Eine Richterin am Ontario Superior Court in Toronto hat ausgeschlossen, dass der 94-jährige austrokanadische Magna-Gründer Frank Stronach eine Gefängnisstrafe verbüßen muss. Bei einer Anhörung am Donnerstag sagte Richterin Anne Molloy laut übereinstimmenden kanadischen und österreichischen Medienberichten, sie werde für einen Mann in diesem Alter keine Haft anordnen. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Monate Gefängnis gefordert, die Verteidigung einen vollständigen Straferlass ohne Registereintrag beantragt. Das endgültige Strafmaß soll im Dezember 2026 verkündet werden.
Der Anhörung vorausgegangen waren mehrere Schuldsprüche: Laut kanadischen Medien befand Molloy Stronach bereits im Juni des sexuellen Übergriffs gegen eine Frau schuldig, später zusätzlich eines sexuellen sowie eines unsittlichen Übergriffs gegenüber zwei weiteren Frauen, mit Vorfällen aus den Jahren zwischen 1977 und 1990. Genaue Zahl und Zeitraum der Vorwürfe sind nicht abschließend verifiziert.
Offen bleibt, welches Strafmaß die Richterin im Dezember konkret verhängt, wie Stronach oder die betroffenen Frauen auf die Ankündigung reagierten und wie ein weiteres, für Mai 2027 in Newmarket angesetztes Verfahren gegen ihn ausgeht.
Was passiert ist
Bei einer Anhörung am Donnerstag, den 17. September 2026, hat Richterin Anne Molloy am Ontario Superior Court in Toronto ausgeschlossen, dass der austrokanadische Magna-Gründer Frank Stronach eine Gefängnisstrafe verbüßen muss. Mehrere kanadische und österreichische Medien berichten übereinstimmend, Molloy habe sinngemäß erklärt, sie werde für einen 94-Jährigen keine Haft anordnen. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Monate Gefängnis gefordert, die Verteidigung Stronachs beantragte einen vollständigen Straferlass ohne Eintrag in ein Register. Das endgültige Strafmaß will die Richterin im Dezember 2026 verkünden.
Vorgeschichte der Schuldsprüche
Der Anhörung vorausgegangen waren mehrere Schuldsprüche gegen Stronach. Laut kanadischen Medienberichten befand Molloy den heute 94-Jährigen bereits im Juni 2026 des sexuellen Übergriffs gegen eine Frau für schuldig, die angegeben hatte, in seiner Wohnung an der Toronto-Harbourfront Anfang der 1980er-Jahre von ihm begrapscht worden zu sein. In einer weiteren, später verkündeten Entscheidung sprach die Richterin Stronach zusätzlich eines sexuellen sowie eines unsittlichen Übergriffs gegenüber zwei weiteren Frauen schuldig; die betreffenden Vorfälle sollen zwischen 1977 und 1990 stattgefunden haben. Stronach war in diesem Verfahren ursprünglich mit mehreren Anklagepunkten im Zusammenhang mit drei Frauen konfrontiert. Diese Angaben zu Zahl und Zeitraum der Vorwürfe stammen aus einer eigenständigen Recherche zu kanadischen Medienberichten und sind nicht abschließend verifiziert.
Positionen von Anklage und Verteidigung
Die kanadische Staatsanwaltschaft hatte bei der Anhörung sechs Monate Gefängnis für Stronach gefordert. Seine Verteidigerin argumentierte den Berichten zufolge, diese Forderung sei überzogen, und plädierte stattdessen für einen sogenannten absolute discharge – also einen Verzicht auf eine formelle Verurteilung im Strafregister. Molloy selbst erklärte laut Berichten, sie habe sich zwar noch nicht endgültig auf ein konkretes Strafmaß festgelegt, sei aber fest entschlossen, keine Haftstrafe zu verhängen.
Was unklar bleibt
Offen ist, welches konkrete Strafmaß die Richterin im Dezember tatsächlich verkünden wird und ob sie dem Antrag der Verteidigung auf einen vollständigen Straferlass folgt. Unklar ist auch, wie Stronach selbst oder die betroffenen Frauen beziehungsweise deren Vertretung auf die Ankündigung reagiert haben – dazu liegen keine Stellungnahmen vor. Zudem ist offen, wie ein separates, für Mai 2027 in Newmarket, Ontario, angesetztes Verfahren gegen Stronach zu ähnlichen Vorwürfen ausgeht.
Einordnung
Frank Stronach, geboren im steirischen Weiz, gründete den Autozulieferer Magna International und zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten mit österreichischen Wurzeln in der internationalen Wirtschaft; in Österreich war er zeitweise auch politisch aktiv. Der Prozess in Toronto ist eines von mehreren Strafverfahren, mit denen sich der 94-Jährige wegen Vorwürfen mehrerer Frauen konfrontiert sieht. Die vorliegende Berichterstattung stützt sich ausschließlich auf Medienquellen; ein Gerichtsdokument wurde für diesen Artikel nicht eingesehen.

