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Im Schuljahr 2025/26 wurden laut Bildungsministerium 2440 Kinder und Jugendliche vorübergehend vom Unterricht suspendiert – der vierte Anstieg in Folge nach 1911 (2022/23), 2013 (2023/24) und 2187 (2024/25) Fällen. Am häufigsten greifen Sonderschulen zu der Maßnahme, am seltensten Berufsschulen und AHS. Unter den Bundesländern verzeichnet Wien die meisten Fälle, während sich die Zahl in der Steiermark gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelte; in Tirol gingen die Suspendierungen dagegen zurück.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr erklärte, er wolle die Zahlen nicht schönreden, und sieht Verbesserungsbedarf im Umgang mit eskalierenden Konflikten. Ab dem kommenden Schuljahr soll deshalb eine verpflichtende Suspendierungsbegleitung eingeführt werden, die einen verbindlichen Förderplan für jedes betroffene Kind sowie die Einbindung der Erziehungsberechtigten vorsieht.

Offen bleibt, was den mehrjährigen Anstieg ursächlich erklärt und wie Lehrer- und Elternvertretungen die Entwicklung sowie die geplante Maßnahme bewerten. Auch Details zur konkreten Umsetzung der Begleitung stehen in den vorliegenden Quellen noch aus.

Was passiert ist

Die Zahl der Suspendierungen an Österreichs Schulen ist im Schuljahr 2025/26 erneut gestiegen. Laut Zahlen des Bildungsministeriums wurden 2440 Kinder und Jugendliche vorübergehend vom Unterricht ausgeschlossen. Das ist der vierte Anstieg in Folge: 2022/23 waren es noch 1911 Fälle, 2023/24 2013 und 2024/25 2187. Schülerinnen und Schüler, die etwa wegen Gewalt, Drohungen oder Sachbeschädigung wiederholt auffallen, können nach geltendem Recht bis zu vier Wochen vom Unterricht suspendiert werden.

Was die Zahlen zeigen

Im Verhältnis zur Schülerzahl wird an Sonderschulen am häufigsten suspendiert, gefolgt von Mittelschulen und Polytechnischen Schulen. Am seltensten greifen Berufsschulen und AHS zu dieser Maßnahme. An Volksschulen ist die relative Quote zwar niedrig, in absoluten Zahlen aber mit 534 betroffenen Kindern spürbar gestiegen. Im Bundesländervergleich liegt Wien mit den meisten Fällen sowohl absolut als auch anteilig vorn, vor Vorarlberg und Oberösterreich. Am seltensten wird in Niederösterreich, Tirol und dem Burgenland suspendiert.

Regionale Unterschiede

Die Entwicklung verläuft von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. In der Steiermark hat sich die Zahl der Suspendierungen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt, ein deutliches Plus gab es auch in Vorarlberg. Kleinere Zuwächse verzeichneten Niederösterreich, Kärnten und Wien. Dagegen gingen die Zahlen in Tirol zurück, in Oberösterreich sanken sie leicht. Im Burgenland und in Salzburg blieben sie nahezu unverändert.

Reaktion und geplante Maßnahmen

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) äußerte sich in einer der APA übermittelten Stellungnahme und erklärte, er wolle die aktuellen Zahlen „nicht schönreden“. Mehr als 2400 Suspendierungen zeigten, dass man im Umgang mit eskalierenden Konflikten und herausforderndem Verhalten noch besser werden müsse. Eine Suspendierung könne in schwierigen Situationen notwendig sein, dürfe aber nicht dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler den Anschluss an die Schule verlieren. Als Reaktion soll ab dem kommenden Schuljahr eine verpflichtende Suspendierungsbegleitung eingeführt werden, die unter anderem einen verbindlichen Förderplan für jedes betroffene Kind sowie die Einbindung der Erziehungsberechtigten vorsieht.

Was unklar bleibt

Aus den vorliegenden Quellen geht nicht hervor, was den durchgehenden Anstieg über vier Schuljahre ursächlich erklärt – ob sich etwa das Verhalten von Schülerinnen und Schülern verändert hat oder ob strengere Meldepraxis eine Rolle spielt. Auch fehlen Stellungnahmen von Lehrergewerkschaften, Schulleitungsverbänden oder Elternvertretungen zu den Zahlen und zur geplanten Suspendierungsbegleitung. Details zur konkreten Ausgestaltung dieser Begleitung, etwa zu Trägern und Finanzierung, sind ebenfalls noch offen. Warum die Entwicklung in der Steiermark und in Vorarlberg so viel stärker ausfällt als in Tirol oder Oberösterreich, lässt sich mit den vorliegenden Zahlen nicht beantworten.