US-Präsident Donald Trump hat der NBC-Journalistin Kristen Welker mit einer Anzeige bei der Medienaufsichtsbehörde FCC gedroht. Anlass war ihre Einschätzung, seine Unterstützung für republikanische Kandidaten bei den Zwischenwahlen habe „gemischte Ergebnisse“ erzielt. Trump nannte dies auf Truth Social eine „absichtliche Ungenauigkeit“ und forderte, die Reporterin solle „gerügt oder bestraft“ werden. NBC News stellte sich laut zwei unabhängig eingesehenen US-Medienberichten hinter Welker; die FCC-Kommissarin Anna Gomez wies Trumps Vorstoß laut einem eingesehenen Bericht als Bedrohung der Pressefreiheit zurück, FCC-Chef Brendan Carr äußerte sich bislang nicht dazu.
Der Vorgang reiht sich in ein länger bekanntes Muster ein: Trump geht seit Jahren mit Klagen, Förderkürzungen und FCC-Drohungen gegen kritisch berichtende Medien vor, wogegen mehrere Sender bereits klagen. Auch das Verhältnis zwischen Trump und Welker gilt bereits seit einem im Juni 2026 abgebrochenen Interview als angespannt.
Der Kernvorgang ist mittlerweile durch mindestens sechs unabhängige österreichische und US-Medien gut belegt. Weniger gesichert bleibt die Reaktion aus der FCC selbst, die nur aus einem einzelnen eingesehenen Bericht stammt. Offen bleibt, ob die FCC tatsächlich ein Verfahren einleitet, auf welcher rechtlichen Grundlage dies möglich wäre und ob sich FCC-Chef Carr noch öffentlich äußert.
Was passiert ist
US-Präsident Donald Trump hat der NBC-Journalistin Kristen Welker mit einer Anzeige bei der Medienaufsichtsbehörde FCC gedroht. Anlass war eine Einschätzung Welkers, seine Unterstützung für republikanische Kandidaten bei den anstehenden Zwischenwahlen zum Kongress habe „gemischte Ergebnisse“ erzielt. Trump bezeichnete dies in einem Beitrag auf seinem Onlinedienst Truth Social als „absichtliche Ungenauigkeit“ und kündigte an, die Reporterin bei der FCC anzuzeigen, damit sie „gerügt oder bestraft“ werde. Er rief dabei ausdrücklich den von ihm eingesetzten FCC-Vorsitzenden Brendan Carr auf, die Angelegenheit ernst zu nehmen. NBC News stellte sich laut zwei unabhängig voneinander eingesehenen US-Medienberichten hinter seine Journalistin und erklärte, Welker sei „eine der Besten im Geschäft“. Auch aus der FCC selbst kam Widerspruch: Die Kommissarin Anna Gomez erklärte laut einem eingesehenen Bericht, die Behörde habe keine Befugnis, Journalisten zu bestrafen, die der Regierung missfielen, und bezeichnete solche Drohungen als gefährlich für die Pressefreiheit. FCC-Chef Brendan Carr selbst äußerte sich bislang nicht öffentlich dazu.
Vorgeschichte: Druck auf kritische Medien
Der Vorfall reiht sich in ein länger bekanntes Muster ein. Trump geht seit Jahren mit Klagen und Klagsdrohungen gegen Medien vor, etwa gegen das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“, und ordnete Kürzungen der staatlichen Finanzierung für öffentliche Sender an. Die von Trumps Vertrautem Brendan Carr geführte FCC drohte Sendern zudem wiederholt mit Lizenzentzug. Dagegen regt sich Widerstand: Mehrere Sender haben bereits gegen die FCC geklagt und berufen sich dabei auf den durch die US-Verfassung geschützten Grundsatz der Meinungsfreiheit. Das Verhältnis zwischen Trump und Welker gilt schon seit einem im Juni 2026 nach einem erhitzten Wortwechsel abgebrochenen Interview als angespannt, in dem sich Trump laut Berichten vor allem über Fragen zum Iran-Krieg erbost gezeigt hatte.
Was die Quellen zeigen
Der Kernvorgang – Trumps öffentliche Ankündigung und ihr Anlass – wird mittlerweile von mindestens sechs voneinander unabhängigen Medien in Österreich (u. a. ORF, Kurier, Kleine Zeitung, Der Standard, Die Presse) und den USA übereinstimmend wiedergegeben, was für eine hohe Verlässlichkeit dieser Darstellung spricht. Auch die NBC-Stellungnahme zugunsten Welkers liegt inzwischen über zwei unabhängig voneinander eingesehene US-Berichte vor. Weniger gesichert ist die Reaktion aus der FCC selbst: Die kritische Äußerung der Kommissarin Anna Gomez stammt bislang nur aus einem einzelnen eingesehenen Bericht und wurde nicht in einer offiziellen FCC-Mitteilung direkt eingesehen; von FCC-Chef Brendan Carr liegt weiterhin keine Reaktion vor.
Was unklar bleibt
Offen ist, ob die FCC überhaupt ein förmliches Verfahren gegen Welker oder NBC einleitet und auf welcher rechtlichen Grundlage dies geschehen könnte – die Behörde hat gegenüber einzelnen Journalistinnen traditionell keine direkte Sanktionsbefugnis, sondern kann allenfalls gegen Sendelizenzen von Stationen vorgehen; genau darauf hatte die Kommissarin Anna Gomez laut dem eingesehenen Bericht hingewiesen. Ebenfalls unklar ist, wie sich der Vorgang auf die laufenden Klagen mehrerer Sender gegen die FCC auswirkt und ob FCC-Chef Brendan Carr sich selbst noch öffentlich dazu äußert.
Einordnung
Der Fall fügt sich in eine breitere, auf dieser Seite bereits mehrfach dokumentierte Auseinandersetzung der Trump-Regierung mit Institutionen ein, die sich ihrer Kontrolle entziehen oder ihr kritisch gegenüberstehen – von Medienhäusern bis hin zu Kultureinrichtungen wie dem Kennedy Center, dem laut Berichten zuletzt mit dem Abriss gedroht wurde. Dass nun auch eine amtierende FCC-Kommissarin öffentlich widerspricht, deutet auf Widerstand innerhalb der Behörde selbst hin – ob daraus tatsächliche behördliche Schritte gegen Welker folgen oder ob es bei einer politischen Ansage bleibt, lässt sich nach aktueller Quellenlage aber weiterhin nicht abschließend beurteilen.

