Der britische Energiekonzern BP verkauft sein österreichisches Tankstellen-, Flotten- und Ladeinfrastrukturgeschäft an das Schweizer Unternehmen Volenergy AG. Die Vereinbarung umfasst 250 BP-Tankstellen in Österreich, davon laut BP rund 115 im Konzerneigentum und franchise-betrieben. Die Standorte sollen nach Abschluss der Transaktion im Rahmen einer Markenlizenzvereinbarung weiterhin unter der Marke BP betrieben werden. Formal verkauft BP 100 Prozent der Anteile an der bp Retail Austria GmbH und trennt sich zudem von Beteiligungen an drei Gemeinschaftsunternehmen; Air bp und Castrol sind vom Deal ausgenommen.
BP begründet den Verkauf mit der Vereinfachung seines Portfolios und einer stärkeren Konzentration auf das Öl- und Gasgeschäft. Ähnliche Verkäufe gab es zuvor bereits in den Niederlanden, der Türkei und, schon 2022, in der Schweiz – dort war ebenfalls Volenergy der Käufer. Der Abschluss der aktuellen Transaktion wird bis Ende 2026 erwartet und steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Unabhängig davon hat der italienische Konzern Enilive in derselben Woche angekündigt, das Tankstellennetz Oil! vom britischen Konzern Prax zu übernehmen – eine separate Transaktion ohne Bezug zum Volenergy-BP-Geschäft.
Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Offen bleiben zudem mögliche Auswirkungen auf das Personal sowie eine eigenständige Einschätzung von Volenergy zu seinen Plänen für das österreichische Netz.
Was passiert ist
Der britische Energiekonzern BP verkauft sein österreichisches Tankstellen-, Flotten- und Ladeinfrastrukturgeschäft an das Schweizer Unternehmen Volenergy AG. Das teilte BP in einer eigenen Aussendung mit, über die auch ORF, Der Standard und der Kurier berichteten. Die Vereinbarung betrifft 250 BP-Tankstellen in Österreich sowie die zugehörige Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Formal handelt es sich um einen Anteilsverkauf: BP veräußert 100 Prozent der Anteile an der bp Retail Austria GmbH und trennt sich zugleich von seinen Beteiligungen an drei Gemeinschaftsunternehmen.
Was die Quellen zeigen
Laut der BP-Pressemitteilung sind von den 250 Standorten rund 115 im Eigentum des Konzerns und werden im Franchise-Modell betrieben, die übrigen laufen bereits heute über Partner. Neben dem Tankstellennetz und der Ladeinfrastruktur wechselt auch das Flottengeschäft von BP Austria zu Volenergy. Ausdrücklich nicht Teil des Deals sind das Luftfahrtgeschäft Air bp sowie die Schmierstoffmarke Castrol. Die Tankstellenstandorte sollen nach Abschluss der Transaktion im Rahmen einer Markenlizenzvereinbarung weiterhin unter der Marke BP auftreten. Zum Kaufpreis wurde in allen eingesehenen Quellen übereinstimmend Stillschweigen vermerkt. Der Vollzug des Verkaufs steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird bis Ende 2026 erwartet.
Einordnung
BP begründet den Schritt mit der Vereinfachung seines Portfolios: Der Konzern will Kosten senken und sich stärker auf sein Öl- und Gasgeschäft konzentrieren, anstatt selbst Tankstellennetze zu betreiben. Der Verkauf in Österreich reiht sich damit in eine Serie ähnlicher Transaktionen ein – BP hatte laut eigener Darstellung bereits sein Mobility- und Convenience-Geschäft in den Niederlanden und der Türkei sowie, schon 2022, in der Schweiz abgegeben. Käufer Volenergy AG ist Teil der Schweizer Volare Group AG mit Sitz in Suhr und war bereits beim Erwerb des Schweizer BP-Netzes 2022 involviert – das aktuelle Geschäft setzt also eine bestehende Geschäftsbeziehung zwischen beiden Unternehmen fort. Unabhängig davon hat in derselben Woche auch der italienische Konzern Enilive (Eni) den Erwerb des Tankstellenbetreibers Oil! vom britischen Energiekonzern Prax angekündigt – eine eigenständige Transaktion mit anderem Käufer und Verkäufer, die das Volenergy-BP-Geschäft nicht berührt.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, wie hoch der Kaufpreis tatsächlich ausfällt, da beide Seiten dazu Stillschweigen vereinbart haben. Ebenfalls nicht bekannt ist, welche Auswirkungen die Übernahme auf die Beschäftigten der bp Retail Austria GmbH hat und welche Behörde das Vorhaben in Österreich prüft. Eine eigenständige Stellungnahme von Volenergy zu ihren Plänen mit dem österreichischen Netz liegt bislang nicht vor – die verfügbaren Angaben zum Käufer stammen ausschließlich aus der BP-Mitteilung.

