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Die Vereinten Nationen warnen vor einem Wiederaufflammen der weltweiten HIV-Epidemie. Die UN-Organisation UNAIDS teilte dies zum Auftakt der Internationalen Aids-Konferenz in Rio de Janeiro mit: Die internationalen Mittel zur HIV-Bekämpfung sind binnen eines Jahres um 18 Prozent auf 7,3 Milliarden US-Dollar gesunken – der niedrigste Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Weltweit hätten sich im vergangenen Jahr rund 1,2 Millionen Menschen neu mit HIV infiziert.

Als Hauptursache nennen die Berichte Kürzungen durch die USA, die zuvor rund drei Viertel der internationalen HIV-Hilfen gestellt hatten. Präsident Donald Trump hatte die Zahlungen nach seinem Amtsantritt im Jänner 2025 zunächst komplett eingefroren; lebensrettende Maßnahmen wurden später wieder aufgenommen, die meisten Präventionsprogramme blieben aber gestrichen. Besonders betroffen sind Staaten südlich der Sahara, wo laut nationalen Daten die PrEP-Nutzung in Kamerun, Nigeria und Sambia um mehr als die Hälfte zurückging.

UNAIDS sieht das Ziel gefährdet, Aids bis 2030 als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit zu beseitigen. Offen bleibt, wie belastbar einzelne nationale Zahlen sind und wie die US-Regierung ihre Kürzungen begründet – eine Gegendarstellung dazu liegt bislang nicht vor.

Was passiert ist

Die Vereinten Nationen warnen vor einem Wiederaufflammen der weltweiten HIV-Epidemie. Die UN-Organisation UNAIDS teilte dies zum Auftakt der 26. Internationalen Aids-Konferenz in Rio de Janeiro mit, die von 27. bis 31. Juli 2026 stattfindet. Anlass ist ein Sonderbericht, wonach drastische Einschnitte bei den internationalen Finanzmitteln die über Jahrzehnte erzielten Fortschritte im Kampf gegen HIV zunichtezumachen drohen.

Was die Zahlen zeigen

Laut UNAIDS sind die internationalen Mittel zur HIV-Bekämpfung binnen eines Jahres um 18 Prozent auf 7,3 Milliarden US-Dollar gesunken – der niedrigste Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Da manche Länder den Wegfall der Auslandshilfen durch höhere nationale Ausgaben teilweise ausgleichen konnten, fielen die weltweiten Gesamtmittel zur HIV-Bekämpfung insgesamt weniger stark, nämlich um rund sechs Prozent. UNAIDS zufolge infizierten sich im vergangenen Jahr weltweit rund 1,2 Millionen Menschen neu mit HIV.

Ursache: Kürzungen der USA

Als Hauptgrund für den Rückgang nennen die Berichte Kürzungen durch die USA, die zuvor rund 75 Prozent der internationalen HIV-Hilfen bereitgestellt hatten. Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Jänner 2025 hatte Präsident Donald Trump die Zahlungen zunächst vollständig eingefroren. Kurz darauf wurden zwar lebensrettende Maßnahmen wieder aufgenommen, die meisten Präventionsprogramme blieben laut den vorliegenden Berichten jedoch gestrichen. Eine eigene Begründung der US-Regierung für diesen Schritt liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Folgen vor Ort

Besonders betroffen sind laut UNAIDS Staaten südlich der Sahara, auf die etwa die Hälfte der weltweiten Neuinfektionen entfällt und in denen rund 80 Prozent der Präventionsmittel aus internationaler Hilfe stammten. Dort kamen Präventionsmaßnahmen weitgehend zum Erliegen. In Kamerun, Nigeria und Sambia ging die Zahl der Menschen, die eine medikamentöse HIV-Prophylaxe (PrEP) erhalten, nationalen Daten zufolge um mehr als 50 Prozent zurück. Welche Methodik diesen nationalen Zahlen jeweils zugrunde liegt, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, auf welcher Datenbasis die Angabe von rund 1,2 Millionen Neuinfektionen genau beruht und wie belastbar die einzelnen nationalen PrEP-Zahlen aus Kamerun, Nigeria und Sambia sind. Auch eine Stellungnahme der US-Regierung zur Begründung der Kürzungen liegt bislang nicht vor. Unklar ist zudem, ob und in welchem Umfang andere Geberländer im Rahmen der laufenden Aids-Konferenz in Rio de Janeiro zusätzliche Mittel zusagen, um die entstandene Lücke zu schließen.

Einordnung

UNAIDS bezeichnet das globale Ziel, Aids bis 2030 als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit zu beseitigen, als gefährdet, sollte kein erneutes finanzielles Engagement erfolgen. Die vorliegende Berichterstattung stützt sich dabei ausschließlich auf die Einschätzung von UNAIDS und darauf aufbauende Agenturmeldungen; eine unabhängige Gegendarstellung, etwa der US-Regierung, fehlt bislang vollständig.