Textlänge

Die Nasa und das US-Unternehmen Katalyst Space Technologies haben ihre Rettungsmission für das Weltraumteleskop Swift für gescheitert erklärt. Die eigens gebaute Sonde LINK war am 3. Juli 2026 in ungewöhnlich kurzer Vorbereitungszeit gestartet worden, um das seit 2004 aktive Neil Gehrels Swift Observatory zu greifen und in eine höhere Umlaufbahn zu schieben. Grund für den Rettungsversuch war verstärkte Sonnenaktivität, die Swift schneller als erwartet abbremste.

Rund einen Monat nach dem Start fielen bei LINK zwei von drei Reaktionsrädern aus, zusätzlich gab es Probleme am Steuerungssystem; die Sonde begann unkontrolliert zu rotieren. Auch eine kurz vor der endgültigen Absage aufgespielte Software-Verbesserung konnte das Problem nicht beheben. Ohne die geplante Bahnanhebung wird Swift, das bereits im Februar 2026 weitgehend abgeschaltet wurde, voraussichtlich noch 2026 in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen – ein genauer Zeitpunkt steht nicht fest.

Katalyst will mit LINK dennoch Näherungsmanöver an Swift durchführen, um Erfahrungen für künftige Servicing-Missionen zu sammeln. Nasa-Chef Jared Isaacman betonte laut Berichten, der Versuch habe sich trotz des Ausgangs gelohnt. Offen bleiben unter anderem der genaue Wiedereintrittszeitpunkt und die wissenschaftlichen Folgen für die Gammastrahlen-Forschung.

Was passiert ist

Die Nasa hat gemeinsam mit dem US-Raumfahrtunternehmen Katalyst Space Technologies eine ungewöhnliche Rettungsmission für ihr Weltraumteleskop Swift für gescheitert erklärt. Ziel war es, das seit 2004 aktive Neil Gehrels Swift Observatory mithilfe einer eigens gebauten Servicing-Sonde namens LINK zu greifen und in eine höhere, stabilere Umlaufbahn zu schieben. Verstärkte Sonnenaktivität hatte zuvor dazu geführt, dass die Reste der Erdatmosphäre Swift stärker abbremsten als erwartet, wodurch ein unkontrollierter Absturz näher rückte. Katalyst baute und startete LINK deshalb in ungewöhnlich kurzer Vorbereitungszeit; der Start erfolgte am 3. Juli 2026. Wie mehrere internationale Medien übereinstimmend berichten, teilten Nasa und Katalyst das endgültige Aus der Rettung Mitte/Ende August 2026 mit.

Die technische Ursache

Rund einen Monat nach dem Start begann LINK unkontrolliert um die eigene Achse zu rotieren. Zwei der drei Reaktionsräder, mit denen die Sonde ausgerichtet wird, fielen aus; die Drehung ließ sich mit Treibstoffeinsatz zunächst von rund 9 Grad pro Sekunde auf etwa 4 und später 1,47 Grad pro Sekunde verringern. Nach Angaben, die auch über weitere internationale Berichte bestätigt werden, kamen zusätzlich Einschränkungen am Kaltgas-Steuerungssystem hinzu. Kurz vor der endgültigen Absage wurde noch eine verbesserte Software aufgespielt, die nur mit der verbliebenen Manövriertechnik arbeiten sollte – die Beteiligten äußerten sich danach zunächst noch optimistisch. Was in den Tagen danach im Detail schiefging, ist öffentlich nicht im Einzelnen dokumentiert; am Ende reichte die verbliebene Steuerungsfähigkeit nicht aus, um Swift wie geplant zu greifen und anzuheben.

Was das für Swift bedeutet

Das Swift Observatory war bereits im Februar 2026 weitgehend deaktiviert worden, um den atmosphärischen Widerstand zu senken und der Rettungsmission mehr Zeit zu verschaffen. Ohne die geplante Bahnanhebung geht die Nasa davon aus, dass das Teleskop noch in diesem Jahr in die Erdatmosphäre eintreten und dabei verglühen wird; einen genauen Zeitpunkt oder Ort nennt sie bislang nicht. Swift diente seit über zwei Jahrzehnten als wichtiges Frühwarnsystem: Es registrierte Gammastrahlenblitze und alarmierte Observatorien am Boden, damit diese die energiereichsten bekannten Explosionen im Universum rasch ins Visier nehmen konnten. Ein erneuter Betrieb des Teleskops ist nach dem Scheitern der Rettung nicht mehr vorgesehen.

Einordnung

Der Rettungsversuch war einer der ersten seiner Art: ein kommerzieller Anbieter sollte im Nasa-Auftrag ein fremdes, nicht dafür gebautes Observatorium im Orbit greifen und dessen Bahn anheben. Berichten zufolge war der Auftrag mit rund 30 Millionen US-Dollar budgetiert. Nasa-Chef Jared Isaacman wird von heise mit den Worten zitiert, das Ergebnis sei zwar nicht jenes, auf das man hingearbeitet habe, doch ändere das nichts daran, dass der Versuch sich gelohnt habe. Katalyst kündigte an, mit LINK trotz des gescheiterten Hauptziels weiterhin Rendezvous- und Näherungsmanöver an Swift durchzuführen, um Fähigkeiten für künftige Servicing-Missionen zu erproben. Beide Seiten stellen die Mission damit nicht als reinen Fehlschlag, sondern auch als technischen Lernprozess dar.

Was unklar bleibt

Offen ist der genaue Zeitpunkt und Ort des bevorstehenden Wiedereintritts von Swift in die Erdatmosphäre. Ebenso liegt keine detaillierte technische Ursachenanalyse vor, warum gleich zwei Reaktionsräder und Teile des Steuerungssystems von LINK binnen weniger Wochen ausfielen. Unklar ist zudem, welche konkreten laufenden oder geplanten Forschungsvorhaben durch den Verlust des Gammastrahlen-Frühwarnsystems betroffen sind und ob beziehungsweise wie rasch eine Nachfolgemission diese Lücke schließen könnte. Auch zu den tatsächlichen Gesamtkosten der Mission gibt es bislang nur Angaben aus zweiter Hand.