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Bei den bis 12. September laufenden 83. Filmfestspielen von Venedig haben Aktivistinnen gegen die geringe Zahl an Regisseurinnen im Wettbewerb um den Goldenen Löwen protestiert. Am 5. September demonstrierten sie mit Fächern vor dem Palazzo del Cinema unter den Hashtags #SoloUna und #Oneisnotenough. Anlass: Von 21 Wettbewerbsfilmen stammen nur zwei von Frauen.

Auch Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal übte bei der Eröffnungs-Pressekonferenz Kritik und sprach von einem „systemischen Problem“, wonach es für Frauen deutlich schwieriger sei, Finanzierung für ihre Filme zu bekommen. Festivaldirektor Alberto Barbera wies Vorwürfe der Voreingenommenheit zurück, hatte aber im Juli erklärt, die Qualität der Einreichungen von Regisseurinnen sei nicht ausreichend gewesen – eine Aussage, die bereits damals einen offenen Brief italienischer Branchenverbände ausgelöst hatte.

Ursprünglich war „Woman Unknown“ von May El-Toukhy der einzige Wettbewerbsfilm einer Frau; die nachträglich aufgenommene Dokumentation „Naza“ von Rachel Szor und Yuval Abraham verbesserte das Verhältnis geringfügig. Wer die Protestaktion organisierte und was der offene Brief konkret fordert, ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.

Was passiert ist

Bei den 83. Filmfestspielen von Venedig haben Aktivistinnen gegen die geringe Zahl an Regisseurinnen im Wettbewerb um den Goldenen Löwen protestiert. Am Samstag, den 5. September, demonstrierten sie mit Fächern vor dem Palazzo del Cinema am Lido, wo das noch bis 12. September laufende Festival seinen zentralen Schauplatz hat. Die Aktion stand unter den Hashtags #SoloUna und #Oneisnotenough – zu Deutsch etwa „Nur eine“ beziehungsweise „Eine ist nicht genug“. Anlass ist die Zusammensetzung des diesjährigen Wettbewerbs: Von 21 Filmen, die um die höchste Auszeichnung des Festivals konkurrieren, stammen nur zwei von Regisseurinnen.

Kritik der Jury-Präsidentin

Auch aus dem Festival selbst kam Kritik an diesem Verhältnis. Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal, US-Schauspielerin und Filmemacherin, sprach bei einer Pressekonferenz zur Festivaleröffnung von einem „systemischen Problem“. Für Frauen sei es „viel schwieriger“, eine Finanzierung für ihre Filme zu bekommen, sagte sie. Gyllenhaal warf zudem die Frage auf, ob Themen, die Frauen aufgrund anderer Lebenserfahrungen bewegen, generell seltener als „große Kunst“ anerkannt würden – und wer eigentlich entscheide, was als künstlerisch wertvoll gelte.

Die Position des Festivals

Festivaldirektor Alberto Barbera wies bei derselben Pressekonferenz Vorwürfe der Voreingenommenheit zurück und erklärte, die diesjährige Filmauswahl sei „ohne Vorurteile“ getroffen worden. Bereits im Juli hatte er bei der Bekanntgabe der Wettbewerbsfilme gesagt, die Qualität der Einreichungen von Regisseurinnen sei „nicht ausreichend“ gewesen, um sie in den Wettbewerb aufzunehmen. Diese Aussage hatte damals für Kritik gesorgt und einen offenen Brief italienischer Branchenverbände ausgelöst, dessen genauer Inhalt aus den vorliegenden Quellen aber nicht hervorgeht.

Zahlen und Kontext

Ursprünglich war der dänisch-ägyptischen Regisseurin May El-Toukhy mit „Woman Unknown“ der einzige Wettbewerbsfilm einer Frau unter den zunächst 20 nominierten Werken. Die nachträgliche Aufnahme der Gaza-Dokumentation „Naza“ verbesserte das Geschlechterverhältnis geringfügig: Bei diesem Film führte die israelische Filmemacherin Rachel Szor gemeinsam mit Yuval Abraham Regie, dessen frühere gemeinsame Arbeit „No Other Land“ 2025 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet worden war. Das Festival selbst startete mit prominenter Besetzung: Eröffnungsfilm war „Ink“ von Danny Boyle über den Medienunternehmer Rupert Murdoch, und der US-Schauspieler und Regisseur George Clooney wurde für sein Lebenswerk geehrt.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, welche Gruppen oder Einzelpersonen die Protestaktion am Lido organisiert haben und wie groß die Beteiligung war. Auch der genaue Inhalt und die Forderungen des offenen Briefs italienischer Branchenverbände an Barbera sind aus den vorliegenden Berichten nicht ersichtlich. Wie sich der Frauenanteil im Venedig-Wettbewerb im mehrjährigen Vergleich entwickelt hat, lässt sich aus dem aktuellen Berichtsstand ebenfalls nicht ableiten. Eine Stellungnahme der Festivalleitung über die bereits zitierten Aussagen Barberas hinaus liegt nicht vor.