Uber hat Delivery Hero am 16. Juli 2026 ein Übernahmeangebot über 41,50 Euro je Aktie vorgelegt, das Transaktionsvolumen wird mit rund 12,7 Milliarden Euro beziehungsweise 14,8 Milliarden US-Dollar Eigenkapitalwert beziffert. Großaktionär Prosus hat zugesagt, seinen rund 17-Prozent-Anteil einzubringen; zusammen mit Ubers bereits gehaltenem Bestand soll die Zustimmung damit über 53 Prozent liegen. Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero unterstützen den Deal laut übereinstimmenden Medienberichten und über Suche eingesehenen Auszügen der offiziellen Uber-Mitteilung, wonach das kombinierte Geschäft künftig in rund 99 Märkten mit einem addierten Buchungsvolumen von rund 236 Milliarden US-Dollar (2025) aktiv sein soll.
Für Österreich relevant: Delivery Hero verkauft sein Geschäft in 14 Ländern – darunter Österreich mit der Marke Foodora sowie unter anderem Tschechien, Griechenland, Spanien, Polen und die Türkei – separat an die US-Investmentgesellschaft SSW Partners für rund 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro/US-Dollar. Ob Uber Eats deshalb vorerst nicht eigenständig nach Österreich kommt, wie ein einzelner Bericht andeutet, ist nicht abschließend verifiziert. Uber soll außerdem zugesagt haben, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin zu erhalten und die Belegschaft dort bis mindestens 2029 nicht zu verändern.
Offen bleiben unter anderem der genaue Ablauf der kartellrechtlichen Prüfung – Medienanalysen verweisen auf Geschäftsüberlappungen in rund 22 Ländern und eine frühere EU-Kartellstrafe gegen Delivery Hero und Glovo aus dem Juni 2025 –, der Zeitplan bis zum für das zweite Halbjahr 2027 avisierten Abschluss sowie die Folgen für Beschäftigte in Österreich und Berlin.
Was passiert ist
Der US-Fahrdienst- und Lieferkonzern Uber hat den Aktionärinnen und Aktionären von Delivery Hero am 16. Juli 2026 ein Übernahmeangebot vorgelegt. Laut übereinstimmenden Berichten von ORF, Der Standard, Die Presse, Kurier, Heise, Golem und dem internationalen Wirtschaftsmedium TechCrunch bietet Uber 41,50 Euro je Delivery-Hero-Aktie in bar, was das Transaktionsvolumen auf rund 12,7 Milliarden Euro beziffert. Über Suchergebnisse eingesehene Auszüge der offiziellen Uber-Investorenmitteilung sowie einer bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Form-8-K-Meldung nennen dafür einen Eigenkapitalwert von 14,8 Milliarden US-Dollar beziehungsweise, unter Berücksichtigung von Uber bereits gehaltener Anteile, 13,7 Milliarden US-Dollar. Delivery Heros Großaktionär Prosus hat sich demnach unwiderruflich verpflichtet, seinen Anteil von rund 17 Prozent in das Angebot einzubringen. Zusammen mit dem Anteil, den Uber laut Medienanalysen bereits vor der Ankündigung hielt (rund 36 bis 37 Prozent inklusive Derivate), soll damit ein zugesagter Bestand von über 53 Prozent stehen. Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero unterstützen den Zusammenschluss laut den vorliegenden Quellen einstimmig und wollen den Aktionären die Annahme empfehlen. Bedingung für den Vollzug ist, dass Uber insgesamt mehr als 50 Prozent der Anteile einsammelt.
Der Österreich-Bezug: Foodora geht an SSW Partners
Für österreichische Nutzerinnen und Nutzer ist ein Nebenaspekt des Deals besonders relevant: Delivery Hero verkauft laut mehreren Berichten sein Geschäft in 14 Ländern – darunter Österreich mit der Marke Foodora – separat an die US-Investmentgesellschaft SSW Partners. Genannt werden dafür je nach Quelle rund 1,4 Milliarden Euro beziehungsweise umgerechnet rund 1,6 Milliarden US-Dollar. Zu dem Länderpaket sollen laut den vorliegenden Quellen neben Österreich auch Tschechien, Griechenland, Rumänien, Spanien, Zypern, Norwegen, Schweden, Polen, Portugal, Moldau, Chile, Ecuador und die Türkei (Marke Yemeksepeti) zählen – also gerade jene Märkte, in denen sich die Geschäfte von Delivery Hero und Uber Eats bereits überschneiden. Ein Bericht des Portals exxpress.at deutet zudem an, dass Uber Eats wegen dieses Verkaufs vorerst nicht als eigenständiger Dienst in den österreichischen Markt eintreten dürfte – diese Einschätzung stammt bislang aber nur aus einer einzelnen Quelle und ist nicht abschließend verifiziert.
