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Paweł Pawlikowskis Film „Vaterland“ läuft seit 3. September 2026 in österreichischen Kinos, nach einer Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes im Mai desselben Jahres. Der 82-minütige Schwarzweißfilm erzählt von Thomas Manns Rückkehr nach Deutschland im Sommer 1949, 16 Jahre nach seiner Emigration, anlässlich der Verleihung zweier Goethe-Preise. Pawlikowski, der 2015 mit „Ida“ den Auslands-Oscar gewann, nimmt sich dabei künstlerische Freiheiten: Tochter Erika Mann, gespielt von Sandra Hüller, wird zur fiktiven Begleiterin ihres Vaters, gespielt von Hanns Zischler, und der Suizid von Sohn Klaus Mann wird zeitlich in die Reise verlegt.

Österreichische Kulturredaktionen loben übereinstimmend vor allem Hüllers Darstellung sowie die atmosphärische Umsetzung der zerbombten Nachkriegslandschaft, unter deren Oberfläche die Widersprüche der deutschen Nachkriegsgesellschaft sichtbar würden. Einzelne zugespitzte Szenen, etwa eine Konfrontation mit Gustaf Gründgens oder mit Wagner-Nachkommen, werden als plakativer beschrieben als der übrige, eher suggestive Film.

Offen bleibt nach vorliegender Quellenlage, welche genaue Auszeichnung der Film in Cannes erhielt und wie er in internationaler Fachkritik jenseits der deutschsprachigen Berichterstattung eingeordnet wird.

Was passiert ist

Der neue Film des polnischen Regisseurs Paweł Pawlikowski läuft seit 3. September 2026 in österreichischen Kinos. „Vaterland“ (im englischsprachigen Original „Fatherland“) hatte bereits im Mai 2026 seine Premiere in der Hauptkonkurrenz der Filmfestspiele von Cannes gefeiert, bevor er nun regulär im deutschsprachigen Kinoprogramm anläuft. Pawlikowski gilt als etablierter Name des europäischen Autorenkinos: 2015 nahm er als Regisseur von „Ida“ den Oscar für den besten fremdsprachigen Film entgegen.

Worum es geht

Der in Schwarzweiß gedrehte, rund 82 Minuten lange Film erzählt von der Rückkehr Thomas Manns nach Deutschland im Sommer 1949 – 16 Jahre nach seiner Emigration kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme. Anlass der historisch verbürgten Reise war die Verleihung zweier Goethe-Preise in Frankfurt am Main und Weimar. Pawlikowski nimmt sich dabei künstlerische Freiheiten: Er macht Tochter Erika Mann zur fiktiven Begleiterin ihres Vaters auf dieser Reise und verlegt den Suizid von Sohn Klaus Mann, der sich real einige Monate zuvor ereignet hatte, in die erzählte Reisezeit. Sandra Hüller spielt Erika Mann, Hanns Zischler übernimmt die Rolle von Thomas Mann, in einer weiteren Rolle ist Joachim Meyerhoff als Gustaf Gründgens zu sehen.

Was die Kritiken zeigen

Mehrere österreichische Kulturredaktionen haben den Film besprochen. Übereinstimmend hervorgehoben wird die Leistung von Sandra Hüller, die als unterstützende, ihrem Vater aber auch widersprechende Tochter im Zentrum der Handlung steht. Eine Kritik beschreibt den Grundton des Films als von der gefassten Reaktion Thomas Manns auf die Nachricht vom Tod seines Sohnes geprägt, während Erika als eigentliches erzählerisches Zentrum fungiere. Genannt werden auch einzelne zugespitzte Szenen, etwa eine Ohrfeige Erikas für den als „Mitläufer“ dargestellten Gustaf Gründgens, sowie eine Konfrontation Thomas Manns mit Wagner-Nachkommen. Der eigentliche Reiz des Films liege aber, so eine der Kritiken, weniger in solchen zugespitzten Momenten als in der atmosphärischen Suggestion der zerbombten Nachkriegsstädte und der darunter brodelnden Widersprüche der deutschen Nachkriegsgesellschaft.

Was unklar bleibt

Aus den vorliegenden Quellen lässt sich nicht abschließend klären, welche genaue Auszeichnung der Film bei den Filmfestspielen von Cannes erhalten hat – ein ergänzend recherchierter Filmlexikon-Eintrag nennt eine Auszeichnung als bester Regisseur, dies wurde jedoch nicht durch eine zweite unabhängige Quelle bestätigt. Ebenso offen ist, wie internationale Fachkritik jenseits der hier ausgewerteten deutschsprachigen Besprechungen den Film einordnet, und wie Historikerinnen und Historiker die dramaturgischen Freiheiten Pawlikowskis im Verhältnis zu den belegten Ereignissen von 1949 bewerten.

Einordnung

„Vaterland“ reiht sich in Pawlikowskis wiederkehrende Beschäftigung mit der Zeit des Zweiten Weltkriegs und seiner Nachwirkungen ein, die bereits seine vorangegangenen Schwarzweißfilme „Ida“ und „Cold War“ prägte. Dass der Titel im Deutschen wie im Englischen historisch belastet ist, wird in einer der Kritiken ausdrücklich thematisiert. Der Film bewegt sich damit bewusst im Spannungsfeld zwischen literarischer Familiengeschichte und der Auseinandersetzung mit deutscher NS-Vergangenheit – ohne dass die vorliegenden Quellen Hinweise auf eine kontroverse öffentliche Debatte um den Film in Österreich liefern.