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Das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik hat gemeinsam mit der Europäischen Südsternwarte die Entdeckung von S301 bekanntgegeben – dem nach bisherigem Kenntnisstand schnellsten Stern der Milchstraße. Bei seiner engsten Annäherung an das zentrale Schwarze Loch Sagittarius A* erreicht der Stern rund 25.000 bis 25.600 Kilometer pro Sekunde, umgerechnet bis zu 90 Millionen Kilometer pro Stunde beziehungsweise etwa 8,3 bis 8,5 Prozent der Lichtgeschwindigkeit. Die am 19. August 2026 im Fachjournal Nature veröffentlichten Ergebnisse zeigen zudem, dass S301 dem Schwarzen Loch auf seiner 8,7-jährigen Umlaufbahn bis auf rund zwölf Astronomische Einheiten nahekommt – näher als jedes zuvor beobachtete Objekt.

Genutzt wurde dafür das Very Large Telescope Interferometer der ESO mit dem Instrument GRAVITY+. Weil S301 dem Schwarzen Loch so nahe kommt, hoffen die Forschenden, darüber innerhalb der nächsten zehn Jahre erstmals die Rotation eines massereichen Schwarzen Lochs direkt messen zu können – ein zentraler Test von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Beteiligt an der Studie waren unter anderem Institutsdirektor und Physik-Nobelpreisträger Reinhard Genzel sowie die Forscher Felix Mang und Stefan Gillessen.

Offen bleibt, welche konkreten Zwischenschritte bis zur geplanten Spin-Messung nötig sind und wie unabhängige Fachleute die Methodik der Studie einschätzen.

Was passiert ist

Das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) im bayerischen Garching hat gemeinsam mit der Europäischen Südsternwarte (ESO) die Entdeckung eines Sterns mit der Bezeichnung S301 bekanntgegeben. Der Stern umkreist das supermassereiche Schwarze Loch Sagittarius A* im Zentrum der Milchstraße und gilt nach den vorliegenden Daten als der schnellste bislang beobachtete Stern unserer Galaxie. Bei seiner engsten Annäherung an das Schwarze Loch erreicht S301 eine Geschwindigkeit von rund 25.000 bis 25.600 Kilometern pro Sekunde – umgerechnet bis zu 90 Millionen Kilometer pro Stunde und damit etwa 8,3 bis 8,5 Prozent der Lichtgeschwindigkeit. Die Ergebnisse wurden am 19. August 2026 im Fachjournal Nature veröffentlicht.

Was die Quellen zeigen

Für eine vollständige Umkreisung des rund vier Millionen Sonnenmassen schweren Schwarzen Lochs benötigt S301 etwa 8,7 Jahre. Auf seiner stark elliptischen Bahn kommt der Stern Sagittarius A* dabei bis auf rund zwölf Astronomische Einheiten nahe – ungefähr die Distanz zwischen Sonne und Saturn – und damit näher als jedes zuvor beobachtete Objekt. Erstmals ins Blickfeld der Astronomen geriet S301 Anfang 2023; seither wird seine Bahn kontinuierlich weiterverfolgt, zusätzlich konnten die Forschenden seinen Weg rückwirkend bis ins Jahr 2017 rekonstruieren. Die bislang letzte engste Annäherung fand demnach Anfang 2023 statt, die nächste wird für 2031 erwartet. Für die Beobachtungen kam das Very Large Telescope Interferometer der ESO mit dem Instrument GRAVITY+ zum Einsatz, das die Position des Sterns hochpräzise vermisst.

Warum die Entdeckung für die Physik interessant ist

Besonders bemerkenswert ist aus Sicht der beteiligten Forscher, dass S301 dem Schwarzen Loch so nahe kommt, dass sich daran erstmals die Rotation von Sagittarius A* direkt untersuchen lassen könnte. Nach der Allgemeinen Relativitätstheorie Albert Einsteins verzerrt ein rotierendes Schwarzes Loch die umgebende Raumzeit und zieht sie mit sich – ein Effekt, der als Lense-Thirring-Effekt bekannt ist und umso stärker wirkt, je näher ein Objekt dem Schwarzen Loch kommt. Institutsdirektor und Physik-Nobelpreisträger Reinhard Genzel bezeichnete die Entdeckung als Ergebnis jahrzehntelanger sorgfältiger Nachbeobachtungen von Sternen im Zentrum der Milchstraße. Studien-Erstautor Felix Mang und Ko-Autor Stefan Gillessen äußerten die Hoffnung, mithilfe von S301 innerhalb der kommenden zehn Jahre den Spin des Schwarzen Lochs erstmals direkt bestimmen und damit einen zentralen Test von Einsteins Theorie durchführen zu können. Für diese Messungen soll künftig zusätzlich das noch im Bau befindliche Instrument MICADO am Extremely Large Telescope der ESO herangezogen werden.

Was unklar bleibt

Offen bleibt nach den vorliegenden Quellen, welche konkreten Beobachtungsschritte und Zwischenmeilensteine bis zur angestrebten Spin-Messung nötig sind und wie belastbar der genannte Zehn-Jahres-Zeitplan tatsächlich ist – dabei handelt es sich um eine Erwartung der Studienautoren zu einem noch bevorstehenden, mehrjährigen Prozess. Ebenfalls nicht einsehbar sind Einschätzungen von an der Studie nicht beteiligten Fachleuten zur Methodik und Tragweite der Entdeckung, ebenso wie Details zur Fehlerabschätzung bei der Rekonstruktion der Sternbahn bis ins Jahr 2017.