Drei weitere Gesellschaften aus der insolventen Signa-Gruppe haben am 23. Juli 2026 beim Handelsgericht Wien Konkursverfahren beantragt. Das berichtete der Gläubigerschutzverband Creditreform, wie mehrere österreichische Medien übereinstimmend meldeten. Betroffen sind die Georg-Coch-Platz Management GmbH, die GCP ZwiCo 2025 GmbH und die Georg-Coch-Platz Inter GmbH & Co KG – Gesellschaften rund um das von Otto Wagner geplante Postsparkasse-Gebäude am Georg-Coch-Platz 2 in der Wiener Innenstadt.
Die Georg-Coch-Platz Management GmbH ist eine Tochter der Signa Prime Capital Invest, über die bereits im Juni 2026 ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde; auch die zugehörige Georg-Coch-Platz Immobilien GmbH & GmbH OG ist bereits insolvent. Als Ursache der neuen Anträge nannten die Gesellschaften einen gescheiterten Sharedeal der Immobilien GmbH & GmbH OG. Aktiva und Passiva sind derzeit nicht bekannt, Dienstnehmer beschäftigen die Firmen keine.
Offen bleiben die Details des gescheiterten Deals, die Folgen für das Postsparkasse-Gebäude sowie das genaue Ausmaß der Forderungen. Eine Stellungnahme von Signa liegt bislang nicht vor.
Was passiert ist
Drei weitere Gesellschaften aus der insolventen Immobilien- und Handelsgruppe Signa haben am Donnerstag, den 23. Juli 2026, beim Handelsgericht Wien eigene Konkursanträge gestellt. Das berichtete der Gläubigerschutzverband Creditreform, wie mehrere österreichische Medien übereinstimmend meldeten. Betroffen sind die Georg-Coch-Platz Management GmbH, die GCP ZwiCo 2025 GmbH sowie die Georg-Coch-Platz Inter GmbH & Co KG – allesamt Gesellschaften rund um das von Otto Wagner geplante Postsparkasse-Gebäude am Georg-Coch-Platz 2 im ersten Wiener Gemeindebezirk.
Hintergrund: Postsparkasse und Signa-Pleite
Die Georg-Coch-Platz Management GmbH ist ein Tochterunternehmen der Signa Prime Capital Invest, über die bereits im Juni 2026 ein eigenes Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Ihr wiederum gehört die GCP ZwiCo 2025 GmbH; zugleich ist sie unbeschränkt haftende Gesellschafterin sowohl der Georg-Coch-Platz Inter GmbH & Co KG als auch der bereits insolventen Georg-Coch-Platz Immobilien GmbH & GmbH OG. Letztere hält die eigentlichen Rechte an dem historischen Gebäude, in dem bis 2017 die Bawag P.S.K. ihren Sitz hatte, bevor es zu einem Bürocampus umgebaut wurde. Als Grund für die neuen Insolvenzanträge gaben die Gesellschaften an, dass ein Sharedeal der Georg-Coch-Platz Immobilien GmbH & GmbH OG gescheitert sei – Details zu Käufer, Konditionen oder den genauen Gründen des Scheiterns wurden nicht bekannt.
Was die Quellen zeigen
ORF, DER STANDARD, Die Presse und der Kurier berichteten am 23. Juli 2026 inhaltlich übereinstimmend über die drei neuen Konkursanträge, jeweils unter Berufung auf Creditreform. Laut ORF- und Standard-Berichten beschäftigen die drei betroffenen Gesellschaften keine Dienstnehmer, Aktiva und Passiva seien derzeit nicht bekannt. Eine eigene Stellungnahme von Signa-Verantwortlichen oder des Insolvenzverwalters zu den neuen Anträgen findet sich in den ausgewerteten Berichten nicht. Ergänzend berichtete das Wirtschaftsportal Leadersnet, dass bei der ersten Gläubigerforderungsanmeldung für die bereits insolvente Georg-Coch-Platz Immobilien GmbH & GmbH OG am 10. Juni 2026 Forderungen von rund 324 Millionen Euro angemeldet wurden, von denen ein Teil zu diesem Zeitpunkt noch bestritten war. Diese Zahl stammt aus einer einzelnen Quelle und konnte nicht durch eine zweite Redaktion gegengeprüft werden.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, welche konkreten Vermögenswerte und Schulden auf die drei neu insolventen Gesellschaften entfallen. Auch die Umstände des gescheiterten Sharedeals – etwa mit welchem Käufer verhandelt wurde und woran das Geschäft letztlich scheiterte – sind aus den vorliegenden Berichten nicht ersichtlich. Unklar ist zudem, welche Folgen die neuen Insolvenzanträge für die weitere Nutzung und Entwicklung des Postsparkasse-Gebäudes haben und wie viele Gläubiger von den drei Verfahren betroffen sein werden. Eine Stellungnahme von Signa selbst liegt bislang nicht vor.
Einordnung
Die drei Insolvenzanträge reihen sich in eine Serie von Pleiten innerhalb der einstigen Immobilien- und Handelsgruppe Signa ein, die seit ihrem Kollaps Ende 2023 schrittweise abgewickelt wird. Mit der Signa Prime Capital Invest ist bereits die übergeordnete Gesellschaft insolvent, ebenso die Georg-Coch-Platz Immobilien GmbH & GmbH OG als bisherige Trägerin des Postsparkasse-Projekts. Dass nun auch die verbliebenen Management- und Beteiligungsgesellschaften rund um das Gebäude Konkurs anmelden, deutet darauf hin, dass sich innerhalb der Gruppe bislang kein tragfähiges Sanierungs- oder Verkaufsmodell für dieses Projekt gefunden hat – eine Einordnung, die sich aus dem Zusammenhang der bisherigen Berichterstattung ergibt, aber nicht durch eine offizielle Stellungnahme von Signa bestätigt ist.


