US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Einfuhrzölle auf irischen Whiskey aufzuheben. Die Ankündigung fiel am Rande eines Golfturniers auf seinem Platz in Doonbeg, nachdem ihn Irlands Regierungschef Micheál Martin und der Golfer Shane Lowry wiederholt darauf angesprochen hatten. Trump erklärte unter Jubel der Menge, er werde die Zölle „im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika“ aufheben.
Bei den Details widersprechen sich die Quellen: Österreichische Medien nennen unter Berufung auf eine Agenturmeldung einen bisherigen Zollsatz von 15 Prozent, irische und US-amerikanische Medien sprechen von 10 Prozent. Zudem berichtete der irische Sender RTE, Trump habe später klargestellt, die Befreiung gelte nur für Irland, nicht für die gesamte EU – eine Einschränkung, die in der ursprünglichen Berichterstattung fehlt. Ein Zeitplan zur Umsetzung steht noch aus.
Die Ankündigung reiht sich in eine bereits im Mai 2026 begonnene Praxis ein, als Trump „zu Ehren“ des britischen Königspaars Zölle auf schottischen Whisky aufhob. Damals betraf dies laut Berichten auch den Fasshandel zwischen Kentucky und Schottland; Kentuckys Brenner hätten zuvor unter kanadischen Boykottaufrufen gelitten.
Was passiert ist
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Einfuhrzölle auf irischen Whiskey aufzuheben. Die Ankündigung fiel am Rande eines Golfturniers auf einem Platz seiner Familie im irischen Doonbeg, wo Trump nach einem zweitägigen Irland-Besuch die Siegertrophäe überreichte. Wie mehrere Medien mit wortgleichen Zitaten berichten, sagte Trump, Irlands Regierungschef Micheál Martin und der Golfprofi Shane Lowry hätten ihn wiederholt auf die Zölle angesprochen und um deren Aufhebung gebeten. Trump erklärte daraufhin unter dem Jubel der anwesenden Menge, er werde „im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika“ die Zölle aufheben.
Was die Quellen zeigen
Bei den Details der Ankündigung gehen die vorliegenden Quellen auseinander. Österreichische Medien, die sich erkennbar auf eine APA/dpa-Agenturmeldung stützen, beziffern den aktuellen US-Zoll auf irischen Whiskey mit 15 Prozent und stellen ihn damit in eine Reihe mit anderen EU-Importen. Der irische Sender RTE sowie CNN nennen dagegen übereinstimmend einen Satz von 10 Prozent. Zusätzlich berichtete RTE in einem Folgeartikel, Trump habe später präzisiert, die Zollbefreiung solle nur für Irland gelten und nicht für die gesamte EU – eine Einschränkung, die in der ursprünglichen, auf die Agenturmeldung gestützten Berichterstattung nicht vorkommt. Welche Angabe zutrifft und wie weit die Befreiung tatsächlich reicht, lässt sich aus der vorliegenden Quellenlage nicht abschließend klären. RTE berichtet zudem, die Ankündigung sei von irischen Regierungsvertretern und der Whiskeybranche begrüßt worden, während Details zum Zeitpunkt der Umsetzung von Handelsbeamten noch nicht bestätigt worden seien.
Vorgeschichte: Schottischer Whisky im Mai
Die Ankündigung reiht sich in eine bereits laufende Praxis Trumps ein. Im Mai 2026 hatte er „zu Ehren“ des britischen Königspaars die Zölle auf schottischen Whisky aufgehoben, die zuvor bei zehn Prozent gelegen hatten. Trump schrieb damals auf der Plattform Truth Social, König Charles III. und Königin Camilla hätten ihn dazu gebracht, „etwas zu tun, das niemand sonst geschafft hat“. Die damalige Zollaufhebung betraf laut den Cluster-Quellen auch den Handel mit gebrauchten Eichenholzfässern zwischen Kentucky und Schottland, die in der Whisky- und Bourbon-Produktion eine Rolle spielen. US-Brenner in Kentucky hätten laut Angaben des US-Spirituosenverbands zuvor unter Exportrückgängen gelitten, nachdem der Hauptabnehmer Kanada zu einem Boykott von US-Spirituosen aufgerufen hatte – eine Einschätzung, die auf einer einzelnen Branchenquelle beruht und nicht unabhängig geprüft ist.
Was unklar bleibt
Offen ist vor allem, welcher Zollsatz aktuell tatsächlich gilt und ob die Befreiung, wie zunächst berichtet, EU-weite Bedeutung hätte oder – wie ein späterer Bericht nahelegt – auf Irland beschränkt bleibt. Auch ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung liegt bislang nicht vor. Eine offizielle Stellungnahme des Weißen Hauses, der US-Handelsbehörde, der irischen Regierung oder der EU-Kommission zu diesen Punkten wurde bislang nicht eingesehen. Ebenso unklar ist, wie sich eine mögliche Zollbefreiung wirtschaftlich auf irische Whiskey-Exporteure und den US-Markt auswirken würde.


