Das US-Repräsentantenhaus hat den „Sunshine Protection Act“ mit 308 zu 117 Stimmen angenommen. Das Gesetz soll die halbjährliche Zeitumstellung abschaffen und die USA dauerhaft auf die aktuell von März bis November geltende Sommerzeit stellen. Präsident Donald Trump unterstützt das Vorhaben, das nun im Senat entschieden werden muss – dessen Ausgang laut Berichten als ungewiss gilt, da es parteiübergreifend Vorbehalte gibt.
Ein vergleichbarer Versuch war in den USA bereits 1974/75 gescheitert: Nach anfänglicher Zustimmung kippte die Stimmung wegen dunkler Wintermorgen, und der Testlauf wurde vorzeitig beendet. Bundesstaaten wie Arizona und Hawaii sowie das Territorium Puerto Rico verzichten schon jetzt auf die Zeitumstellung; wie eine mögliche Ausnahmeregelung im neuen Gesetz konkret aussehen würde, ist noch offen.
Auch in Europa wird seit Jahren über ein Ende der Zeitumstellung diskutiert, ohne dass sich die EU-Staaten auf eine gemeinsame Zeitregelung einigen konnten. Umfragen deuten auf eine gewisse Präferenz für dauerhafte Sommerzeit auch in Österreich hin, konkrete, verifizierte Zahlen dazu liegen jedoch nicht vor.
Was passiert ist
Das Repräsentantenhaus des US-Kongresses hat laut übereinstimmenden Medienberichten und einer Mitteilung des zuständigen Ausschusses für Energie und Handel am 14. Juli 2026 mit 308 zu 117 Stimmen für den „Sunshine Protection Act“ gestimmt. Der Gesetzentwurf sieht vor, die halbjährliche Zeitumstellung in den USA abzuschaffen und das Land dauerhaft auf jene Zeit zu stellen, die derzeit von Anfang März bis Anfang November als Sommerzeit gilt. Präsident Donald Trump hat sich laut mehreren Quellen wiederholt für ein Ende der Zeitumstellung ausgesprochen und unterstützt das Vorhaben.
Was die Quellen zeigen
Nach vorliegenden Berichten stimmte die Abstimmung parteiübergreifend aus: Ein Teil der demokratischen Abgeordneten stimmte zu, während laut Berichten 22 republikanische Abgeordnete dagegen votierten. Die demokratische Fraktionsführung im Repräsentantenhaus soll sich gegen den Entwurf ausgesprochen haben, was allerdings nur über Medienberichte und nicht aus einer direkt eingesehenen Stellungnahme vorliegt. Der Entwurf geht nun an den Senat. Mehrere Quellen beschreiben dessen Ausgang als ungewiss, da es dort parteiübergreifend Vorbehalte gebe. Eine Umsetzung würde nach vorliegenden Angaben nicht automatisch für alle Bundesstaaten und Territorien gelten – Arizona, Hawaii und Puerto Rico verzichten bereits jetzt auf die Zeitumstellung und dürften nach bisherigem Kenntnisstand auch von der Neuregelung ausgenommen bleiben oder ein Opt-out nutzen können. Details zur genauen Ausgestaltung dieser Ausnahmeregelung liegen derzeit nicht vor.
Historischer Kontext
Ein ähnlicher Anlauf ist in den USA bereits einmal gescheitert: 1974 wurde im Zuge der Energiekrise testweise für eineinhalb Jahre eine ganzjährige Sommerzeit eingeführt. Der Versuch wurde jedoch schon im Oktober desselben Jahres vorzeitig wieder beendet, nachdem die anfängliche breite Zustimmung in der Bevölkerung rasch in Ablehnung umgeschlagen war. Ausschlaggebend waren vor allem Sicherheitsbedenken wegen dunkler Wintermorgen, unter anderem im Zusammenhang mit Schulkindern auf dem Schulweg. Auch der erhoffte Energiespareffekt blieb laut damaligen Untersuchungen aus.
Europäischer Vergleich und Einordnung
Die Debatte über eine Abschaffung der Zeitumstellung ist auch in Europa nicht neu. Das EU-Parlament stimmte bereits 2019 dafür, die halbjährliche Umstellung zu beenden, eine gemeinsame Umsetzung scheiterte bislang jedoch daran, dass sich die Mitgliedstaaten nicht auf eine einheitliche Dauerzeit – Sommer- oder Winterzeit – einigen konnten. Umfragen deuten laut vorliegenden Quellen darauf hin, dass auch in Österreich eine Mehrheit eine dauerhafte Sommerzeit gegenüber der bisherigen Umstellung bevorzugen würde; genaue, aktuelle Erhebungsdaten dazu liegen aber nicht in verifizierter Form vor. Sollten die USA künftig dauerhaft auf Sommerzeit wechseln, während die EU weiterhin zwischen Sommer- und Winterzeit wechselt, würde sich der Zeitunterschied zwischen beiden Räumen je nach Jahreszeit verändern – konkrete Folgen dafür sind derzeit nicht Teil der vorliegenden Berichterstattung.
Was unklar bleibt
Offen ist vor allem, ob und wann der Senat über den Entwurf abstimmt und ob sich dort eine Mehrheit findet – Berichte sprechen hier von Skepsis in beiden großen Parteien. Ebenfalls unklar bleibt die genaue technische und rechtliche Ausgestaltung möglicher Ausnahmen für einzelne Bundesstaaten. Die in der Berichterstattung kolportierten Umfragewerte zur Stimmung in Österreich ließen sich mit den vorliegenden Quellen nicht auf eine konkrete, datierte Erhebung zurückführen und werden daher hier bewusst vorsichtig wiedergegeben.


