Präsident Wolodymyr Selenskyj hat laut übereinstimmenden Berichten österreichischer Medien angekündigt, den Geschichtsstreit mit Polen entschärfen zu wollen. Demnach sollen Untersuchungen zu Massakern der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) an der polnischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg, insbesondere im Zusammenhang mit dem Wolhynien-Massaker, ausgeweitet werden. Zudem will Selenskyj Berichten zufolge Geheimdienstarchive zur UPA-Geschichte für Historikerinnen und Historiker öffnen. Polens Ministerpräsident Donald Tusk soll sich offen für einen freundschaftlichen Dialog über die strittigen Themen gezeigt haben.
Die Angaben stammen aus zwei redaktionell unabhängigen österreichischen Medien, Die Presse und ORF, die die Ankündigung übereinstimmend wiedergeben. Als Hintergrund wird auf die angespannten Beziehungen zwischen Kyjiw und Warschau verwiesen, unter anderem auf die im Mai 2026 erfolgte Aberkennung einer polnischen Auszeichnung für Selenskyj durch Präsident Karol Nawrocki. Eine eigene Prüfung dieser Angaben anhand einer Primärquelle liegt nicht vor.
Offen bleiben konkreter Umfang und Zeitplan der angekündigten Schritte sowie Reaktionen polnischer Historikerinnen, Historiker und weiterer Institutionen. Angesichts der Sensibilität des Themas wird hier auf eine eigene Bewertung von Schuld oder historischer Verantwortung verzichtet.
Was passiert ist
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat laut übereinstimmenden Berichten österreichischer Medien angekündigt, den seit Jahrzehnten schwelenden Geschichtsstreit mit Polen entschärfen zu wollen. Im Zentrum steht demnach eine Ausweitung der Untersuchungen zu Massakern der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) an der polnischen Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs, insbesondere im Zusammenhang mit dem sogenannten Wolhynien-Massaker. Zudem soll Selenskyj angekündigt haben, Geheimdienstarchive zur Geschichte der UPA für Historikerinnen und Historiker zugänglich zu machen. Berichten zufolge äußerte sich auch Polens Ministerpräsident Donald Tusk und zeigte sich offen für einen freundschaftlichen Dialog über die strittigen Themen.
Was die Quellen zeigen
Die vorliegenden Angaben stammen aus zwei redaktionell voneinander unabhängigen österreichischen Medien, Die Presse und ORF, die beide über die Ankündigung berichten und damit die Grundtatsache stützen. Als Hintergrund wird in den Berichten auf die angespannten diplomatischen Beziehungen zwischen Kyjiw und Warschau verwiesen, die unter anderem damit begründet werden, dass Polens Präsident Karol Nawrocki Selenskyj im Mai 2026 eine hochrangige staatliche Auszeichnung wieder entzogen haben soll. Eine eigene Prüfung dieser Hintergrundangabe anhand einer Primärquelle liegt nicht vor, ebenso wenig eine direkt eingesehene Rede oder Aussendung Selenskyjs oder Tusks.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, welchen konkreten Umfang die angekündigte Ausweitung der Untersuchungen haben soll, nach welchem Verfahren und Zeitplan die Geheimdienstarchive für Historikerinnen und Historiker geöffnet werden sollen und ob dafür bereits erste Schritte eingeleitet wurden. Auch die im Cluster genannte Opferzahl von bis zu 100.000 getöteten Polinnen und Polen im Zeitraum 1943 bis 1945 wird hier als historische Einschätzung behandelt, deren genaue Höhe in der Forschung nicht einheitlich beziffert wird. Reaktionen polnischer Historikerinnen und Historiker oder weiterer polnischer Institutionen jenseits der Regierungsspitze liegen in den vorliegenden Quellen nicht vor.
Einordnung
Der Wolhynien-Komplex gilt seit Langem als eine der größten Belastungen im ukrainisch-polnischen Verhältnis und berührt zugleich die europäische Sicherheitskooperation sowie den ukrainischen EU-Annäherungsprozess, worauf auch die Themenauswahl dieses Clusters verweist. Angesichts der Sensibilität des Themas – historische Gewalt gegen eine Zivilbevölkerung, zwischenstaatliche Beziehungen in Kriegszeiten – wird hier bewusst auf eine eigene Bewertung von Schuld oder Verantwortung verzichtet. Eine abschließende Einschätzung der Tragweite der Ankündigung ist erst möglich, wenn weitere Quellen, etwa offizielle ukrainische oder polnische Stellungnahmen, vorliegen.

