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Der Leiter des Wiener Marktamts (MA 59), Andreas Kutheil, sah sich laut einem Bericht der Wochenzeitung „Falter“ vom 14. Juli 2026 zahlreichen Vorwürfen wegen Sexismus, Rassismus und Mobbing ausgesetzt. Kutheil leitete die Behörde seit 2018 und war laut Berichten für rund 220 Mitarbeiter verantwortlich; genannt werden unter anderem ein Vorfall bei einer Weihnachtsfeier (Berichte datieren diese uneinheitlich auf 2022 oder 2023) sowie eine Sammelbeschwerde von rund 20 Mitarbeitern, die von der Internen Revision der Stadt Wien geprüft wird. Am 16. Juli 2026 teilte die Magistratsdirektion mit, Kutheil habe sie um seine Enthebung „aus persönlichen Gründen“ ersucht; die Leitung übernimmt interimistisch sein bisheriger Stellvertreter Christian Seiringer. Am 22. Juli 2026 wurde bekannt, dass Kutheil zusätzlich in eine Abteilung ohne Kundenkontakt und Führungsaufgaben versetzt wurde – und dass auch sein bisheriger Stellvertreter in eine Abteilung ohne Führungsaufgaben versetzt wurde. Laut „Falter“ soll dieser über Schein-Accounts auf Facebook und Instagram positive Stimmung für das Marktamt gemacht haben, was gegen die Wiener Medien-Verordnung verstoßen würde; die Vorwürfe gegen ihn sollen laut Magistratsdirektion Ende Juni eingegangen sein, seither prüft die interne Revision „praktisch rund um die Uhr“. Gegen Kutheil wird zudem die Einleitung eines Disziplinarverfahrens geprüft. Mehrere vom ursprünglichen Berichtscluster unabhängige Medien nennen den versetzten Stellvertreter als Alexander Hengl – amtlich unbestätigt, und nach den vorliegenden Fakten wohl nicht identisch mit dem weiterhin amtierenden Interims-Leiter Seiringer.

Am 15. Juli 2026 hatte sich die Arbeitsrechtsexpertin Katharina Körber-Risak in der ZIB2 zur Rechtslage geäußert und laut übereinstimmenden Berichten von ORF und „Kurier“ auf Meldemöglichkeiten sowie eine mögliche Schadenersatzpflicht der Stadt Wien bei fortgesetzter Untätigkeit hingewiesen; laut Heute.at warnte sie zugleich, auch Betroffene könnten sich unter Umständen strafbar machen.

Am 21. Juli 2026 erhöhten Grüne und FPÖ zusätzlich den politischen Druck. Die Grünen (Peter Kraus) stellten eine schriftliche Anfrage an Bürgermeister Michael Ludwig und fordern laut Heute.at eine unabhängige Beschwerdestelle; gemeinsam mit Huemer und Malle sprachen sie von einer „Kultur des Wegschauens“ in der Causa MA59 und – separat berichtet – rund um WKW-Präsident Walter Ruck, dessen Rücktritt sie erneut forderten. Die FPÖ (Nepp, Krauss) beantragte eine Sondersitzung des Gemeinderats für voraussichtlich August sowie eine dringliche Anfrage für September; Nepp sprach von einem „Netz aus Machtmissbrauch“, Krauss brachte den zurückgetretenen Marktamtsleiter als angeblich „guten Freund“ Ludwigs damit in Verbindung und äußerte den unbelegten Verdacht verfälschter Besucherzahlen. Eine Reaktion Ludwigs liegt weiterhin nicht vor; ebenso wenig eine inhaltliche Stellungnahme Kutheils oder seines Stellvertreters.

Was passiert ist

Der Leiter des Wiener Marktamts (Magistratsabteilung 59), Andreas Kutheil, sah sich laut einem Bericht der Wochenzeitung „Falter“ vom 14. Juli 2026 zahlreichen Vorwürfen wegen Sexismus, Rassismus und Mobbing gegenüber Mitarbeitern der Behörde ausgesetzt. Kutheil leitete die für Markt- und Lebensmittelkontrolle zuständige Dienststelle seit seiner Bestellung Anfang 2018, also rund acht Jahre lang, und war laut Berichten für rund 220 Beschäftigte verantwortlich. Am 16. Juli 2026 – zwei Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe – teilte die Magistratsdirektion der Stadt Wien mit, dass Kutheil sie ersucht habe, ihn aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion zu entheben, und dass sie diesem Ersuchen nachgekommen sei. Die Abteilungsleitung übernimmt bis auf Weiteres interimistisch sein bisheriger Stellvertreter Christian Seiringer. Eine Woche später, am 21. Juli 2026, erhöhten die Wiener Grünen und die FPÖ den politischen Druck mit einer schriftlichen Anfrage an Bürgermeister Ludwig bzw. dem Antrag auf eine Sondersitzung des Gemeinderats. Am 22. Juli 2026 kam eine weitere Entwicklung hinzu: Laut übereinstimmenden Berichten von Der Standard, Die Presse und Kurier wurde nicht nur Kutheil zusätzlich zu seinem Rücktritt in eine andere Abteilung ohne Kundenkontakt und Führungsaufgaben versetzt, sondern auch sein bisheriger Stellvertreter – wegen des Verdachts, über Fake-Accounts in sozialen Netzwerken positive Stimmung für das Marktamt gemacht zu haben.

