Textlänge

Die mit 1. Jänner 2026 eingeführte Teilpension wird in Österreich bisher kaum genutzt: Im ersten Halbjahr stellten laut Daten der Pensionsversicherungsträger insgesamt nur 313 Personen einen Antrag. Das Modell erlaubt älteren Beschäftigten, ihre Arbeitszeit zu reduzieren und gleichzeitig einen Teil der Pension zu beziehen, um sie länger im Erwerbsleben zu halten.

Von den 313 Anträgen entfielen 289 auf die Pensionsversicherung (PVA), wo 118 bereits zuerkannt wurden; SVS und BVAEB verzeichneten 19 bzw. fünf Anträge. Die meisten Antragstellenden erfüllen die Langzeitversichertenregelung („Hackler“), bei der PVA stammten zudem deutlich mehr Anträge von Männern (227) als von Frauen (62).

Das Sozialministerium wollte zu den budgetären Folgen der geringen Nachfrage unter Verweis auf die kurze Geltungsdauer der Regelung keine Einschätzung abgeben, kündigte aber an, künftig verstärkt über das Angebot zu informieren. Offen bleiben unter anderem die ursprünglichen Erwartungen des Ministeriums, Gründe für die Zurückhaltung sowie Einschätzungen von Arbeitsmarktexpertinnen und -experten oder der Arbeitgeberseite.

Was passiert ist

Die mit 1. Jänner 2026 eingeführte Teilpension stößt in Österreich bisher auf sehr geringes Interesse. Wie Daten der Pensionsversicherungsträger zeigen, stellten im ersten Halbjahr insgesamt nur 313 Personen einen Antrag auf das neue Modell. Die Teilpension soll älteren Beschäftigten ermöglichen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren und gleichzeitig einen Teil ihrer Pension zu beziehen, während sie weiterarbeiten – mit dem Ziel, sie länger im Erwerbsleben zu halten. Voraussetzung ist, dass die betroffene Person bereits die Voraussetzungen für eine reguläre Alterspension, eine Korridorpension, die Langzeitversichertenregelung („Hackler“) oder eine Schwerarbeiterpension erfüllt, und dass der Wechsel in Absprache mit dem Dienstgeber erfolgt.

Die Zahlen im Detail

Von den 313 Anträgen entfielen 289 auf die Pensionsversicherung (PVA), den größten der drei zuständigen Versicherungsträger; in 118 dieser Fälle wurde die Teilpension bereits zuerkannt. Bei der Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) gingen 19 Anträge ein, bei der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) fünf. Nach Anspruchsgrundlage dominieren mit 104 Anträgen Personen, die die Langzeitversichertenregelung erfüllen, gefolgt von 71 Antragstellenden mit Anspruch auf eine Korridorpension, 89 mit Anspruch auf eine reguläre Alterspension und 25 mit Anspruch auf eine Schwerarbeiterpension. Auffällig ist zudem das Geschlechterverhältnis: Bei der PVA stehen 227 Anträgen von Männern nur 62 von Frauen gegenüber – nahezu alle Frauen hatten dabei Anspruch auf eine reguläre Alterspension.

Reaktion des Sozialministeriums

Zu den budgetären Auswirkungen des deutlich unter den Erwartungen bleibenden Interesses wollte das Sozialministerium unter Verweis auf die kurze Zeit, die die Regelung erst in Kraft ist, keine Einschätzung abgeben. Das Ministerium kündigte an, künftig verstärkt über die Teilpension informieren zu wollen. Laut einem Medienbericht hatte das Ministerium bereits zuvor eine bundesweite Informationskampagne zu dem Modell gestartet; diese dürfte nach den aktuellen Zahlen nun ausgebaut werden. Wie die zusätzlichen Maßnahmen konkret aussehen sollen, ist derzeit nicht bekannt.

Was unklar bleibt

Offen bleibt in den vorliegenden Quellen, mit wie vielen Anträgen das Sozialministerium bei der Einführung des Modells ursprünglich gerechnet hatte und wie stark die tatsächliche Zahl davon abweicht. Ebenso fehlt eine Einschätzung von Arbeitsmarktexpertinnen und -experten, ob 313 Anträge im ersten Halbjahr im erwartbaren Rahmen liegen oder eine deutliche Enttäuschung darstellen, sowie mögliche Gründe für die Zurückhaltung – etwa mangelnde Bekanntheit, wirtschaftliche Erwägungen der Beschäftigten oder Hürden auf Seite der Betriebe. Auch Reaktionen von Arbeitgeberseite, etwa von Wirtschaftskammer oder Industriellenvereinigung, liegen nicht vor. Wie sich die geringe Inanspruchnahme auf das Pensionsbudget auswirkt, blieb in der Stellungnahme des Ministeriums ausdrücklich offen.

Einordnung

Die Zahlen stammen aus einer Meldung der Austria Presse Agentur (APA), die sich auf Daten der drei Pensionsversicherungsträger stützt und von mehreren österreichischen Medien inhaltlich übereinstimmend wiedergegeben wurde. Eigene, über die reinen Zahlen und die knappe Ministeriumsreaktion hinausgehende Stellungnahmen von Pensionsversicherung oder Sozialministerium liegen nicht vor. Ob die Teilpension ihr Ziel damit verfehlt oder sich die Nachfrage erst mit besserer Bekanntheit des Modells entwickelt, lässt sich auf Basis der aktuellen Datenlage nicht abschließend beurteilen.