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US-Präsident Donald Trump hat auf Truth Social eine Karte veröffentlicht, die Kanada, Mexiko, Grönland, Island und Kuba sowie Teile Mittelamerikas und der Karibik in den Farben der US-Flagge zeigt – beschriftet ist die gesamte Fläche nur mit „Vereinigte Staaten von Amerika“. Eine Begründung lieferte Trump laut Medienberichten nicht mit.

Island reagierte am deutlichsten: Die Außenministerin bestellte den US-Botschafter ein und ließ ihm mitteilen, der Beitrag sei völlig unangemessen. Premierministerin Kristrún Frostadóttir nannte die Karte lächerlich und einen Angriff auf die Souveränität Islands, Kanadas und Grönlands. Auch Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum und Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen wiesen die Darstellung zurück; von Kanada und von der US-Regierung selbst lag zunächst keine Reaktion vor.

Der Vorfall passt in eine Reihe wiederkehrender territorialer Provokationen Trumps gegenüber Kanada und Grönland, über die berichtet wurde – etwa die Umbenennung des Lake Ontario in „Lake America“ oder Kontrollansprüche auf Grönland kurz vor dessen jüngstem EU-Besuch. Ob der Karte konkrete politische Schritte folgen, ist offen.

Was passiert ist

US-Präsident Donald Trump hat auf seiner Plattform Truth Social eine Landkarte Nordamerikas veröffentlicht, auf der Kanada, Mexiko, Grönland, Island und Kuba sowie Teile Mittelamerikas und der Karibik in den Farben der US-Flagge dargestellt werden. Auf der Karte findet sich nur eine einzige Ländername-Beschriftung: „Vereinigte Staaten von Amerika“. Trump postete das Bild laut übereinstimmenden Medienberichten ohne Begleittext oder Erklärung.

Der Beitrag reiht sich in eine Serie von Äußerungen und Gesten Trumps ein, mit denen er wiederholt Ansprüche auf fremdes Staatsgebiet andeutet oder zumindest spielerisch aufwirft – von Kontrollforderungen gegenüber Grönland bis zu Provokationen gegenüber Kanada.

Reaktionen: Diplomatischer Protest aus mehreren Ländern

Island reagierte als erstes Land mit einem konkreten diplomatischen Schritt: Außenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir bestellte den erst kürzlich ins Amt eingeführten US-Botschafter Billy Long ins isländische Außenministerium ein. Dort wurde ihm laut Medienberichten unter Berufung auf den Sender RUV unmissverständlich mitgeteilt, der Beitrag sei „völlig unangemessen“. Islands Premierministerin Kristrún Frostadóttir bezeichnete die Karte als lächerlich und als Angriff auf die Souveränität Islands, Kanadas und Grönlands; es gebe „nichts Lustiges oder Normales daran, sich über die Souveränität von Staaten lustig zu machen“.

Auch aus Mexiko und Dänemark kam Widerspruch: Präsidentin Claudia Sheinbaum stellte klar, ihr Land sei und werde nie eine Kolonie oder ein Protektorat eines fremden Staates. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen verwies darauf, dass die Grönländerinnen und Grönländer wiederholt deutlich gemacht hätten, nicht Teil der USA sein zu wollen. Eine offizielle Reaktion Kanadas lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht vor. Von der US-Regierung oder Trump selbst gab es bislang keine Stellungnahme zu Anlass oder Absicht der Karte.

Einordnung

Der Vorfall reiht sich in eine Abfolge von Spannungen ein, über die „Neue Nachrichten“ bereits berichtet hat: Im Zollstreit zwischen den USA und Kanada hatte Trump zuletzt mit einem Dekret zur Umbenennung des Lake Ontario in „Lake America“ für Aufsehen gesorgt, was Kanadas Premierminister Mark Carney zurückwies. Erst wenige Tage zuvor war zudem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu einem Besuch nach Grönland gereist und hatte der Insel rund 200 Millionen Euro an zusätzlicher EU-Förderung zugesagt – auch vor dem Hintergrund wiederholter Kontrollansprüche Trumps auf das autonome dänische Gebiet. Die neue Karte fügt sich in dieses Muster wiederkehrender territorialer Provokationen ein, ohne dass bislang erkennbar ist, ob ihr konkrete politische Schritte folgen sollen.

Was unklar bleibt

Offen ist, ob und wie sich Trump oder die US-Regierung noch offiziell zu der Karte äußern werden, und wie Kanada – bislang ohne dokumentierte Reaktion – darauf antwortet. Unklar ist auch, ob die Karte, wie mehrere internationale Medien vermuten, KI-generiert wurde und wer sie tatsächlich erstellt hat. Ebenso offen bleibt, ob der Zeitpunkt der Veröffentlichung gezielt mit dem Zollstreit um Kanada oder dem jüngsten EU-Besuch in Grönland zusammenhängt oder ob es sich um eine isolierte Provokation handelt.