Bei russischen Luftangriffen in der Nacht auf 27. September 2026 sind in der Ukraine nach Angaben ukrainischer Behörden mindestens fünf Menschen getötet worden. Betroffen waren die Region Saporischschja mit drei Toten, die Hauptstadt Kiew mit einem Todesopfer sowie die Region Odessa mit einem weiteren Toten. In Kiew wurden zudem eine Frau und zwei 16-Jährige verletzt, 16 Gebäude beschädigt.
DER STANDARD, ORF und Kleine Zeitung berichteten unabhängig voneinander über die Gesamtzahl von fünf Toten; die genaue Aufschlüsselung nach Regionen stützt sich dagegen auf einzelne ukrainische Amtsträger, eine russische Stellungnahme fehlt. Präsident Selenskyj bezifferte die russischen Angriffe der Vorwoche zusätzlich auf mehr als 2200 Kampfdrohnen – eine unabhängige Überprüfung dieser Zahl liegt nicht vor.
Zeitgleich trafen in New York am Rande der UN-Generalversammlung erstmals seit Kriegsbeginn die Außenminister Russlands und Deutschlands, Sergej Lawrow und Johann Wadephul, zusammen. Wadephul forderte Russland zur Abkehr vom Konfrontationskurs auf, Lawrow zeigte sich nach dem Gespräch abschätzig und sah keinen Fortschritt.
Was passiert ist
Bei russischen Luftangriffen in der Nacht auf Sonntag, den 27. September 2026, sind in der Ukraine nach Angaben ukrainischer Behörden mindestens fünf Menschen getötet worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie mehrere Regionalverantwortliche meldeten Angriffe auf die südliche Region Saporischschja, auf die Hauptstadt Kiew und auf die Region Odessa am Schwarzen Meer. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete zudem von Verletzten in der Hauptstadt, darunter eine Frau und zwei 16-Jährige, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Nach Angaben der Kiewer Stadtverwaltung wurden 16 Gebäude beschädigt, darunter zwölf Wohnhäuser sowie ein Lager und eine Produktionsstätte. Die Regionalverwaltung Odessa sprach von Schäden an einem Wohngebäude, einer medizinischen Einrichtung, einem Hotel, einem Geschäft und einem Getreidelager.
Was die Quellen zeigen
DER STANDARD, ORF und die Kleine Zeitung berichteten am 27. und 28. September unabhängig voneinander über die Angriffswelle und die Gesamtzahl von fünf Toten; diese Kernzahl gilt damit als von mehreren Medien getragen. Die Aufschlüsselung nach Orten – drei Tote in Saporischschja, ein Todesopfer in Kiew, ein weiteres in der Region Odessa – geht dagegen auf einzelne ukrainische Amtsträger zurück, namentlich Selenskyj, den Odessaer Regionalgouverneur Oleh Kiper und die Kiewer Stadtverwaltung; eine russische Stellungnahme zu den Angriffen liegt nicht vor. Selenskyj bezifferte die russischen Angriffe der vergangenen Woche zudem auf mehr als 2200 reichweitenstarke Kampfdrohnen, dazu mehr als 1600 Gleitbomben sowie 38 ballistische Raketen und Marschflugkörper; die Aussage wurde von der Nachrichtenagentur dpa-AFX verbreitet, eine unabhängige Überprüfung der Zahlen liegt jedoch nicht vor.
Das Treffen in New York
Am Rande der UN-Generalversammlung trafen in New York erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs die Außenminister Russlands und Deutschlands, Sergej Lawrow und Johann Wadephul, zu einem Gespräch zusammen. Wadephul sprach im Anschluss von einem „intensiven Gespräch“ und forderte Russland auf, von seinem Konfrontationskurs gegenüber Deutschland, Europa und der Nato abzurücken; eine Rückkehr zu konstruktiveren Beziehungen setze ein Ende des Kriegs gegen die Ukraine voraus. Lawrow äußerte sich nach dem rund 20-minütigen Gespräch abschätzig und sah nach eigener Darstellung keinen Fortschritt.
Was unklar bleibt
Offen ist, ob und wie Russland auf die ukrainischen Angaben zu den Angriffen vom 27. September reagiert – eine russische Stellungnahme fehlt bislang. Ebenso unklar ist, wie belastbar Selenskyjs Angabe von mehr als 2200 Kampfdrohnen in der Vorwoche ist, da eine unabhängige Prüfung dieser Zahl nicht vorliegt. Zum Gespräch zwischen Lawrow und Wadephul liegen über die öffentlichen Stellungnahmen beider Seiten hinaus bislang keine näheren Angaben zu Gesprächsinhalten oder möglichen nächsten Schritten vor.
Einordnung
Die Angriffe vom 27. September reihen sich in eine Serie russischer Luftschläge auf ukrainische Städte ein, über die „Neue Nachrichten“ in den vergangenen Wochen wiederholt berichtet hat – etwa über die Angriffswelle Ende August mit Dutzenden Toten in der Region Kiew und über wiederkehrende Attacken auf Saporischschja und Odessa im Juli und August. Das Treffen zwischen Lawrow und Wadephul fällt in eine Phase, in der es zwischen Moskau und Berlin nach übereinstimmenden Berichten kaum direkte diplomatische Kontakte auf Ministerebene gegeben hatte.