Der Rücktritt und die Versetzungen: was offiziell bekannt ist

Die Magistratsdirektion beschränkte ihre Mitteilung vom 16. Juli 2026 im Kern auf drei Punkte: Kutheil habe selbst um seine Enthebung „aus persönlichen Gründen“ ersucht; bis auf Weiteres übernehme interimistisch sein bisheriger Stellvertreter Christian Seiringer die Abteilungsleitung; und man werde den vorliegenden Informationen, Hinweisen und Vorwürfen im Rahmen laufender Prüfungen weiter nachgehen, wobei bis zum Ergebnis die Unschuldsvermutung gelte. Laut einer weiteren, von Der Standard und Die Presse zitierten Stellungnahme der Magistratsdirektion gegenüber der APA vom 22. Juli 2026 wurde Kutheil zusätzlich zu seinem Rücktritt von der Führungsfunktion in eine andere Abteilung ohne Kundenkontakt und ohne Führungsaufgaben versetzt. Auch sein bisheriger Stellvertreter wurde nun in eine andere Abteilung ohne Führungsaufgaben versetzt. Auf die konkreten Hintergründe dieser zweiten Versetzung ging die Magistratsdirektion in ihrer Aussendung nicht ein; laut Die Presse seien die aktuellen Vorwürfe gegen den Stellvertreter Ende Juni 2026 bei der Magistratsdirektion eingegangen, seit Anfang Juli 2026 prüfe die interne Revision den Fall „praktisch rund um die Uhr“. Gegen Kutheil selbst wird laut demselben Bericht derzeit die Einleitung eines Disziplinarverfahrens geprüft – eine Entscheidung darüber liegt uns nicht vor.

Neue Entwicklung: Vizechef wegen Fake-Account-Vorwürfen versetzt

Kern der neuen Vorwürfe gegen den Stellvertreter ist laut einem „Falter“-Bericht vom 22. Juli 2026 der Verdacht, er habe über mehrere Schein-Accounts auf Facebook und Instagram versucht, mit Statements wie „Die machen das super“ die öffentliche Meinung zugunsten des Marktamts und seines damaligen Chefs zu beeinflussen. Ein solches Vorgehen würde laut den vorliegenden Medienberichten gegen die Wiener Medien-Verordnung verstoßen, die öffentlichen Stellen eine eindeutige Kennzeichnung und Sachlichkeit vorschreibt. Bereits ein „Presse“-Bericht vom 15. Juli 2026 hatte gemeldet, dass sich die ursprünglichen Mobbing-Vorwürfe auch auf Kutheils Stellvertreter ausweiteten, ohne diesen namentlich zu nennen; der nun wegen der Fake-Account-Vorwürfe versetzte Stellvertreter dürfte nach den vorliegenden Quellen dieselbe Person betreffen. Mehrere vom ursprünglichen Berichtscluster unabhängige Medien – meinbezirk.at, 5min.at und ORF Wien – nennen diesen Stellvertreter namentlich als Alexander Hengl; eine offizielle Bestätigung dieses Namens durch die Stadt Wien liegt uns nicht vor, und keine der Quellen im engeren Berichtscluster zu diesem Update nennt ihn selbst beim Namen. Nach den vorliegenden Fakten – eine Versetzung ohne Führungsaufgaben einerseits, eine fortgesetzte interimistische Leitung andererseits – dürfte es sich bei diesem Alexander Hengl nicht um Christian Seiringer handeln, der weiterhin interimistisch die Leitung der MA 59 innehat; eine ausdrückliche offizielle Klärung dieses Verhältnisses fehlt aber. Die Vorwürfe rund um die Fake-Accounts sind bislang nicht unabhängig verifiziert und beruhen auf einer einzigen investigativen Recherche, die uns nicht im Volltext vorlag.

