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US-Präsident Donald Trump hat neue Zusatzzölle von 50 Prozent auf zahlreiche kanadische Waren verhängt. Laut Weißem Haus und US-Handelsbeauftragtem Jamieson Greer sollen die Zölle, gestützt auf die selten genutzte Section 338 des Zollgesetzes von 1930, ab 19. August 2026 gelten. Betroffen sind Importe im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar, darunter Wein, Hockeyschläger und Zement. Begründet wird die Maßnahme mit einer angeblich diskriminierenden Behandlung amerikanischer Auto-, Alkohol- und Molkereiprodukte durch Kanada. Bemerkenswert: Die Zölle gelten laut Weißem Haus auch für Waren, die eigentlich unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA fallen – solche Waren waren bislang weitgehend verschont geblieben. Ausgenommen bleiben unter anderem Energie, Kalisalz und bereits anderweitig verzollte Güter.

Kanadas Premierminister Mark Carney hat die Vorwürfe zurückgewiesen und von einseitigen US-Handelsmaßnahmen gesprochen, die schon zuvor gegen das USMCA-Abkommen verstoßen hätten. Kanada habe darauf nur mit eigenem gutem Recht reagiert, so Carney, der zugleich Gesprächsbereitschaft zur Beilegung des Streits signalisierte. Der Schritt reiht sich in einen längeren Handelskonflikt ein, nachdem Trump zuvor unter anderem auch wegen der Luftverschmutzung durch kanadische Waldbrände weitere Zölle angedroht hatte.

Offen bleiben die vollständige Warenliste, die wirtschaftlichen Folgen für beide Länder sowie die Frage, ob es vor dem 19. August noch zu einer Einigung oder zu kanadischen Gegenmaßnahmen kommt.

Was passiert ist

US-Präsident Donald Trump hat neue Zusatzzölle von 50 Prozent auf eine breite Palette kanadischer Waren verhängt. Nach Angaben des Weißen Hauses hat Trump dafür mehrere Proklamationen auf Grundlage von Section 338 des US-Zollgesetzes aus dem Jahr 1930 unterzeichnet – einer selten genutzten Rechtsvorschrift, die es US-Behörden erlaubt, gegen Länder mit als diskriminierend eingestuften Handelspraktiken vorzugehen. Die Zölle sollen laut Proklamation ab 0.01 Uhr Ortszeit am 19. August 2026 in Kraft treten. Betroffen sind Importe im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar, als Beispiele werden Wein, Hockeyschläger und Zement genannt.

Was die Quellen zeigen

Das Fact Sheet des Weißen Hauses sowie eine Stellungnahme von US-Handelsbeauftragtem Jamieson Greer bestätigen den Vorgang aus erster Hand: Die Maßnahme richte sich gegen eine aus US-Sicht diskriminierende Behandlung amerikanischer Produkte aus den Bereichen Automobil, Alkohol und Molkerei durch Kanada. Bemerkenswert ist, dass die neuen Zölle laut Weißem Haus auch Waren treffen, die eigentlich unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko (USMCA) fallen – bislang waren solche Waren von Trumps umfangreichen Zollmaßnahmen weitgehend ausgenommen. Ausgenommen von den neuen Zöllen bleiben laut Weißem Haus unter anderem Energieprodukte, Kalisalz, bereits mit branchenspezifischen Section-232-Zöllen belegte Waren sowie etwa Fisch und kritische Mineralien.

Kanadas Reaktion

Kanadas Premierminister Mark Carney hat die US-Vorwürfe umgehend zurückgewiesen. Es handle sich um den jüngsten Schritt in einer Reihe einseitiger US-Handelsmaßnahmen, die damit begonnen hätten, dass Washington unter Verstoß gegen das USMCA-Abkommen bereits zuvor Zölle verhängt habe. Kanada habe darauf lediglich mit eigenen Gegenmaßnahmen reagiert, so Carney. Zugleich betonte er, seine Regierung habe bereits Vorschläge zur Beilegung der Streitigkeiten unterbreitet und sei bereit, entsprechende Gespräche zu intensivieren. Der neue Zollschritt reiht sich damit in einen länger andauernden Handelskonflikt zwischen den beiden Nachbarländern ein, zu dem laut Berichten zuletzt auch ein Streit um die durch Waldbrände verursachte Luftverschmutzung in den USA gehörte.

Was unklar bleibt

Eine vollständige, im Detail eingesehene Liste aller rund 400 betroffenen Warengruppen liegt nicht vor, ebenso wenig eine unabhängige wirtschaftliche Folgenabschätzung für Kanada und die USA. Offen ist zudem, wie Kanada konkret reagieren wird – etwa mit eigenen Gegenzöllen – und ob es vor dem geplanten Inkrafttreten am 19. August 2026 noch zu Verhandlungen oder einer Einigung kommt. Auch eine juristische Einordnung, ob die Anwendung der Rechtsvorschrift von 1930 nach dem früheren Urteil des Obersten Gerichtshofs zu Trumps Zollpolitik Bestand haben wird, liegt bislang nicht vor.

Einordnung

Der Schritt markiert eine Eskalation im seit Längerem schwelenden Handelsstreit zwischen den USA und Kanada. Trump hatte nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs, das ihm die Nutzung eines Notstandsgesetzes für breit angelegte Zölle untersagte, nach alternativen rechtlichen Wegen gesucht, um Handelspartner unter Druck zu setzen. Mit dem Rückgriff auf die selten angewandte Section-338-Regelung von 1930 und dem erstmaligen Einbeziehen von USMCA-Waren geht Trump nun über bisherige Zollmaßnahmen gegen Kanada hinaus. Wie tragfähig diese Rechtsgrundlage ist und wie Kanada wirtschaftlich und politisch reagiert, bleibt vorerst offen.