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Beim 74. Internationalen Filmfestival von San Sebastián hat das britische Sozialdrama „Tender Loving Care“ von Kult-Regisseur Mike Leigh die Goldene Muschel als bester Festivalbeitrag gewonnen. Der Film erzählt von den Sozialarbeiterinnen Amy und Rosie. Die Silberne Muschel für die beste Schauspielleistung ging ex aequo an die Britin Kate O’Flynn für ihre Rolle der Amy sowie an die Norwegerin Asta Kamma August für „Growth of the Soil“.

Laut einem Einzelbericht des ORF wurde „Tender Loving Care“ zudem für das beste Drehbuch ausgezeichnet; DER STANDARD und die Kleine Zeitung erwähnen diesen Punkt nicht. Derselbe Bericht nennt weitere Preise: Regie für Amanda Kernell („Brace Your Heart“), Kamera für Oskar Dahlsbakken („Growth of the Soil“), Nebendarsteller für Javier Camara („5 minutos mas“) und den Sonderpreis der Jury für Ah Biao („Border“) – auch diese Angaben sind bislang nur einfach belegt.

Zur Jurybegründung, zu Stellungnahmen der Preisträgerinnen und Preisträger sowie zur Handlung der übrigen prämierten Filme liegen keine Angaben vor. Erst wenige Wochen zuvor hatte, wie berichtet, das Festival von Venedig den Goldenen Löwen an eine Regisseurin vergeben.

Was passiert ist

Beim 74. Internationalen Filmfestival von San Sebastián hat das britische Sozialdrama „Tender Loving Care“ von Kult-Regisseur Mike Leigh die Goldene Muschel als bester Festivalbeitrag gewonnen. Die Auszeichnung wurde am Samstagabend verliehen. Im Zentrum des Films stehen die Freundinnen Amy und Rosie, die als staatliche Sozialarbeiterinnen vor allem ältere Menschen und Jugendliche betreuen.

Die weiteren Preise

Die Silberne Muschel für die beste schauspielerische Leistung ging ex aequo an die Britin Kate O’Flynn für ihre Rolle der Amy in „Tender Loving Care“ und an die Norwegerin Asta Kamma August für ihre Rolle im norwegischen Wettbewerbsbeitrag „Growth of the Soil“, einer Literaturverfilmung von Hans Petter Moland.

Laut einem Bericht des ORF wurde „Tender Loving Care“ zusätzlich für das beste Drehbuch ausgezeichnet – eine Angabe, die in den vorliegenden Berichten von DER STANDARD und Kleiner Zeitung nicht auftaucht und daher als nicht unabhängig bestätigt gilt. Derselbe ORF-Bericht nennt zudem weitere Preisträger: den Regiepreis für die schwedische Filmemacherin Amanda Kernell für „Brace Your Heart“ über eine samische Rentierzüchterin, den Preis für die beste Kamera für Oskar Dahlsbakken bei „Growth of the Soil“, die beste Nebendarstellerleistung für den Spanier Javier Camara in „5 minutos mas“ sowie den Sonderpreis der Jury für den Chinesen Ah Biao für „Border“. Auch diese Angaben stammen bislang aus nur einer Quelle.

Was unklar bleibt

Zur Jurybegründung, zu möglichen Stellungnahmen von Mike Leigh oder den ausgezeichneten Schauspielerinnen liegt aus den vorliegenden Quellen nichts vor. Ebenso fehlen nähere Angaben zur Handlung von „Growth of the Soil“, „Brace Your Heart“, „Border“ und „5 minutos mas“ sowie eine offizielle Pressemitteilung des Festivals, mit der sich die einzelquellenbelegten Nebenpreise unabhängig bestätigen ließen.

Einordnung

San Sebastián zählt neben Cannes, Venedig und Berlin zu den bedeutendsten europäischen A-Filmfestivals. Erst wenige Wochen zuvor hatte, wie berichtet, das Festival von Venedig den Goldenen Löwen an die dänische Regisseurin May el-Toukhy für „Woman Unknown“ vergeben, wobei dort der geringe Frauenanteil unter den Wettbewerbsfilmen für Kritik gesorgt hatte. In San Sebastián gingen heuer mit Amanda Kernell und Asta Kamma August ebenfalls zentrale Preise an Frauen, ein belastbarer Vergleich der Geschlechterverteilung im diesjährigen Wettbewerb liegt aus den vorliegenden Quellen aber nicht vor.