Österreichs Senioren bewegen sich einer Studie der MedUni Wien zufolge zu wenig: Nur rund 30 Prozent (genau 29,6 Prozent) der Menschen ab 65 Jahren sind ausreichend körperlich aktiv, um fit zu bleiben und Krankheiten vorzubeugen. Grundlage sind Daten von 3.995 Befragten ab 65 Jahren aus der repräsentativen österreichischen Gesundheitsbefragung ATHIS. Mehrere österreichische Medien, darunter DER STANDARD, Kleine Zeitung, Die Presse und Kurier, berichteten übereinstimmend über die Ergebnisse, zuletzt mit zusätzlichen Details.
Den Modellrechnungen zufolge wären 40,8 Prozent der Herzinfarkte, 46,6 Prozent der Schlaganfälle und 35,8 Prozent der Diabetes-mellitus-Fälle bei ausreichender Bewegung (mindestens 150 Minuten aerobe Aktivität pro Woche) vermeidbar gewesen. Als Studienautorin wird Cristina Fastl vom Zentrum für öffentliche Gesundheit der MedUni Wien genannt, veröffentlicht unter der DOI 10.1055/a-2870-5575 in der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen” – diese Angaben stammen aus einer bei Die Presse und Kleine Zeitung wortidentisch auftauchenden Passage, vermutlich einer gemeinsamen Agenturmeldung, und nicht aus dem selbst gelesenen Studien-Volltext.
Offen bleibt, ob sich die Studie unter der genannten DOI öffentlich einsehen lässt, wie sie methodisch genau vorging und wie Gesundheitspolitik oder Seniorenorganisationen auf die Ergebnisse reagieren.
Was passiert ist
Österreichs Senioren bewegen sich einer Studie der MedUni Wien zufolge zu wenig. Nur rund 30 Prozent der Menschen ab 65 Jahren erreichen demnach jenes Maß an körperlicher Aktivität, das nötig wäre, um fit zu bleiben und Krankheiten vorzubeugen. Mehrere österreichische Medien, darunter DER STANDARD, Kleine Zeitung, Die Presse und Kurier, berichteten übereinstimmend über die Ergebnisse; mehrere davon zuletzt erneut mit zusätzlichen Details.
Grundlage der Auswertung sind Daten von 3.995 Befragten ab 65 Jahren aus der repräsentativen österreichischen Gesundheitsbefragung ATHIS. Die Wissenschafter der MedUni Wien errechneten daraus nicht nur den Anteil ausreichend aktiver Senioren, sondern auch, wie viele Erkrankungen sich durch mehr Bewegung vermeiden ließen.
Was die Zahlen zeigen
Als Kriterium für „ausreichende” Bewegung diente den Recherchen zufolge die international empfohlene Mindestmenge von 150 Minuten aerober körperlicher Aktivität pro Woche; genau 29,6 Prozent der Teilnehmenden erfüllten diese Empfehlung. Den Modellrechnungen zufolge wären 40,8 Prozent der Herzinfarkte, 46,6 Prozent der Schlaganfälle und 35,8 Prozent der Diabetes-mellitus-Fälle bei ausreichender Bewegung vermeidbar gewesen – Werte, die sich im Rahmen üblicher Rundung mit früheren, weniger präzisen Angaben (rund 40 bzw. rund 47 Prozent) decken.
Als Autorin der Studie wird Cristina Fastl vom Zentrum für öffentliche Gesundheit der MedUni Wien genannt, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen” unter der DOI 10.1055/a-2870-5575. Diese Angabe stammt allerdings aus einer Passage, die wortidentisch sowohl bei Die Presse als auch bei Kleine Zeitung auftaucht – Die Presse kennzeichnet ihren Beitrag zusätzlich als APA-Meldung. Es handelt sich damit wohl um eine gemeinsame Agenturquelle und nicht um unabhängige Zweitrecherchen mehrerer Redaktionen. Der Studien-Volltext selbst wurde weiterhin nicht direkt gelesen, weshalb diese Details hier vorsichtig eingeordnet werden.
Einordnung
Die Befunde reihen sich in eine Reihe von Berichten zu Bewegung und Gesundheit älterer Menschen in Österreich ein. Wie „Neue Nachrichten” bereits berichtete, zeigte eine VCÖ-Analyse für 2025 einen überproportional hohen Anteil von Über-65-Jährigen unter den tödlich verunglückten Radfahrenden, während eine gesonderte Studie zur aktiven Mobilität ein deutliches Ost-West-Gefälle beim Radfahren in Österreich aufzeigte. Die Zahlen zur körperlichen Aktivität von Senioren fügen diesem Bild eine weitere Facette hinzu, ohne dass sich aus den vorliegenden Quellen ein direkter Zusammenhang zwischen den einzelnen Befunden ableiten ließe.
Was unklar bleibt
Offen ist, ob die Studienpublikation unter der DOI 10.1055/a-2870-5575 in „Das Gesundheitswesen” öffentlich einsehbar ist und sich die berichteten Prozentwerte damit unabhängig gegenprüfen lassen. Auch die genaue Methodik – etwa Erhebungszeitraum und exakte Definition der untersuchten Altersgruppe – geht aus den vorliegenden Medienberichten nicht abschließend hervor. Eine eigene Stellungnahme der MedUni Wien oder der Studienautorin, losgelöst von der offenbar zirkulierenden Agenturmeldung, liegt ebenso wenig vor wie Reaktionen von Gesundheitspolitik, Sozialversicherung oder Seniorenorganisationen auf die Ergebnisse.