Was die Quellen zeigen
Die Kernzahlen – Angebotspreis von 41,50 Euro je Aktie, Transaktionsvolumen von rund 12,7 Milliarden Euro beziehungsweise 14,8 Milliarden US-Dollar sowie die Zustimmung von Prosus – werden von allen ausgewerteten Medien übereinstimmend berichtet und decken sich mit über Suche eingesehenen Auszügen der offiziellen Uber-Mitteilung und der SEC-Meldung. Dort ist zudem von einer Ausweitung des kombinierten Geschäfts auf rund 99 Märkte mit einem addierten Buchungsvolumen (Gross Bookings) von rund 236 Milliarden US-Dollar für 2025 die Rede, sowie von einem Synergieziel von über 1,2 Milliarden US-Dollar jährlich innerhalb von 18 Monaten nach Abschluss. Diese Angaben stammen jedoch aus Suchausschnitten, nicht aus einem vollständig abgerufenen Originaldokument, weshalb sie hier als „laut vorliegenden Quellen“ und nicht als abschließend geprüfte Primärquelleninhalte gelten. Uber soll zudem zugesagt haben, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin zu erhalten und die dortige Belegschaft bis mindestens 2029 nicht zu verändern; das wird inzwischen von mehreren unabhängigen deutschen Medien, darunter dem Tagesspiegel, übereinstimmend berichtet.
Kartellrechtliche Risiken im Hintergrund
Mehrere Medienanalysen weisen darauf hin, dass sich die Geschäfte von Uber und Delivery Hero in rund 22 Ländern überschneiden, davon neun in Europa – ein Umstand, der aus Sicht dieser Quellen umfassende kartellrechtliche Prüfungen erwarten lässt. Als Hintergrund wird dabei angeführt, dass die EU-Kommission Delivery Hero und den Lieferdienst Glovo bereits im Juni 2025 wegen wettbewerbswidriger Absprachen – unter anderem Marktaufteilung und Verzicht auf gegenseitige Personalabwerbung – mit rund 329 Millionen Euro belegt habe. Diese Einordnung stammt bislang aus einer einzelnen medialen Analyse und nicht aus einer direkt gelesenen Entscheidung einer Wettbewerbsbehörde zur aktuellen Übernahme; sie wird hier deshalb vorsichtig als Hintergrundinformation und nicht als gesicherter Fakt zur laufenden Prüfung wiedergegeben. Der geplante Verkauf des Foodora-Pakets an SSW Partners wird von Beobachtern als möglicher Baustein gewertet, um genau solche Überlappungen vorab zu entschärfen – eine offizielle Bestätigung dieser Einschätzung durch Wettbewerbsbehörden liegt aber nicht vor.
Was unklar bleibt
Offen ist weiterhin, wie sich die kartellrechtliche Prüfung in den betroffenen Ländern im Detail gestaltet und ob der für das zweite Halbjahr 2027 avisierte Abschluss der Transaktion hält – diese Zeitangabe stützt sich bislang nur auf Medienberichte, nicht auf einen vollständig gelesenen Primärquellentext. Unklar ist auch, wie sich der Verkauf des Foodora-Geschäfts in Österreich konkret auf Beschäftigte, Fahrerinnen und Fahrer sowie Kundinnen und Kunden auswirkt – dazu liegen bislang keine Stellungnahmen von Arbeitnehmervertretungen vor. Ebenso wenig lässt sich aus den vorliegenden Quellen abschließend klären, ob und wann Uber Eats als eigene Marke in Österreich aktiv werden könnte. Auch die genaue Rolle der früheren EU-Kartellstrafe gegen Delivery Hero und Glovo für die aktuelle Prüfung ist aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend zu beantworten.
Einordnung
Der Deal reiht sich in eine Serie von Konsolidierungen in der Plattformökonomie für Mobilität und Lieferdienste ein, in der große Anbieter zunehmend versuchen, Marktanteile zu bündeln statt in jedem Land parallel zu konkurrieren. Die parallele Ausgliederung von 14 Märkten an SSW Partners zeigt dabei, wie stark kartellrechtliche Überlegungen die Struktur solcher Deals inzwischen prägen – gerade weil die EU-Kommission Delivery Hero in der Vergangenheit bereits wegen wettbewerbswidriger Marktaufteilung sanktioniert hat, laut vorliegenden Medienanalysen. Für Österreich bedeutet die Aufteilung in ein Uber/Delivery-Hero-Kerngeschäft einerseits und ein SSW-Partners-Portfolio andererseits vorerst vor allem, dass sich die Eigentümerstruktur hinter der bekannten Foodora-Marke ändert, ohne dass sich daraus schon konkrete Folgen für den Alltag von Kundinnen und Kunden ableiten ließen.


