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Israels Armee hat den Südlibanon binnen weniger Tage gleich zweimal angegriffen. Am 6. September griffen israelische Kampfjets nach eigenen Angaben mehrere Ziele an, nachdem die Hisbollah zuvor zwei Drohnen auf israelische Soldaten abgefeuert habe; eine davon sei abgefangen worden. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei vier Menschen getötet und rund 20 verletzt. Unter den getroffenen Zielen war auch ein seit Jahren stillgelegtes Krankenhaus in Nabatieh al-Fawqa – Israels Armee spricht von einem dort eingerichteten Hisbollah-Kommandozentrum, Libanon von einem Angriff auf eine zivile Einrichtung; eine unabhängige Klärung fehlt.

Nur einen Tag später, in der Nacht auf den 7. September, traf ein israelischer Angriff ein Wohngebäude in der Ortschaft Kfar Rumman im Gebiet Nabatija. Nach ersten Behördenangaben starben dabei neun Menschen, fünf wurden verletzt; im Tagesverlauf stieg die gemeldete Zahl der Toten zunächst auf elf und laut späteren Angaben des Gesundheitsministeriums schließlich auf zwölf, darunter zwei Kinder und mehrere Frauen. Internationale Medien berichten zusätzlich von einem separaten Angriff auf ein Fahrzeug, bei dem zwei Rettungssanitäter getötet wurden – wie genau sich diese Zahl zur Gesamtopferzahl verhält, bleibt in den vorliegenden Berichten uneinheitlich. Israels Armee erklärte, erneut Hisbollah-Infrastruktur getroffen zu haben, nachdem die Miliz weitere Drohnen auf ihre Soldaten abgefeuert habe; eine Stellungnahme der Hisbollah dazu gibt es bislang nicht.

Wie bereits berichtet, waren im August elf Menschen bei israelischen Angriffen im Südlibanon getötet worden, und Israels Armee hatte kurz vor den jüngsten Angriffen die weitgehende Räumung einer unterirdischen Hisbollah-Basis am Ali-al-Taher-Hügel gemeldet – inzwischen ist laut internationalen Agenturen sogar von einer „operativen Kontrolle“ über den Höhenzug die Rede. Eine libanesische Bestätigung dafür fehlt ebenso wie für die israelische Darstellung zum Krankenhaus. Laut libanesischen Behörden sind seit Anfang März 2026 zudem mehr als 4.300 Menschen bei israelischen Angriffen im Libanon getötet worden – auch diese Zahl ist unabhängig nicht überprüft. Offen bleibt vor allem, ob und wie die Hisbollah auf die jüngste Eskalation reagiert und ob sich die schwankenden Opferzahlen von Kfar Rumman noch klären lassen.

Neue Eskalation: Kfar Rumman, 7. September

Nur einen Tag nach den Angriffen vom 6. September griff Israels Luftwaffe in der Nacht auf den 7. September die Ortschaft Kfar Rumman im Gebiet Nabatija an. Ein Treffer auf ein mehrstöckiges Wohngebäude kurz nach Mitternacht tötete nach ersten Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums neun Menschen und verletzte fünf weitere. Im Tagesverlauf stieg die gemeldete Zahl der Toten zunächst auf elf – darunter zwei Kinder und mehrere Frauen –, später nannte das Ministerium schließlich zwölf Tote. Woher die Differenz zwischen den Meldungen genau stammt, lässt sich aus den vorliegenden Berichten nicht abschließend klären; internationale Medien berichten zudem von einem separaten israelischen Angriff auf ein Fahrzeug in Kfar Rumman, bei dem zwei Rettungssanitäter getötet wurden. Ob diese beiden Todesfälle in der Gesamtzahl von zwölf bereits enthalten sind oder zusätzlich dazukommen, ist den Quellen nicht eindeutig zu entnehmen. Das Gesundheitsministerium und die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldeten die Zahlen; eine unabhängige Bestätigung durch internationale Beobachter vor Ort liegt bislang nicht vor.

Israels Armee erklärte, mit den Angriffen erneut Hisbollah-„Infrastruktureinrichtungen“ im gesamten Südlibanon getroffen zu haben, nachdem die Miliz zwei weitere Sprengdrohnen auf israelische Soldaten abgefeuert habe. Unter den Getöteten seien laut Militärangaben auch Personen gewesen, die Waffen transportiert hätten. Eine eigene Stellungnahme der Hisbollah zu diesem neuerlichen Drohnenvorfall oder eine Reaktion auf die Angriffe liegt bislang nicht vor. Laut internationalen Agenturberichten fielen die Angriffe zudem in eine Phase, in der Israels Armee zuvor erklärt hatte, die operative Kontrolle über den strategisch gelegenen Ali-al-Taher-Höhenzug bei Nabatiye übernommen zu haben – jene Region, in der zuvor bereits die Räumung einer unterirdischen Hisbollah-Anlage gemeldet worden war. Eine libanesische Bestätigung dieser weiteren israelischen Angaben steht aus.