Was die Quellen zu den ursprünglichen Vorwürfen zeigen

Laut den vorliegenden Sekundärberichten über die „Falter“-Recherche wird unter anderem von einem Vorfall bei einer Weihnachtsfeier berichtet – Berichte datieren diesen uneinheitlich auf 2022 bzw. 2023 –, bei dem sich Kutheil minutenlang über das Verbot eines rassistischen Begriffs beschwert haben soll, während neben ihm eine Schwarze Mitarbeiterin stand. Weiters ist von einem Mitarbeiter die Rede, der nach Mobbing-Vorfällen mit Depressionen im Krankenstand sei, sowie von einer Mitarbeiterin, die nach einem Vorwurf sexueller Belästigung durch einen Kollegen von Kutheil als „schiach“ bezeichnet worden sein soll. Ein Personalvertreter spricht laut Berichten von „Aktenschränken voller Vorwürfe“. Eine Sammelbeschwerde von rund 20 Mitarbeitern wurde bzw. wird von der Internen Revision der Stadt Wien geprüft; laut einem „Presse“-Bericht vom 22. Juli 2026 wurden konkrete Vorfälle wie die genannte Weihnachtsfeier sowohl dem Unabhängigen Bedienstetenschutz (UBSB) als auch der Gewerkschaft younion gemeldet. Diese Angaben stammen sämtlich aus der ursprünglichen „Falter“-Recherche, die kostenpflichtig ist und uns nicht im Volltext vorlag.

Rechtliche Einordnung durch eine Expertin

In der ZIB2 vom 15. Juli 2026 kommentierte die Arbeitsrechtsexpertin Katharina Körber-Risak den Fall aus juristischer Sicht, ohne sich zu den konkreten Vorwürfen gegen Kutheil selbst zu äußern. Laut übereinstimmenden Berichten von ORF und „Kurier“ zeigte sie sich überrascht, dass Betroffene in derartigen Fällen offenbar häufig nicht den Rechtsweg suchen: Nach Meldung an Vorgesetzte, Dienstgebervertretung oder Betriebsrat stünden bei Erfolglosigkeit auch der Weg zu einem Anwalt, zur Arbeiterkammer oder zur Gleichbehandlungsanwaltschaft offen. Werde der Dienstgeber – hier die Stadt Wien – trotz dokumentierter Vorwürfe nicht tätig, mache er sich laut Körber-Risak selbst schadenersatzpflichtig; im Extremfall könne mangelnde Reaktion bis zur fristlosen Entlassung des Verantwortlichen führen. Laut einem separaten Bericht von Heute.at wies Körber-Risak zugleich darauf hin, dass sich unter Umständen auch Betroffene selbst strafbar machen könnten; der genaue Kontext blieb aus den vorliegenden Quellen unklar.

Reaktionen unmittelbar nach dem Rücktritt

Zur Einordnung: Für das Marktamt ist seit 2025 nicht mehr Ulli Sima (SPÖ) zuständig, sondern Vizebürgermeisterin und Stadträtin Bettina Emmerling (NEOS). Eine eigene öffentliche Stellungnahme Emmerlings zu den Vorwürfen, dem Rücktritt oder den nun bekannt gewordenen Versetzungen liegt laut den vorliegenden Quellen nicht vor. Politisch hatten sich in der ersten Phase zwei Oppositionsparteien zu Wort gemeldet: Die FPÖ Wien erklärte durch Landesparteiobmann Dominik Nepp, die Vorwürfe machten „fassungslos“, und machte Sima für ihre frühere Zuständigkeit politisch verantwortlich. Die Grünen Wien bezeichneten die Vorwürfe durch ihren Abgeordneten Georg Prack als „absolut untolerierbar“ und forderten eine unabhängige Untersuchung gegen Kutheil und seinen Stellvertreter. Beide Einschätzungen sind als politische Stellungnahmen von Oppositionsparteien zu werten, nicht als geprüfte Tatsachenfeststellungen.

Grüne und FPÖ erhöhen den Druck (21. Juli 2026)

Eine Woche nach Kutheils Rücktritt weiteten die Wiener Grünen und die FPÖ ihre Forderungen deutlich aus. Grünen-Vorsitzender Peter Kraus kündigte an, eine schriftliche Anfrage an Bürgermeister Michael Ludwig zu stellen, um zu klären, „wer, was, wann gewusst hat“; laut Heute.at fordern die Grünen zusätzlich eine unabhängige Beschwerdestelle für Bedienstete der Stadt Wien. In einer gemeinsamen Aussendung erklärten Kraus, Huemer und Malle, die Causa MA59 und die parallel diskutierten Vorwürfe gegen WKW-Präsidenten Walter Ruck offenbarten eine „unerträgliche Kultur des Wegschauens“ und Machtmissbrauch; die Grünen erneuerten dabei ihre bereits zuvor erhobene Rücktrittsforderung gegen Ruck.

