Samsung hat für das zweite Quartal 2026 einen Rekordgewinn gemeldet: Der Betriebsgewinn stieg laut Konzernangaben auf 89,5 Billionen Won (rund 54 Milliarden Euro), ein Plus von rund 1.800 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, bei einem ebenfalls rekordhohen Umsatz von 171,5 Billionen Won (rund 104 Milliarden Euro).
Getragen wird der Sprung fast ausschließlich von der Speicherchip-Sparte Device Solutions, die laut heise über 99 Prozent des Konzerngewinns erwirtschaftete – befeuert von der weltweiten KI-Nachfrage nach DRAM, NAND und HBM4-Speicher für Rechenzentren. Samsung hat dazu laut eigenen Angaben bereits Fünfjahresverträge mit den fünf größten Rechenzentrumskunden abgeschlossen. Das klassische Geschäft mit Smartphones, Fernsehern und Haushaltsgeräten schwächelt dagegen: Die zuständige Device-eXperience-Sparte verzeichnete einen Umsatzrückgang von 9 Prozent zum Vorquartal, futurezone berichtet zudem von ersten operativen Verlusten bei Smartphones.
Offen bleiben Details zu den neuen Speicherlieferverträgen sowie unabhängige Einschätzungen, wie lange der aktuelle KI-Speicherboom anhalten dürfte.
Was passiert ist
Samsung hat für das zweite Quartal 2026 (bis 30. Juni) Rekordzahlen vorgelegt. Laut der offiziellen Mitteilung des Konzerns stieg der konsolidierte Umsatz auf 171,5 Billionen Won, umgerechnet rund 104 Milliarden Euro – der höchste je erzielte Quartalsumsatz. Der Betriebsgewinn kletterte auf ebenfalls historische 89,5 Billionen Won, umgerechnet rund 54 Milliarden Euro. Mehrere Medien, darunter futurezone, heise und der ORF, beziffern den Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal übereinstimmend auf rund 1.800 Prozent, wobei einzelne Angaben je nach Rundung und Vergleichsbasis zwischen 1.800 und rund 1.814 Prozent schwanken.
Speicher trägt fast den gesamten Gewinn
Der Grund für den Sprung liegt fast ausschließlich in einem einzigen Geschäftsbereich: der Speicherchip-Sparte Device Solutions. Laut heise erwirtschaftete dieser Bereich allein 89,2 Billionen Won, umgerechnet gut 54 Milliarden Euro Betriebsgewinn – und damit über 99 Prozent des gesamten Konzerngewinns. Treiber ist die weltweite Nachfrage nach Arbeitsspeicher (DRAM) und NAND-Flash für KI-Rechenzentren: Der Umsatz mit Speicherchips soll im Jahresvergleich um 471 Prozent und binnen eines Quartals um 62 Prozent gestiegen sein. Samsung liefert unter anderem High-Bandwidth-Memory der vierten Generation (HBM4) für KI-Beschleuniger und hat laut eigenen Angaben bereits mit den fünf weltweit größten Rechenzentrumskunden langfristige, fünfjährige Lieferverträge abgeschlossen; mit fünf weiteren Großkunden liefen demnach Gespräche. Details zu Vertragswerten oder Kundennamen wurden nicht genannt.
Schwächelndes Geschäft mit Endgeräten
Während die Speichersparte boomt, gerät das klassische Konsumgütergeschäft zunehmend ins Hintertreffen. Die Device-eXperience-Sparte, zu der Smartphones, Fernseher und Haushaltsgeräte zählen, verzeichnete laut Samsungs eigener Mitteilung einen Umsatzrückgang von 9 Prozent gegenüber dem Vorquartal. futurezone berichtet unter Berufung auf die Quartalszahlen zudem von erstmaligen operativen Verlusten im Smartphone-Geschäft – eine Einzelangabe, die sich anhand der bislang vorliegenden Quellen nicht mit einer zweiten unabhängigen Angabe im Detail abgleichen lässt.
Einordnung im Wettbewerbsumfeld
Der Umbau spiegelt einen branchenweiten Trend: Speicherhersteller verlangen zunehmend mehrjährige Lieferverträge, weil die Nachfrage der Cloud- und KI-Konzerne nach Speicherkapazität die Produktionskapazitäten übersteigt. Samsungs Halbleitersparte insgesamt – inklusive der margenschwächeren Auftragsfertigung (Foundry) – kommt laut heise auf rund 77 Milliarden Euro Umsatz bei 70 Prozent Bruttomarge, während Konkurrent SK Hynix im reinen Speichergeschäft mit 83 Prozent eine höhere Marge ausweist. Die Foundry-Sparte selbst setzt nur rund vier Milliarden Euro um und gilt als kaum profitabel, soll aber von der neuen HBM4-Architektur profitieren, bei der Speicher und Steuerlogik getrennt gefertigt werden.
Was unklar bleibt
Offen ist, wie belastbar der von futurezone berichtete operative Verlust im Mobilgeschäft tatsächlich ist und wie er sich zu Samsungs offiziellen Segmentzahlen verhält. Ebenso wenig lässt sich derzeit nachvollziehen, welche Kunden hinter den gemeldeten Fünfjahresverträgen für Speicherchips stehen und welches Volumen diese Verträge haben. Unabhängige Einschätzungen dazu, wie nachhaltig der aktuelle KI-getriebene Speicherboom ist – frühere Chipzyklen waren häufig von schnellen Preiseinbrüchen gefolgt –, liegen in den vorliegenden Quellen nicht vor.

