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Der steirische Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) wirbt beim Bund dafür, sein Bundesland zur Pilotregion für die im Zuge der Gesundheitsreform geplanten Facharztzentren zu machen. Grundlage sind drei Zentren, die im regionalen Strukturplan Gesundheit bereits vorgesehen sind: in der Weststeiermark, nördlich von Graz und in Graz, wo ein Schmerzzentrum entstehen soll. Laut Kornhäusl könnten diese bis Ende 2027 realisiert werden, während der Strukturplan selbst einen Zeithorizont bis 2030 nennt.

Kornhäusl verweist auf bereits bestehende Kooperationen als Vorbild: Seit April arbeitet die Steiermark mit Oberösterreich zusammen, chirurgische Fälle aus Bad Aussee werden laut „Presse“ in Bad Ischl behandelt; ab Herbst soll eine ähnliche Kooperation mit Salzburg in der Geburtshilfe folgen. Dazu kommen 26 gemeinsam mit der ÖGK betriebene Primärversorgungseinheiten, bis 2030 sollen es 40 sein.

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) begrüßte laut „Presse“ das „große Interesse“ mehrerer Regionen. Eine offizielle Entscheidung des Bundes über die Pilotregion und die Höhe der Anschubfinanzierung steht noch aus.

Was passiert ist

Der steirische Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) hat sein Bundesland in Wien als „Pilotregion“ für die im Rahmen der österreichischen Gesundheitsreform geplanten Facharztzentren positioniert. Dahinter steckt eine handfeste Motivation: Für den Aufbau der Zentren hat der Bund eine Anschubfinanzierung aus Mitteln des Finanzausgleichs in Aussicht gestellt, und Kornhäusl möchte, dass diese möglichst rasch in die Steiermark fließt. Grundlage sind drei Facharztzentren, die im regionalen Strukturplan Gesundheit des Landes bereits vorgesehen sind: in der Weststeiermark, nördlich von Graz und in Graz selbst, wo laut Kornhäusl ein Schmerzzentrum entstehen soll. Vorbereitende Planungsschritte laufen den Angaben zufolge für alle drei Standorte bereits, Spitalsambulanzen sollen im Gegenzug nicht reduziert werden.

Zeitplan und offene Fragen zur Umsetzung

Kornhäusl bezifferte gegenüber der „Presse“ seine Erwartung, dass die drei Zentren bis Ende 2027 realisiert werden könnten. Der ORF wiederum ordnet das Vorhaben in den regionalen Strukturplan ein, der einen Zeithorizont bis 2030 hat – wann genau innerhalb dieses Zeitraums die einzelnen Zentren tatsächlich öffnen, bleibt damit unklar, zumal eine offizielle Zusage des Bundes zur Pilotregion Steiermark bislang nicht vorliegt. Offen ist auch, wie hoch die angekündigte Anschubfinanzierung tatsächlich ausfällt und nach welchem Schlüssel sie zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung verteilt würde.

Bereits laufende Kooperationen als Vorbild

Kornhäusl verweist zur Untermauerung seines Vorschlags auf bereits bestehende länderübergreifende Kooperationen. Seit April etwa arbeitet die Steiermark im Gesundheitsbereich mit Oberösterreich zusammen; laut „Presse“ werden chirurgische Behandlungen aus Bad Aussee mangels ausreichender Fallzahlen künftig in Bad Ischl durchgeführt. Ab Herbst soll zudem eine ähnliche Kooperation zwischen Schladming und dem salzburgischen Schwarzach in der Geburtshilfe folgen – auch hier reichen die Geburtenzahlen in Schladming laut Kornhäusl nicht für einen eigenständigen Betrieb aus. Als drittes Standbein nennt der Landesrat die Primärversorgungseinheiten (PVE), die gemeinsam mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) betrieben werden: 26 Standorte gibt es bereits, bis 2030 sollen es 40 werden.

Reaktion aus dem Bund

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) reagierte laut einem Bericht der „Presse“ positiv auf den steirischen Vorstoß. Sie freue sich über das „große Interesse“ an den geplanten Facharztzentren, das ihr Ministerium demnach bereits aus mehreren Regionen Österreichs signalisiert bekommen habe. Das deutet darauf hin, dass die Steiermark mit ihrem Wunsch, Pilotregion zu werden, nicht allein ist – eine Entscheidung des Bundes darüber, welche Region oder Regionen tatsächlich den Zuschlag erhalten, ist damit aber noch nicht gefallen.

Was unklar bleibt

Eine offizielle Bestätigung des Sozialministeriums, dass die Steiermark tatsächlich als Pilotregion ausgewählt wird, liegt nach vorliegenden Quellen nicht vor. Ebenso fehlen Angaben zur konkreten Höhe der Anschubfinanzierung, zu erwarteten Patientenzahlen in den neuen Zentren und dazu, wie sich die Reform langfristig auf bestehende Spitalsambulanzen und kleinere Spitäler auswirken könnte. Kritische oder abwägende Stimmen etwa von Ärztekammer, Opposition oder betroffenen Gemeinden kommen in der vorliegenden Berichterstattung nicht vor.

Einordnung

Der Vorstoß fügt sich in die laufende österreichische Gesundheitsreform ein, die auf eine engere Verzahnung von Spitälern, niedergelassenen Fachärzten und Sozialversicherung setzt. Dass sich ausgerechnet die Steiermark als Vorreiterin positioniert, liegt auch daran, dass das Land mit den bestehenden Länder- und Trägerkooperationen bereits Erfahrungswerte vorweisen kann, auf die sich Kornhäusl beruft. Ob diese als Blaupause für ganz Österreich taugen und ob der Bund der Steiermark tatsächlich den Vorzug gibt, ist Teil der noch offenen politischen Verhandlungen zur Umsetzung der Reform.