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Der Gebäudesektor gilt laut einer internationalen Studie, an der auch die TU Graz beteiligt gewesen sein soll, als bedeutender Faktor für die Treibhausgasemissionen in Europa. Laut einem Bericht des ORF könnten die Emissionen bis 2050 um bis zu 90 Prozent sinken, unter anderem wenn die Wohnfläche pro Person um rund zwei Quadratmeter verringert würde.

Der ORF-Bericht nennt den Grazer Forscher Nicolas Alaux, der im Rahmen seiner Dissertation ein Computerprogramm zur Lebenszyklusberechnung von Gebäudeemissionen entwickelt haben soll. Als Strategie wird demnach nicht der emissionsarme Neubau am Stadtrand empfohlen, sondern die Nutzung bestehender Leerstände.

Offen bleibt, wer die Studie sonst noch durchführte, wo und wann sie veröffentlicht wurde und ob sie ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen hat. Eine eigene Stellungnahme der TU Graz oder ein Link zur Originalarbeit liegen nicht vor, weshalb die Angaben vorerst allein auf der ORF-Berichterstattung beruhen.

Was passiert ist

Laut einem Bericht des ORF hat eine internationale Studie, an der auch die TU Graz beteiligt gewesen sein soll, Strategien zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor untersucht. Der Gebäudesektor gilt demnach als einer der bedeutenden Emissionsquellen in Europa. Als zentrales Ergebnis wird genannt, dass sich die Emissionen bis zum Jahr 2050 um bis zu 90 Prozent reduzieren ließen, wenn unter anderem die Wohnfläche pro Person um rund zwei Quadratmeter sinkt.

Was die Quellen zeigen

Der ORF-Bericht nennt den Grazer Forscher Nicolas Alaux, der im Rahmen seiner Dissertation ein Computerprogramm zur Lebenszyklusberechnung von Gebäudeemissionen entwickelt haben soll. Damit ließen sich offenbar Emissionen über die gesamte Nutzungsdauer eines Gebäudes hinweg abschätzen. Als Handlungsempfehlung wird angeführt, dass emissionsarme Neubauten am Stadtrand nicht zwingend die umweltfreundlichste Lösung seien — stattdessen wird die Nutzung bestehender Leerstände als bessere Strategie dargestellt.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, welche weiteren Forschungseinrichtungen und Länder an der als „international“ bezeichneten Studie beteiligt waren. Auch Veröffentlichungsdatum, Publikationsort oder Fachjournal sowie der Peer-Review-Status der Arbeit sind aus der vorliegenden Berichterstattung nicht ersichtlich. Eine direkte Aussendung oder Stellungnahme der TU Graz zu den Ergebnissen liegt ebenfalls nicht vor, ebenso wenig ein Link zur Originalarbeit oder zum Konferenzpaper.

Einordnung

Der Gebäudesektor wird in der europäischen Klimapolitik regelmäßig als einer der größten Hebel für Emissionsreduktionen genannt, weshalb Forschungsergebnisse zu Wohnfläche und Sanierungsstrategien öffentlich relevant sind. Da hier aber ausschließlich eine einzige mediale Quelle — inhaltsgleich bei zwei ORF-Regionalseiten veröffentlicht — vorliegt und weder Originalstudie noch eine Stellungnahme der TU Graz eingesehen werden konnten, sind die genannten Zahlen und Zuschreibungen vorerst mit Vorsicht zu behandeln.