Die Zahl der in Österreich registrierten Schusswaffen ist binnen eines Jahres deutlich gestiegen. Im Zentralen Waffenregister waren am 1. September 2026 insgesamt 1.574.520 Schusswaffen erfasst, gegenüber 1.531.963 ein Jahr zuvor – ein Plus von 42.557. Das Innenministerium bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung „Der Standard“. Rund 278.000 Waffenbesitzkarten und knapp 72.800 Waffenpässe sind aktuell ausgestellt.
Auffällig ist, dass die Zahl der Waffenbesitzerinnen und -besitzer deutlich schwächer zunahm als jene der Waffen selbst: Je nach Quelle stieg sie von rund 378.000 auf rund 383.500 beziehungsweise auf „rund 380.000“ Personen. Der Trend fällt in eine Phase verschärften Waffenrechts, das nach dem Amoklauf am Grazer BORG Dreierschützengasse im Juni 2025 in zwei Stufen – Oktober 2025 und April 2026 – in Kraft trat, unter anderem mit angehobenen Mindestaltersgrenzen.
Offen bleibt, wie das Ministerium den Anstieg trotz der Verschärfung selbst erklärt, wie sich der Zuwachs auf Waffenkategorien verteilt und was der zugrunde liegende Bericht von „Der Standard“ im Detail zeigt. Eine unabhängige fachliche Einordnung der Zahlen liegt in den vorliegenden Quellen nicht vor.
Was passiert ist
Die Zahl der in Österreich registrierten Schusswaffen ist binnen eines Jahres deutlich gestiegen. Im Zentralen Waffenregister (ZWR) waren am 1. September 2026 insgesamt 1.574.520 Schusswaffen erfasst, ein Jahr zuvor waren es 1.531.963 – ein Plus von 42.557 Waffen. Das Innenministerium bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung „Der Standard“. Aktuell sind laut den berichteten Zahlen rund 278.000 Waffenbesitzkarten und knapp 72.800 Waffenpässe in Österreich ausgestellt.
Was die Zahlen zeigen
Auffällig ist, dass die Zahl der Waffenbesitzerinnen und -besitzer deutlich schwächer zunahm als die Zahl der Waffen selbst. ORF.at beziffert den Anstieg mit 378.255 auf 383.532 Personen, Die Presse rundet auf ein Plus von „knapp 5.000“ auf rund 380.000 Waffenbesitzer. Die Größenordnung ist damit über die Quellen hinweg konsistent, auch wenn die Rundungen leicht voneinander abweichen. Dass die Waffenzahl pro Kopf stärker steigt als die Zahl der Besitzer, deutet darauf hin, dass bestehende Waffenbesitzer verstärkt zusätzliche Waffen registrieren lassen, wird in den vorliegenden Quellen aber nicht weiter erklärt.
Hintergrund: verschärftes Waffenrecht
Der Anstieg ist laut den Berichten insofern bemerkenswert, als er in eine Phase verschärften Waffenrechts fällt. Nach dem Amoklauf am Grazer BORG Dreierschützengasse im Juni 2025 wurden die Vorschriften angepasst: Die ersten strengeren Regeln traten im Oktober 2025 in Kraft, die letzte Stufe erlangte im April 2026 Gesetzeskraft. Laut Die Presse wurde dabei unter anderem das Mindestalter für Waffen der Kategorie B – etwa Faustfeuerwaffen, Repetierflinten und halbautomatische Schusswaffen – von 21 auf 25 Jahre angehoben, jenes für Kategorie C von 18 auf 21 Jahre. Dieses Detail wird in den anderen Quellen des Clusters nicht wiederholt, weshalb es hier als weniger breit abgesichert gilt als die Kernzahlen zum Waffenregister.
Was unklar bleibt
Offen bleibt in den vorliegenden Quellen, wie das Innenministerium den fortgesetzten Anstieg trotz der Gesetzesverschärfung inhaltlich erklärt – über die reine Bestätigung der Zahlen hinaus wird keine Stellungnahme wiedergegeben. Ebenfalls unklar ist, wie sich der Zuwachs auf einzelne Waffenkategorien verteilt und ob es sich überwiegend um Neuanschaffungen oder um nachträgliche Registrierungen bereits vorhandener Waffen handelt. Der Originalbericht der Tageszeitung „Der Standard“, auf den sich alle Medien beziehen, liegt in den Cluster-Quellen nicht im Volltext vor. Auch fehlen unabhängige Einordnungen etwa von Sicherheitsforschung oder Kritikern des Gesetzes.
