Der Wiener Taxi-Vermittler 40100 hat Touristinnen und Touristen in einer Aussendung vor überhöhten Fixpreisen gewarnt. Anlass sind Recherchen der Zeitung „Die Presse“, wonach Taxifahrer insbesondere am Wiener Hauptbahnhof immer wieder deutlich überhöhte Fixpreise verlangen sollen. Generalsekretärin Eveline Hruza erklärte, kein Lenker dürfe einen frei erfundenen Fantasiepreis als Fixpreis verkaufen, und riet, im Zweifel einen Wagen per App oder WhatsApp zu einem Fixpreis zu bestellen.
Zu den Tipps zählen: das Taxi selbst auswählen, auf den Taxameter bestehen, Preis und Zahlungsart vorab klären, Rechnung und Fahrzeugdaten aufbewahren und Verstöße über taxifeedback.at oder direkt beim Vermittler melden. Nach dem Wiener Taxitarif ist bei einer spontanen Einsteigerfahrt der Taxameter vorgeschrieben; Fixpreise sind nur bei Vorbestellung erlaubt und dürfen den Tarif höchstens 20 Prozent über- oder unterschreiten.
Wie verbreitet die kritisierten Praktiken tatsächlich sind und welche Wirkung frühere Kontrollen von Stadt Wien und Taxi-Innung hatten, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend beurteilen; eine eigene aktuelle Stellungnahme der Taxi-Innung zu den Vorwürfen liegt hier nicht direkt vor.
Was passiert ist
Der Wiener Taxi-Vermittler 40100 hat sich in einer Aussendung an Touristinnen und Touristen gewandt und vor überhöhten Fixpreisen gewarnt. Anlass sind Recherchen der Tageszeitung „Die Presse“, wonach Taxifahrer vor allem am Wiener Hauptbahnhof immer wieder deutlich überhöhte Fixpreise verlangen – Touristinnen und Touristen soll den Recherchen zufolge mitunter das Dreifache des üblichen Preises abverlangt worden sein. Generalsekretärin Eveline Hruza wird in der Aussendung mit den Worten zitiert, kein Lenker dürfe einen frei erfundenen Fantasiepreis als Fixpreis verkaufen; im Zweifel solle man lieber einen Wagen zum Fixpreis per App oder WhatsApp bestellen. Taxi 40100 distanziert sich damit ausdrücklich von den beschriebenen Praktiken und verweist darauf, dass diese nicht nur dem Taxigewerbe, sondern der gesamten Stadt schadeten.
Die Tipps und die Rechtslage
Laut der Aussendung sollten Fahrgäste das Taxi selbst auswählen, auf ein Taxameter bestehen, im Zweifel vorab per Telefon, App oder WhatsApp bestellen, Preis und Zahlungsart im Vorfeld klären, Rechnung und Fahrzeugdaten aufbewahren und Verstöße über die Plattform taxifeedback.at der Wiener Taxi-Innung oder direkt beim jeweiligen Vermittler melden. Ein pauschaler Preis, der erst beim Einsteigen genannt oder verhandelt wird, sei laut Taxi 40100 „ein deutliches Warnsignal“. Nach dem in Wien geltenden Taxitarif ist bei einer spontanen Einsteigerfahrt an einem Taxistand oder auf der Straße der Taxameter vorgeschrieben; ein fixer Preis ist den Presse-Recherchen zufolge nur bei einer vorbestellten Fahrt zulässig und darf den regulären Tarif dann höchstens 20 Prozent über- oder unterschreiten. Jeder Wagen müsse zudem über Taxameter, Dachleuchte und ein Kennzeichen mit der Endung „TX“ verfügen.
Was unklar bleibt
Wie weit verbreitet die beschriebenen Praktiken tatsächlich sind, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend beurteilen – belegt sind sie bislang vor allem durch die Recherche einer einzelnen Zeitung. Auch zur Einordnung von Taxi 40100 als „größtem Wiener Taxi-Vermittler“ liegt nur diese eine Quelle vor. Offen ist außerdem, welche konkreten Ergebnisse frühere Kontrollen von Stadt Wien und Taxi-Innung bisher gebracht haben und was die von Taxi 40100 angesprochene Abstimmung „mit allen betroffenen Stakeholdern“ an tatsächlichen Maßnahmen hervorbringen wird. Eine ausführliche eigene Stellungnahme der Wiener Taxi-Innung oder der Stadt Wien zu den aktuellen Vorwürfen liegt in den ausgewerteten Quellen nicht direkt vor; anderen Medienberichten zufolge hatte die Taxi-Innung frühere Beschwerden als Einzelfälle einzelner „schwarzer Schafe“ eingeordnet und auf eine regelmäßig tagende Beschwerdekommission verwiesen – unabhängig geprüft ist diese Darstellung hier nicht.
Einordnung
Die Aussendung von Taxi 40100 reiht sich in eine seit einigen Tagen laufende öffentliche Debatte über die Zustände am Wiener Hauptbahnhof ein, die von „Die Presse“ mit mehreren Artikeln losgetreten wurde. Für den Tourismusstandort Wien sind Berichte über systematische Abzocke am zentralen Ankunftsort potenziell rufschädigend, weshalb sich mit dem Marktführer nun auch die Branche selbst öffentlich positioniert. Ob aus den Ankündigungen und Tipps auch nachprüfbare Verbesserungen folgen – etwa mehr Kontrollen oder Sanktionen gegen fehlbare Lenker –, bleibt vorerst offen.

