Die Amtsübergabe an der Spitze des Bundesheeres ist vollzogen: Harald Vodosek hat am 29. September 2026 bei einem Festakt in der Wiener Maria-Theresien-Kaserne offiziell das Amt des Generalstabschefs übernommen, sein Vorgänger Rudolf Striedinger wurde bei derselben Zeremonie in den Ruhestand verabschiedet. Damit ist das Datum geklärt, das im bisherigen Bericht zu dieser Personalentscheidung noch offen war. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner würdigte Striedingers Amtszeit, die in bewegten Zeiten zwischen Corona-Pandemie und russischem Angriffskrieg begonnen hatte, und äußerte Vertrauen in Vodosek.
Vodosek selbst nutzte seine Antrittsrede für eine klare sicherheitspolitische Ansage: Der Krieg sei „auf den Kontinent zurückgekehrt“, die Neutralität biete „kein Schutzschild“, sondern verlange den Willen, das Eigene zu schützen. Auch Bundeskanzler Christian Stocker sprach bei der Zeremonie von einer veränderten Welt, die „Stabilität, Klarheit und Führung“ erfordere, und stellte eine Erhöhung des Verteidigungsbudgets auf zwei Prozent des BIP sowie eine Stärkung der Miliz im Rahmen des „Aufbauplan 2032+“ in Aussicht – ohne dafür laut den vorliegenden Berichten einen konkreten Zeitplan zu nennen.
Offen bleiben weiterhin die Namen der fünf im Auswahlverfahren unterlegenen Bewerber, eine eigene Stellungnahme Striedingers zu seinem Abschied sowie mögliche Reaktionen von Opposition oder Personalvertretung des Bundesheeres.
Der Festakt: Datum und Ort stehen nun fest
Harald Vodosek hat die Funktion des Generalstabschefs des Österreichischen Bundesheeres offiziell übernommen. Die Kommandoübergabe fand am Dienstag, dem 29. September 2026, im Rahmen eines Festakts in der Wiener Maria-Theresien-Kaserne statt. Bei derselben Zeremonie wurde sein Vorgänger Rudolf Striedinger in den Ruhestand verabschiedet.
Wie im bisherigen Bericht zu dieser Personalentscheidung dargestellt, war Vodosek bereits als Nachfolger Striedingers benannt worden, wobei zu diesem Zeitpunkt weder das genaue Datum der Übergabe noch eigene Wortmeldungen der Beteiligten vorlagen. Beides ist mit dem Festakt nun bekannt: Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) würdigte laut übereinstimmenden Berichten von Die Presse und Kurier Striedingers Amtszeit, die in „durchaus bewegten Zeiten“ – nach der Corona-Pandemie und vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine – begonnen habe. Sie hob dessen „unnachgiebige, ruhige Art“ und seine Loyalität hervor und zeigte sich überzeugt, dass Vodosek der neuen Aufgabe gerecht werde.
Vodosek: „Der Krieg ist auf den Kontinent zurückgekehrt“
In seiner Antrittsrede dankte Vodosek Tanner für das entgegengebrachte Vertrauen und bezeichnete den Tag als „Augenblick der Dankbarkeit und tiefer Demut“. Inhaltlich schlug er sicherheitspolitisch deutliche Töne an: Der Krieg sei „auf den Kontinent zurückgekehrt“, die österreichische Neutralität biete „kein Schutzschild“, sondern verlange den Willen, „das Eigene zu schützen“. Sicherheit müsse zudem breiter gedacht werden, im Sinn einer „umfassenden Landesverteidigung“.
Damit positioniert sich der neue Generalstabschef von Beginn an klar zur sicherheitspolitischen Lage – eine Einschätzung, die zu den bereits vor der Übergabe kursierenden Beschreibungen Vodoseks als sicherheitspolitisch versierte Führungsfigur passt, wie sie auch die Parteiaussendung des ÖVP-Wehrsprechers Friedrich Ofenauer betont, der Vodosek „hohe Expertise“ und einen „sicherheitspolitischen Überblick“ aus dessen bisheriger Funktion als Nationaler Rüstungsdirektor attestierte.
Kanzler Stocker stellt höheres Verteidigungsbudget in Aussicht
Auch Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) nutzte den Festakt für eine sicherheitspolitische Standortbestimmung. Die Welt verändere sich „in einem Tempo“, das Unsicherheit erzeuge; ein „Zurück in die Vergangenheit“ gebe es nicht. Das Bundesheer müsse seine Verteidigungsfähigkeiten den neuen Bedrohungslagen anpassen, dafür brauche es „Stabilität, Klarheit und Führung“. Die Regierung werde die nötige Unterstützung bereitstellen – Stocker verwies dabei laut den Berichten auf die Absicht, das Verteidigungsbudget auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, sowie auf den unter Striedinger und dessen Stellvertreter Bruno Hofbauer entwickelten „Aufbauplan 2032+“ und eine geplante Stärkung der Miliz.
Ein konkreter Zeitplan für die Zwei-Prozent-Marke wurde bei dem Festakt laut den vorliegenden Quellen nicht genannt; es handelt sich um eine politische Absichtserklärung, keinen bereits beschlossenen Budgetakt.
Was weiterhin offen bleibt
Nicht beantwortet ist bislang, wer die fünf im Auswahlverfahren unterlegenen Bewerber waren. Auch eine eigene Stellungnahme Striedingers zu seinem Abschied liegt den vorliegenden Quellen zufolge nicht vor – berichtet wird nur, wie Tanner und Vodosek über ihn sprachen. Reaktionen von Oppositionsparteien oder der Personalvertretung des Bundesheeres auf die Personalentscheidung sind ebenfalls nicht dokumentiert, ebenso wenig ein Zeitplan für die von Stocker in Aussicht gestellte Budgeterhöhung.

