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Bei den Salzburger Festspielen ist die von Robert Carsen inszenierte Fassung des „Jedermann“ heuer zum dritten Mal auf dem Domplatz zu sehen. Philipp Hochmair spielt zum dritten Sommer in Folge die Titelrolle, neu an seiner Seite ist Roxane Duran als Buhlschaft, die damit auf Deleila Piasko folgt. Die Kritiken zur diesjährigen Aufführung fallen jedoch deutlich uneinheitlich aus: Die Kleine Zeitung bewertet den Abend als überzeugend, während Die Presse die Titelfigur als „Zerrbild“ und zu unsympathisch gezeichnet beschreibt und die Salzburger Nachrichten der Inszenierung im dritten Jahr Ermüdungserscheinungen sowie der Neubesetzung Schwächen attestieren.

Für zusätzliches Aufsehen sorgte erneut eine Szene vor einem goldenen Cadillac, in der sich Hochmair unbekleidet zeigt. Nach vorliegenden Berichten wurde diese Szene nicht nur bei der Fotoprobe, sondern in ähnlicher Form auch bei der Premiere gezeigt. Hochmair selbst erklärte demnach, die Freizügigkeit der Szene habe sich über die drei Jahre gesteigert – von schwarzer über weiße Unterwäsche bis hin zu noch weniger Bekleidung heuer. Die Salzburger Nachrichten kritisieren diese Entscheidung als dramaturgisch unbegründeten Effekt.

Eine offizielle Stellungnahme der Festspielleitung oder von Regisseur Robert Carsen zur künstlerischen Begründung liegt weiterhin nicht vor, ebenso bleibt unklar, worauf die gegensätzlichen Kritikerurteile letztlich zurückzuführen sind. Alle genannten Bewertungen sind als subjektive journalistische Einschätzungen einzelner Redaktionen zu verstehen, nicht als abschließend geprüfte Tatsachenfeststellungen.

Was passiert ist

Bei den Salzburger Festspielen ist die von Regisseur Robert Carsen gestaltete Inszenierung des „Jedermann“ heuer zum dritten Mal auf dem Domplatz zu sehen. Philipp Hochmair spielt zum dritten Sommer in Folge die Titelrolle. Neu besetzt ist hingegen die Rolle der Buhlschaft: Die österreichisch-französische Schauspielerin Roxane Duran, bekannt aus Michael Hanekes „Das weiße Band“, übernimmt den Part von Deleila Piasko, die die Buhlschaft in den vergangenen beiden Spielzeiten verkörpert hatte. Auch weitere Frauenrollen wurden laut vorliegenden Quellen neu besetzt, etwa die Rolle der armen Nachbarin beziehungsweise der Werke.

Was die Kritik sagt – ein geteiltes Bild

Die Reaktionen der Feuilletons auf die diesjährige Aufführung fallen deutlich uneinheitlich aus. Die Kleine Zeitung zieht in ihrer Festspielkritik ein positives Fazit: Auch im dritten Jahr überzeuge die maßgeschneiderte Carsen-Inszenierung, Hochmair „gehe in der Rolle auf“, und die neue Buhlschaft Roxane Duran füge sich nahtlos in den Abend ein.

Deutlich kritischer fällt die Einschätzung von Die Presse aus: Die Zeitung beschreibt die Inszenierung als weiterhin „Hochglanzpolitur“ und großes Entertainment, sieht sie aber am „Zerrbild“ ihrer Hauptfigur scheitern – der Jedermann wirke in dieser Deutung zu unsympathisch. Auch die Salzburger Nachrichten attestieren der Aufführung im dritten Jahr deutliche Ermüdungserscheinungen: Hochmair wirke von Beginn an müder als in den Vorjahren, und die beiden zentralen Neubesetzungen – insbesondere Roxane Duran als Buhlschaft – seien weniger überzeugend als ihre Vorgängerinnen.

Diese gegensätzlichen Urteile sind als journalistische Wertungen einzelner Redaktionen zu verstehen, nicht als abschließend geprüfte Tatsachenfeststellungen. Da sich Kleine Zeitung, Die Presse und Salzburger Nachrichten in ihrer Einschätzung der künstlerischen Qualität widersprechen, lässt sich kein einheitliches Kritikerurteil zur Aufführung 2026 feststellen.

Aufsehen um Kostüm und Nacktszene

Neben der künstlerischen Bewertung sorgte erneut eine Szene vor einem goldenen Cadillac für mediale Aufmerksamkeit, in der sich Philipp Hochmair unbekleidet zeigt. Anders als zunächst unklar, liegt inzwischen vor, dass diese Szene nicht nur bei der Fotoprobe, sondern in ähnlicher Form auch bei der eigentlichen Premiere gezeigt wurde. Mehrere Medien berichten davon und zitieren Hochmair mit der Aussage, ihm sei die Nacktheit in der Szene wichtig gewesen. Der Schauspieler erklärte demnach außerdem, die Freizügigkeit der Szene habe sich über die drei Spielzeiten gesteigert: im ersten Jahr habe er schwarze Unterwäsche getragen, im zweiten Jahr weiße, in diesem Jahr noch weniger. Die Salzburger Nachrichten bewerten diese Inszenierungsentscheidung kritisch und sehen darin einen dramaturgisch unbegründeten, „billigen Effekt“ – eine Einschätzung, die wie die übrige Kritik als subjektive Wertung und nicht als Tatsachenfeststellung zu lesen ist.

Was unklar bleibt

Eine offizielle Einordnung der Festspielleitung oder von Regisseur Robert Carsen zur künstlerischen Motivation der Nacktszene oder zur diesjährigen Inszenierung insgesamt liegt weiterhin nicht vor. Ebenso lässt sich anhand der vorliegenden Quellen nicht abschließend klären, worauf die deutliche Divergenz zwischen positiven und kritischen Stimmen zurückzuführen ist – etwa unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe der Kritiker oder tatsächliche Schwankungen der Aufführungsqualität an verschiedenen Terminen. Eine vollständige, direkt zugängliche Fassung der Kritiken liegt zudem nicht in allen Fällen vor, insbesondere der Text von Die Presse ist nur in Kurzform beziehungsweise hinter einer Bezahlschranke einsehbar.

Einordnung

Der „Jedermann“ zählt seit der Gründung der Salzburger Festspiele 1920 zu deren traditionellem Kernstück und wird alljährlich am Domplatz aufgeführt. Die Inszenierung von Robert Carsen gilt als eine der bislang länger laufenden Interpretationen und befindet sich mit dieser Spielzeit in ihrem dritten Jahr. Ein wiederkehrendes Muster der Festspielberichterstattung ist zudem, dass Inszenierungen nach mehreren Spielzeiten am selben Konzept verstärkt an ihrer Wiederholbarkeit gemessen werden – ein Aspekt, der in der diesjährigen Kritik der Salzburger Nachrichten explizit anklingt. Der Wechsel in der Rolle der Buhlschaft bleibt dabei eine wiederkehrende Praxis der Festspiele, die diese Rolle traditionell häufiger neu besetzen als die des Jedermann selbst.