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In Österreich wurden im ersten Halbjahr 2026 laut Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) 21.718 neue Unternehmen gegründet, ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark fiel der Anstieg in Tirol aus: Dort gab es mit 1.930 Neugründungen ein Plus von 13,7 Prozent – deutlich mehr als im Bundesschnitt. Die Zahlen wurden von mehreren voneinander unabhängigen Medien übereinstimmend berichtet.

Die meisten Betriebe entstanden in Gewerbe und Handwerk, gefolgt von Information/Consulting und Handel. 82,6 Prozent der Gründungen waren Einzelunternehmen, 42,5 Prozent davon von Frauen; das Durchschnittsalter der Gründerinnen und Gründer lag bei 36,6 Jahren. Hauptmotive waren der Wunsch, eigener Chef zu sein, und eine flexiblere Zeitgestaltung.

Die Wirtschaftskammer wertet die Entwicklung als anhaltenden „Gründerboom“ und fordert Bürokratieabbau, etwa einen digitalen One-Stop-Shop sowie einen steuerlichen Beteiligungsfreibetrag. Diese Einschätzung und die Forderungen stammen jedoch ausschließlich von der Kammer selbst; eine unabhängige Einordnung der Zahlen oder eine Reaktion der Politik liegt bislang nicht vor.

Was passiert ist

In Österreich wurden im ersten Halbjahr 2026 21.718 neue Unternehmen gegründet – um 4,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl geht auf Angaben der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zurück und wurde von mehreren Medien unabhängig voneinander berichtet, darunter Die Presse, die sich dabei auch auf eine APA-Meldung stützt, sowie der Kurier.

Besonders ausgeprägt fiel der Zuwachs in Tirol aus: Dort wagten 1.930 Menschen den Schritt in die Selbständigkeit, ein Plus von 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum – fast drei Mal so stark wie der Bundesschnitt. Das geht aus einer eigenen Aussendung der Tiroler Wirtschaftskammer hervor, über die tirol.ORF.at berichtete.

Wer gründet und in welchen Branchen

Die meisten neuen Betriebe entstanden laut WKÖ in den Sparten Gewerbe und Handwerk (37,8 Prozent), gefolgt von Information und Consulting (23,4 Prozent) sowie dem Handel (22,9 Prozent). Der überwiegende Teil der Gründungen – 82,6 Prozent – erfolgte als Einzelunternehmen, davon wurden 42,5 Prozent von Frauen ins Leben gerufen.

Das Durchschnittsalter der Gründerinnen und Gründer lag bei 36,6 Jahren, wobei die Kammer vor allem bei jüngeren Altersgruppen Zuwächse verzeichnete. Die Chefinnen und Chefs neu gegründeter Firmen sind demnach überwiegend zwischen 30 und 40 Jahre alt.

Motive und Forderungen der Wirtschaftskammer

Als Hauptmotive für den Schritt in die Selbständigkeit nannten Befragte einer WKÖ-Umfrage in erster Linie den Wunsch, eigener Chef beziehungsweise eigene Chefin zu sein (67,9 Prozent) sowie eine flexiblere und selbstbestimmtere Zeit- und Lebensgestaltung (67,6 Prozent). Mehr als 40 Prozent der Gründerinnen und Gründer starteten zunächst nebenberuflich.

Angesichts der aus ihrer Sicht anhaltend hohen Gründungsbereitschaft sieht die Wirtschaftskammer weiterhin Hürden durch Bürokratie. WKÖ-Präsidentin Martha Schultz wird mit den Worten zitiert, die Gründungsbereitschaft sei da, nun müssten die Rahmenbedingungen Schritt halten. Konkret fordert die Kammer einen zentralen digitalen „One-Stop-Shop“ für sämtliche gewerbliche Gründungsverfahren sowie einen steuerlichen Beteiligungsfreibetrag, durch den private Beteiligungen an Unternehmensgründungen bis zu 100.000 Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren absetzbar wären.

Was unklar bleibt

Die vorliegenden Berichte beruhen ausschließlich auf einer Darstellung der Wirtschaftskammer als Interessenvertretung der Gründerinnen und Gründer; eine amtliche Statistik-Austria-Auswertung oder eine unabhängige wirtschaftspolitische Einordnung der Zahlen liegt in den gesichteten Quellen nicht vor. Offen bleibt daher, ob der Anstieg vor allem konjunkturelle Dynamik oder auch Ausweichreaktionen auf einen angespannten Arbeitsmarkt widerspiegelt, wie sich Österreich damit im europäischen oder historischen Vergleich schlägt, und ob bzw. wann die von der WKÖ geforderten Maßnahmen – One-Stop-Shop und Beteiligungsfreibetrag – politisch tatsächlich umgesetzt werden. Auch zur langfristigen Überlebensrate der neu gegründeten Betriebe liegen keine Angaben vor.

Einordnung

Die Kernzahlen – Gesamtzahl der Gründungen, prozentualer Anstieg auf Bundes- und Tiroler Ebene sowie die Branchen- und Demografiedaten – gelten als gut belegt, weil sie aus einer eigenen Aussendung der Wirtschaftskammer stammen und von mehreren voneinander unabhängigen Medien übereinstimmend wiedergegeben wurden. Weniger gesichert ist die Bewertung des Trends: Sowohl die Einschätzung als „Gründerboom“ als auch die daraus abgeleiteten politischen Forderungen kommen ausschließlich von der WKÖ selbst, ohne dass Regierung, Opposition oder unabhängige Ökonominnen und Ökonomen in den vorliegenden Quellen zu Wort kommen.