Drohnenangriff und israelische Vergeltung am 6. September

Israels Armee hatte bereits am 6. September nach eigenen Angaben mehrere Ziele im Südlibanon angegriffen. Auslöser sei ein Drohnenangriff der Hisbollah auf israelische Soldaten gewesen: „Terroristen“ der vom Iran unterstützten Schiitenmiliz hätten zwei Drohnen auf im Südlibanon stationierte Truppen abgefeuert, teilte die Armee mit. Eine der beiden Drohnen sei von den Soldaten abgefangen worden, eigene Verluste habe es keine gegeben. Die Armee bezeichnete den Vorfall als „eklatanten Verstoß“ gegen das seit Juni 2026 geltende Waffenruhe-Abkommen und kündigte Gegenangriffe an – eine offizielle Stellungnahme der Hisbollah zu dem Drohnenvorfall liegt bislang nicht vor.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Beirut wurden bei den israelischen Gegenschlägen mindestens vier Menschen getötet: zwei Frauen in der Ortschaft Arab Salim sowie zwei weitere Personen im Gebiet Nabatieh. Rund 20 Menschen seien verletzt worden, darunter mehrere Frauen und drei Kinder. Zuvor hatte die Armee die Bevölkerung von Arab Salim per arabischsprachiger Mitteilung auf Telegram aufgefordert, den Ort zu verlassen, da er sich „in der Nähe einer Einrichtung der Terrororganisation Hisbollah“ befinde – eine vergleichbare Warnung vor den Angriffen auf Kfar Rumman am Folgetag ist aus den vorliegenden Quellen nicht bekannt.

Vorgeschichte

Wie im bisherigen Bericht über die Angriffe im Südlibanon dargestellt, waren bei israelischen Luftangriffen im August elf Menschen getötet worden, sieben davon bei einem Angriff auf ein Wohnhaus in der Ortschaft Ansar. Verteidigungsminister Israel Katz hatte der Hisbollah damals mit weiteren Angriffen gedroht, sollte die Miliz Israelis gefährden. Mit den Ereignissen vom 6. und 7. September hat sich die Serie israelischer Angriffe im Südlibanon binnen weniger Tage deutlich verschärft; ob ein direkter Zusammenhang mit einer angedrohten Vergeltung der Hisbollah besteht, lässt sich derzeit nicht sagen – die Miliz hat sich zu den neuen Vorfällen bislang nicht offiziell geäußert.

Zerstörtes Krankenhaus: Widersprüchliche Darstellungen

Unter den Zielen der Angriffe vom 6. September war auch ein Krankenhausgebäude in Nabatieh al-Fawqa, das nach übereinstimmenden Angaben seit Jahren nicht mehr in Betrieb war. Israels Armee erklärte, in dem Gebäude sei ein Kommandozentrum der Hisbollah eingerichtet gewesen. Das libanesische Gesundheitsministerium widersprach dieser Darstellung und sprach von einem „schweren Verstoß“ gegen humanitäres Völkerrecht, da es sich um eine zivile, medizinische Einrichtung handle. Eine unabhängige Überprüfung, ob und wie das Gebäude tatsächlich militärisch genutzt wurde, liegt bislang nicht vor – beide Versionen stehen sich unbestätigt gegenüber.

Räumung einer unterirdischen Basis am Ali-al-Taher-Hügel

Kurz vor den Angriffen vom 6. September hatte Israels Armee mitgeteilt, im Gebiet des strategisch gelegenen Ali-al-Taher-Hügels bei Nabatiye eine unterirdische Anlage der Miliz weitgehend geräumt zu haben. Die Struktur habe laut Armee Kommandozentralen, Waffenlager, Generatorräume sowie Schlaf- und Aufenthaltsräume umfasst und sei über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg mit iranischer Unterstützung aufgebaut worden. Nach den Angriffen auf Kfar Rumman berichteten internationale Agenturen zudem, Israels Armee habe inzwischen die operative Kontrolle über denselben Höhenzug erklärt. Eine Bestätigung von libanesischer Seite gibt es für keine dieser Angaben, ebenso wenig wie eine unabhängige Einordnung, wie diese Entwicklungen mit den Kampfhandlungen der vergangenen Tage zusammenhängen.

Kumulierte Opferzahlen seit März 2026

Laut Angaben libanesischer Behörden sind seit Anfang März 2026 mehr als 4.300 Menschen bei israelischen Angriffen im Libanon getötet worden. Diese kumulierte Zahl stammt ausschließlich aus libanesischen Behördenquellen; eine unabhängige, etwa durch die UNO oder internationale Menschenrechtsorganisationen bestätigte Überprüfung liegt nicht vor.