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Eine Boeing 787-9 von Vietnam Airlines ist am 15. August 2026 am Flughafen München beim Start über das Ende der Startbahn hinausgeschossen und konnte im letzten Moment abheben. Laut einem Zwischenbericht der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) wurden Sekunden nach der Startfreigabe die Bremspedale getreten und durchgehend gehalten, bevor der Copilot manuell den Schub erhöhte. Heck und Fahrwerk kollidierten mit rund 20 Landebahn-Lampen, Rumpf und vier Reifen wurden beschädigt. An Bord befanden sich fast 290 Menschen, verletzt wurde niemand.

Die vierköpfige Cockpit-Besatzung entschied, den Weiterflug nach Vietnam abzubrechen, ließ 62 Tonnen Kerosin ab und landete nach zwei Kontrollüberflügen sicher, wobei es zu einer Rauchentwicklung am Fahrwerk, aber keinem Brand kam. Ob ein Pilotenfehler oder ein technischer Defekt die Bremsung auslöste, ist laut BFU noch offen; ein Abschlussbericht mit Ursachenbewertung wird erst in rund einem Jahr erwartet. Zwei Tage später kam es auf derselben Piste zu einem weiteren Zwischenfall mit einer Lufthansa-A380, wie bereits berichtet.

Was passiert ist

Eine Boeing 787-9 von Vietnam Airlines ist am 15. August 2026 am Flughafen München beim Start über das Ende der Startbahn hinausgeschossen und konnte erst im allerletzten Moment abheben. An Bord befanden sich einem Zwischenbericht der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) zufolge fast 290 Menschen. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand, das Flugzeug nahm jedoch Schäden an Rumpf und Fahrwerk.

Was der BFU-Zwischenbericht zeigt

Nach Angaben der BFU erhielt die Maschine um 13.55 Uhr die Startfreigabe. Kurz darauf wurde der Startlauf aktiviert – und Sekunden später wurden die Bremspedale getreten und durchgehend gehalten. Erst kurz vor dem Abheben erhöhte der Copilot den Triebwerksschub manuell, sodass das Flugzeug doch noch abhob, dabei aber über die Startbahn hinausschoss und auf das Gras dahinter geriet. Heck und Fahrwerk kollidierten mit rund 20 Lampen des Pistenbeleuchtungssystems, der Rumpf wurde beschädigt, nach der Landung wurden zudem Schäden an vier Reifen festgestellt. Ein BFU-Sprecher betonte, der Zwischenbericht enthalte eine reine Sachverhaltsdarstellung ohne Bewertung der Unfallursache.

Wie es nach dem Vorfall weiterging

Im Cockpit saßen dem Bericht zufolge vier Piloten, wobei einer von ihnen während des Fluges den Platz des für den Start verantwortlichen Kollegen übernahm. Die Besatzung entschied sich, den ursprünglich geplanten Weiterflug nach Vietnam abzubrechen. In Absprache mit der Flugsicherung wurden rund 62 Tonnen Kerosin abgelassen, weil das voll betankte Flugzeug für eine sichere Landung zu schwer gewesen wäre. Anschließend flog die Maschine zweimal mit ausgefahrenem Hauptfahrwerk am Flughafen vorbei, damit das Bodenpersonal eine Sichtprüfung vornehmen konnte. Bei der folgenden Landung kam es laut BFU zu einer Rauchentwicklung am Hauptfahrwerk, ein Brand wurde jedoch nicht festgestellt.

Was unklar bleibt

Ob die durchgehende Bremsbetätigung auf einen Pilotenfehler oder auf einen technischen Defekt zurückgeht, ist nach dem aktuellen Stand nicht geklärt. Die BFU hat Teile der Bremsanlage sichergestellt, um sie genauer zu untersuchen. Eine Bewertung und Analyse der Unfallursache soll erst im Abschlussbericht folgen, der voraussichtlich rund ein Jahr nach dem Vorfall vorliegt. Auch eine Stellungnahme von Vietnam Airlines selbst liegt in den ausgewerteten Quellen bislang nicht vor.

Einordnung

Der Vorfall reiht sich in eine Serie kritischer Ereignisse auf derselben Münchner Piste ein: Wie berichtet setzte rund zwei Tage später auch eine Lufthansa-A380 auf derselben Bahn vor der Landebahnschwelle auf und beschädigte dabei die Pistenbeleuchtung – auch dort läuft eine BFU-Untersuchung. Ob zwischen beiden Vorfällen ein systemischer Zusammenhang besteht, etwa mit dem Zustand der Anlage oder den Betriebsbedingungen am Flughafen, ist derzeit offen und Gegenstand keiner der beiden bislang bekannten Zwischenberichte.