste, Künstlerinnen und Künstler sowie das Personal gelten heuer an sämtlichen Ein- und Ausgängen strengere Zutrittskontrollen. Erstmals kommt dabei auch Drohnenabwehr-Technik der Polizei zum Einsatz, wie mehrere österreichische Medien übereinstimmend berichten. Landespolizeidirektor Bernhard Rausch betonte, alle Sicherheitspartner hätten ihre Maßnahmen noch einmal nachgeschärft; die Vorkehrungen sollen während der gesamten Festspielzeit aufrechterhalten bleiben.
Hintergrund: Die Störaktion von 2025
Anlass für die Nachschärfung ist ein Vorfall beim Eröffnungsfestakt im Juli des vergangenen Jahres. Damals gelangten Aktivistinnen und Aktivisten mit gefälschten beziehungsweise manipulierten Mitarbeiterausweisen in die Arkaden der Felsenreitschule und unterbrachen mit Bannern die Rede des damals wie heute amtierenden Vizekanzlers und Kulturministers Andreas Babler (SPÖ). Der Vorfall wird von mehreren unabhängigen Medien übereinstimmend beschrieben. Einzelne Berichte nennen zusätzlich, ein früherer Festspielmitarbeiter habe der Gruppe mit internem Wissen beim Zugang geholfen – dieser Punkt ist hier bewusst zurückhaltend formuliert, da er nicht in allen eingesehenen Quellen im Detail bestätigt wird. Seit dem Vorfall sei laut Sicherheitschef Fritz Hoch das gesamte Krisen- und Sicherheitsmanagement der Festspiele grundlegend überarbeitet worden.
Was die Sicherheitsverantwortlichen sagen
Fritz Hoch, Sicherheitschef der Salzburger Festspiele, erklärte laut ORF, im Rahmen einer Risikoanalyse seien 66 konkrete Bedrohungsszenarien erarbeitet und bewertet worden. Daraus seien gezielte Maßnahmen nach dem sogenannten TOP-Prinzip abgeleitet worden – technisch, organisatorisch und personell. Landespolizeidirektor Rausch sprach von einer weiterhin „abstrakt hoch“ eingestuften Gefährdungslage, die er mit der allgemeinen geopolitischen Konfliktlage begründete. Konkrete Hinweise auf eine unmittelbare Bedrohung der Festspiele gebe es nach seinen Angaben derzeit nicht. Besonders hohe Polizeipräsenz ist laut Berichten für den Abmarsch der Ehrenformation des Bundesheeres in der Hofstallgasse vorgesehen, wenn der Bundespräsident die Festspiele eröffnet.
Was unklar bleibt
Aus den vorliegenden Quellen geht nicht hervor, welche Kosten das verschärfte Sicherheitskonzept verursacht oder wie viel zusätzliches Personal im Einsatz ist. Auch technische Details der neu eingesetzten Drohnenabwehr sind nicht bekannt. Eine eigene Stellungnahme der Festspiel-Direktion – losgelöst von den Aussagen des Sicherheitschefs – liegt ebenso wenig vor wie eine Einschätzung der am Vorfall 2025 beteiligten Aktivistinnen und Aktivisten oder Reaktionen von Künstlerinnen, Künstlern und Stammpublikum auf die strengeren Kontrollen. Offen ist zudem, welche rechtlichen Konsequenzen der Vorfall des Vorjahres für die Beteiligten hatte.
Einordnung
Die Salzburger Festspiele zählen zu den größten Kulturveranstaltungen Österreichs und stehen damit traditionell im Fokus umfangreicher Sicherheitsvorkehrungen. Die heurige Nachschärfung fällt in eine Zeit, in der auch andere österreichische Großveranstaltungen ihre Konzepte an eine allgemein als angespannt beschriebene internationale Lage anpassen. Dass ausschließlich Polizei und Festspiel-Sicherheitschef zu Wort kommen, während weder die Perspektive der Aktivistinnen und Aktivisten von 2025 noch eine gesonderte Stellungnahme der Festspiel-Direktion vorliegt, ist bei der Einordnung der Berichterstattung mitzudenken.

