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Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition erklärt, ihre Luftabwehr habe eine Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz südlich von Mekka abgefangen und zerstört, bevor diese in den gesperrten Luftraum der heiligsten Stadt des Islam eindringen konnte. Ein Huthi-Funktionär weist den Vorwurf zurück und spricht von einer „abgedroschenen Lüge“. Bereits am Vortag hatten die Behörden in Mekka eine Warnung ausgegeben – nach Medienangaben das erste Mal seit der jüngsten Eskalation des Konflikts.

Die Koalition kündigte Vergeltungsmaßnahmen an und bezeichnete den Schutz der heiligen Stätten als „rote Linie“. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit verurteilte den gemeldeten Angriff als „abscheulich“. Dem Koalitionssprecher zufolge wäre es der erste Huthi-Angriffsversuch auf Mekka seit 2017 – eine bislang einseitige Einordnung.

Der Vorfall fällt in eine Phase verschärfter Spannungen: Die Huthi-Miliz hatte zuvor Teile der Küste an der Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht, während Saudi-Arabien weiter Luftangriffe im Jemen fliegt. Ob tatsächlich eine Drohne abgefeuert wurde, lässt sich angesichts des klaren Dementis der Huthi-Miliz unabhängig nicht überprüfen.

Was passiert ist

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat mitgeteilt, ihre Luftabwehr habe eine Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz südlich von Mekka abgefangen und zerstört, bevor diese in den gesperrten Luftraum der für Musliminnen und Muslime heiligsten Stadt des Islam eindringen konnte. Koalitionssprecher Turki al-Maliki sprach von einer „schändlichen Tat“ und erklärte, die Drohne sei von der Huthi-Miliz gestartet worden. Ein Huthi-Funktionär, Hasem al-Assad, wies den Vorwurf umgehend zurück: Die Behauptung eines Angriffs auf Mekka sei eine „abgedroschene Lüge“, die schon früher benutzt worden sei und niemanden mehr täusche.

Bereits am Tag zuvor hatten die Behörden in der Pilgerstadt eine Warnung ausgegeben und die Bevölkerung aufgerufen, ruhig zu bleiben und offizielle Anweisungen zu befolgen. Es soll das erste Mal seit der jüngsten Eskalation des Konflikts mit der Huthi-Miliz gewesen sein, dass in Mekka Alarm ausgelöst wurde.

Reaktionen

Die Militärkoalition kündigte nach dem gemeldeten Vorfall Vergeltungsmaßnahmen an. Die Sicherheit der heiligen Stätten und der Pilger sei eine „rote Linie“, hieß es; der Kampfverband werde nicht zögern, „die notwendigen und abschreckenden Maßnahmen“ zu ergreifen. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit, der 57 muslimische Staaten angehören, verurteilte den gemeldeten Angriff als „abscheulich“ und sprach von einer „anhaltenden Aggression“ der Huthi-Miliz gegen Saudi-Arabien.

Dem Koalitionssprecher zufolge wäre dies, sollte sich der Vorfall in dieser Form bestätigen, der erste Huthi-Angriffsversuch auf Mekka seit 2017 – damals soll die Miliz laut derselben Quelle versucht haben, die Stadt mit einer ballistischen Rakete zu treffen. Diese Einordnung stammt bislang von einer einzigen Seite und ist nicht unabhängig überprüft.

Einordnung

Der gemeldete Vorfall fällt in eine Phase deutlich verschärfter Spannungen zwischen Saudi-Arabien und der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz. Wie berichtet, hatte die Miliz zuletzt nach einer Blitzoffensive die Kontrolle über weite Teile der jemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab übernommen, während Saudi-Arabien parallel weiter Luftangriffe im Jemen fliegt. Die Huthi-Miliz beschießt im Zuge dieser Eskalation wiederholt Ziele im benachbarten Saudi-Arabien; ein gemeldeter Angriff ausgerechnet auf Mekka hätte wegen der religiösen Bedeutung der Stadt eine andere Qualität als frühere Attacken auf militärische oder wirtschaftliche Ziele.

Was unklar bleibt

Unabhängig von den Erklärungen der Konfliktparteien liegt keine Bestätigung durch neutrale Beobachter, Journalistinnen und Journalisten vor Ort oder technische Auswertungen vor. Auch Angaben zu Herkunft und Typ der angeblichen Drohne fehlen bislang. Ob die angekündigten Vergeltungsmaßnahmen der Koalition tatsächlich erfolgen und wie sich der seit Tagen eskalierende Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz weiterentwickelt, ist offen.