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Vorarlberg ist einer Studie des Verkehrsministeriums zufolge das Bundesland mit dem höchsten Anteil an täglichen Radfahrerinnen und Radfahrern: 20 Prozent der Bevölkerung sind demnach täglich mit dem Rad unterwegs, österreichweit sind es nur neun Prozent. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wies auf die Studie „Aktive Mobilität 2026“ hin, zwei unabhängige Medienberichte bestätigen übereinstimmend diese zentrale Zahl.

Weitere Details stammen bislang nur aus einem der beiden gelesenen Berichte: Demnach ist Vorarlberg gemeinsam mit Salzburg auch das Bundesland mit der größten Begeisterung fürs Radfahren, zugleich soll dort die E-Bike-Nutzung mit 58 Prozent gegenüber 40 Prozent im Österreich-Schnitt am höchsten sein. Als möglicher Grund werden kurze Wege genannt: Mehr als die Hälfte der Vorarlberger Bevölkerung wohnt weniger als fünf Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt. Ein VCÖ-Experte sieht in besserer Radinfrastruktur einen Hebel gegen Pendlerstaus – eine Einschätzung der Interessenvertretung selbst.

Offen bleibt, wie die Studie im Volltext aussieht, welche Infrastrukturmaßnahmen den Vorarlberger Vorsprung konkret erklären und wie sich die Werte gegenüber der Erhebung 2023 entwickelt haben.

Was passiert ist

Vorarlberg ist einer aktuellen Studie zufolge das Bundesland, in dem am häufigsten mit dem Fahrrad gefahren wird. Grundlage ist die Studie „Aktive Mobilität 2026“ des Verkehrsministeriums, auf die der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Freitag hinwies. Während österreichweit neun Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren täglich oder fast täglich mit dem Rad unterwegs sind, sind es in Vorarlberg mit 20 Prozent mehr als doppelt so viele. Die Kleine Zeitung bestätigt in einer eigenen Zusammenfassung dieselbe Größenordnung und ergänzt, dass österreichweit 28 Prozent zumindest mehrmals pro Woche und insgesamt 68 Prozent zumindest gelegentlich mit dem Fahrrad fahren.

Was die Quellen zeigen

Laut dem ORF-Bericht aus Vorarlberg fahren dort weitere 18 Prozent der Bevölkerung mehrmals wöchentlich, 16 Prozent mehrmals im Monat und 20 Prozent zumindest gelegentlich mit dem Rad – insgesamt ist damit rund drei Viertel der Vorarlberger Bevölkerung ab 16 Jahren zumindest gelegentlich mit dem Fahrrad unterwegs. Gemeinsam mit Salzburg soll Vorarlberg zudem jenes Bundesland sein, in dem mit 61 Prozent die meisten Menschen angeben, „sehr gerne“ Rad zu fahren – dieser Vergleich stammt aus einem separaten, uns nur dem Titel nach bekannten ORF-Salzburg-Artikel. Vorarlberg wird im ORF-Bericht außerdem als das Bundesland mit der höchsten E-Bike-Nutzung beschrieben: 58 Prozent der dortigen Radfahrerinnen und Radfahrer sind demnach bereits mehrmals mit einem Elektrofahrrad gefahren, österreichweit liegt dieser Wert bei 40 Prozent. Diese Detailwerte finden sich nur in einer der beiden gelesenen Quellen, die zentrale Aussage zur Vorreiterrolle Vorarlbergs beim täglichen Radfahren wird dagegen von zwei unabhängigen Medien getragen.

Einordnung

Die Studie bringt die hohe Radnutzung in Vorarlberg auch mit kurzen Wegen in Verbindung: Laut dem zitierten Ministeriumsbericht wohnen 52 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung weniger als fünf Kilometer von Arbeitsplatz oder Ausbildungsstätte entfernt, 72 Prozent weniger als zehn Kilometer – Distanzen, die sich bei entsprechender Infrastruktur gut mit dem Rad oder E-Bike zurücklegen lassen. VCÖ-Experte Michael Schwendinger wird mit der Einschätzung zitiert, dass bessere Radinfrastruktur und sicherere Bedingungen mehr Menschen zum Umstieg vom Auto aufs Fahrrad bewegen und dadurch insbesondere im Pendelverkehr Staus reduziert werden könnten. Diese Bewertung stammt von der Interessenvertretung VCÖ selbst und ist damit eine Parteistimme, keine unabhängige verkehrspolitische Analyse. Landesweit gehört das Fahrrad ohnehin zur Grundausstattung: In rund 78 Prozent der österreichischen Haushalte steht laut dem Bericht mindestens ein verkehrstüchtiges Rad zur Verfügung, in 56 Prozent sogar zwei oder mehr.

Was unklar bleibt

Weder die vollständige Studie „Aktive Mobilität 2026“ noch eine eigene Aussendung des VCÖ liegen uns im Volltext vor, sodass sich einzelne Angaben – etwa zur E-Bike-Quote oder zur Haushaltsausstattung – bislang nur auf einen einzigen Medienbericht stützen. Offen bleibt zudem, welche konkreten Infrastrukturmaßnahmen den Vorsprung Vorarlbergs erklären, wie sich die Werte im Vergleich zur Erhebung 2023 entwickelt haben und wie das Verkehrsministerium selbst die Ergebnisse der von ihm beauftragten Studie kommentiert.