Der Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien, direkt an der Grenze zu Deutschland, gilt als größter in der Geschichte des Landes und dauert auch am vierten Tag, dem 18. August, an. Das Feuer ist auch in der Nacht und am Vormittag nicht weiter Richtung deutsche Grenze vorgerückt: Laut einem Feuerwehrsprecher liegen die Flammen weiterhin rund zwei Kilometer von der Grenzstadt Monschau entfernt. Am Vorabend des 16. August waren rund 30 Bewohnerinnen und Bewohner von Monschau-Kalterherberg wegen möglicher starker Rauchbelastung vorübergehend andernorts untergebracht worden. Die deutsche Bundeswehr unterstützt weiterhin mit NH90-Hubschraubern aus der Luft. Neu ist, dass der Rauch mittlerweile auch in Köln, mehr als 100 Kilometer entfernt, für Geruchsbelästigung sorgt – die Kölner Feuerwehr gab aber Entwarnung für die Bevölkerung.
Belgischen Medienberichten zufolge war der Brand am Nachmittag des 18. August mit Ausnahme des Nordostteils der Hochmoore weitgehend eingegrenzt, insgesamt aber weiterhin nicht vollständig unter Kontrolle; ein drehender Nordwind trieb die Flammen zeitweise Richtung Südosten in ein Nadelwaldgebiet. Diese Angaben stammen bislang nur aus belgischen Quellen. Die verbrannte Fläche wird von belgischen und deutschen Medien inzwischen auf rund 2.700 bis 3.200 Hektar geschätzt, eine offizielle, konsolidierte Zahl fehlt weiterhin. Der bisherige belgische Rekordbrand von 2011 umfasste rund 1.400 Hektar. Ein separater, kleinerer Waldbrand im deutschen Hürtgenwald bei Düren – ein anderes Ereignis als der Brand im Hohen Venn – hat sich laut Berichten unterdessen weiter entspannt, offene Flammen gibt es dort nicht mehr.
Offen bleibt, wie groß die aktuell verbrannte Fläche im Hohen Venn exakt ist, was den Brand ausgelöst hat und wann die Löscharbeiten vollständig abgeschlossen sein werden. Ob es zu weiteren Evakuierungen kommt, hängt vom weiteren Wetter- und Windverlauf ab.
Was passiert ist
Der Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien, direkt an der Grenze zu Deutschland, beschäftigt die Einsatzkräfte auch am vierten Tag intensiv. Nach vorliegenden Quellen ist er der größte Flächenbrand in der Geschichte Belgiens. Bereits am Morgen des 17. August waren die Löschmaßnahmen bei Tageslicht wieder verstärkt worden, nachdem das Feuer in der Nacht nicht weiter vorgerückt war. Auch in der Nacht auf den 18. August und am Vormittag hat sich daran nichts geändert: Laut einem Feuerwehrsprecher hat sich das Feuer nicht weiter in Richtung der deutschen Grenze ausgebreitet, die Flammen liegen weiterhin rund zwei Kilometer von der Grenzstadt Monschau entfernt.
Lage an der Grenze zu Deutschland
Am Abend des 16. August waren rund 30 Bewohnerinnen und Bewohner des Monschauer Ortsteils Kalterherberg wegen einer möglichen starken Rauchbelastung vorübergehend andernorts untergebracht worden. Ein Übergreifen des Feuers auf deutsches Gebiet wurde bereits zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet – eine Einschätzung, die durch das ausbleibende Vorrücken der Flammen an Tag vier zumindest im Ergebnis bestätigt wird. Die deutsche Bundeswehr unterstützt die belgischen Einsatzkräfte weiterhin aus der Luft: Laut einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums sind zwei Transporthubschrauber vom Typ NH90 im Einsatz, die mit sogenannten Bambi-Buckets Löschwasser abwerfen. Der Einsatz war zunächst für rund eine Woche angesetzt.
Rauch bis Köln
Der Rauch des Brandes ist inzwischen weit über die unmittelbare Umgebung hinaus wahrnehmbar: Medienberichten zufolge sorgt er auch in Köln, mehr als 100 Kilometer vom Brandort entfernt, für Geruchsbelästigung. Die Kölner Feuerwehr sprach von einer großflächigen Geruchslage, gab aber Entwarnung – eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht.
Warum die Löscharbeiten schwierig sind
Der belgische Feuerwehrkommandant Luc Burette hatte die Bekämpfung bereits zuvor als besonders schwierig beschrieben: Der Untergrund des Hohen Venn bestehe größtenteils aus Torf, an der Oberfläche wachse Gras – eine Kombination, durch die sich Brände seinen Angaben zufolge rasch ausbreiten könne. Belgischen Medienberichten zufolge war der Brand am Nachmittag des 18. August mit Ausnahme des Nordostteils der Hochmoore weitgehend eingegrenzt, insgesamt aber weiterhin nicht vollständig unter Kontrolle. Ein drehender Nordwind habe die Flammen zeitweise Richtung Südosten in ein Nadelwaldgebiet getrieben, was die Lage zusätzlich erschwert habe. Diese Angaben stammen bislang ausschließlich aus belgischen Quellen und sind durch die österreichischen und deutschen Medien in diesem Cluster nicht unabhängig bestätigt.
Ausmaß und Vorgeschichte
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge war der Brand bereits um den 14. August ausgebrochen und hat seither eine für belgische Verhältnisse beispiellose Fläche erfasst. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten kursierten teils stark voneinander abweichende Flächenangaben; mittlerweile schätzen belgische und deutsche Medien die verbrannte Fläche auf rund 2.700 bis 3.200 Hektar. Eine konsolidierte, offizielle Zahl liegt weiterhin nicht vor. Der bislang größte bekannte Waldbrand in Belgien ereignete sich demnach 2011 und umfasste rund 1.400 Hektar.
Ein separater Brand im Hürtgenwald
In der Region gab es zusätzlich einen eigenständigen, kleineren Waldbrand auf deutscher Seite im Hürtgenwald bei Düren, der zeitlich in dieselben Tage fiel, aber ein anderes Ereignis als der Brand im Hohen Venn ist. Dort hat sich die Lage laut Medienberichten mittlerweile deutlich entspannt: Offene Flammen gebe es nicht mehr, es handle sich nur noch um Glutnester.
Was unklar bleibt
Offen ist weiterhin, wie groß die tatsächlich verbrannte Fläche im Hohen Venn derzeit exakt ist, wie die genaue Brandursache lautet und wann die Löscharbeiten vollständig abgeschlossen sein werden. Eine belastbare, aktuelle Gesamtbilanz der eingesetzten Kräfte und Fahrzeuge liegt aus den vorliegenden Quellen nicht vor. Ob es zu weiteren Evakuierungen auf deutscher oder belgischer Seite kommt, hängt vom weiteren Wetterverlauf, insbesondere vom Wind, und vom Fortschritt der Löscharbeiten ab.