Am selben Tag beantragte die Wiener FPÖ durch Dominik Nepp und Maximilian Krauss eine Sondersitzung des Gemeinderats, die laut „Presse“ und ORF Wien voraussichtlich noch im August stattfinden dürfte, mit Postenbesetzungen im Umfeld Rucks sowie den Marktamt-Vorwürfen auf der Tagesordnung. Für September plant die FPÖ zusätzlich eine dringliche Anfrage an Ludwig. Nepp sprach von einem „Netz aus Machtmissbrauch“ im Rathaus, Krauss ordnete auch den zurückgetretenen Marktamtsleiter als angeblich „guten Freund“ Ludwigs diesem Netzwerk zu und äußerte den – bislang unbestätigten – Verdacht, im Marktamt seien Besucherzahlen verfälscht an den Stadtrechnungshof übermittelt worden. Diese Einzelbehauptungen sind ausschließlich als parteipolitische Zuspitzung der Opposition zu werten; eine Reaktion Ludwigs liegt uns nicht vor.

Was unklar bleibt

Offen ist vor allem, wie die Interne Revision der Stadt Wien die Vorwürfe am Ende bewertet – gegen Kutheil ebenso wie gegen seinen Stellvertreter. Ob gegen Kutheil tatsächlich ein Disziplinarverfahren eingeleitet wird, ist trotz der nun bekannten Prüfung weiterhin offen. Zur Frage nach der Identität des interimistischen Leiters Christian Seiringer bringt das aktuelle Update zumindest eine Präzisierung: Da der wegen Fake-Account-Vorwürfen versetzte Stellvertreter ohne Führungsaufgaben abgezogen wurde, während Seiringer weiterhin interimistisch die Leitung innehat, dürften es zwei unterschiedliche Personen sein – zweifelsfrei belegt ist das aber nicht, da keine offizielle Quelle diese Unterscheidung ausdrücklich bestätigt. Auch der von mehreren Medien genannte Name Alexander Hengl für den versetzten Stellvertreter ist nicht amtlich bestätigt. Weiterhin ungeklärt sind das genaue Jahr der kolportierten Weihnachtsfeier (2022 oder 2023), das Ergebnis der von der FPÖ beantragten Sondersitzung im August, die Reaktion Bürgermeister Ludwigs auf die schriftliche Anfrage der Grünen sowie der Wahrheitsgehalt der FPÖ-Behauptungen zu Besucherzahlen und einer angeblichen persönlichen Nähe zwischen Kutheil und Ludwig. Da der ursprüngliche „Falter“-Artikel kostenpflichtig ist und uns nicht im Volltext vorlag, kennen wir weiterhin nur jene Details, die andere Medien daraus wiedergegeben haben.

Einordnung

Mit den Versetzungen sowohl Kutheils als auch seines bisherigen Stellvertreters zeichnet sich ab, dass die interne Revision der Stadt Wien über den ursprünglichen Rücktritt hinaus zu personellen Konsequenzen kommt – ein konkreterer Fortschritt als die bloße Ankündigung, man werde prüfen. Zugleich bleiben die Rücktritts- und Versetzungsbegründungen offiziell zurückhaltend: „persönliche Gründe“ bei Kutheil, keine Angabe konkreter Hintergründe beim Stellvertreter. Die neue Fake-Account-Vorwurfslage ist strukturell mit der ursprünglichen Mobbing-Recherche vergleichbar – beide gehen letztlich auf eine einzelne investigative Quelle zurück, die wir nicht selbst geprüft haben, und beide betreffen Personen, die sich bislang nicht öffentlich geäußert haben. Besonders vorsichtig zu behandeln bleiben der von Sekundärmedien außerhalb des engeren Berichtsclusters genannte Name des Stellvertreters sowie die neuen FPÖ-Einzelbehauptungen zu Besucherzahlen und einer persönlichen Freundschaft zwischen dem zurückgetretenen Marktamtsleiter und dem Bürgermeister: Für all das liegt uns keine Primärquelle oder amtliche Bestätigung vor. Da weder Kutheil noch sein Stellvertreter noch Ludwig sich bislang inhaltlich äußerten, bildet die Berichterstattung weiterhin überwiegend die Perspektive der Opposition und der Magistratsdirektions-Mitteilungen ab; eine ausgewogenere Einordnung wird erst nach Abschluss der internen Prüfung, einer Entscheidung über ein mögliches Disziplinarverfahren und der für August geplanten Sondersitzung möglich sein.