Der seit Dienstagmittag auf der griechischen Insel Paros wütende Waldbrand gilt laut einem von der Feuerwehr zitierten Sprecher inzwischen als weitgehend unter Kontrolle: Eine aktive Feuerfront ist praktisch nicht mehr vorhanden, eine vollständige Entwarnung steht wegen starken Windes aber noch aus. Zuvor waren über das Notfallsystem 112 insgesamt neun Ortschaften evakuiert worden, rund 66 Feuerwehrleute sowie zeitweise bis zu zwölf Flugzeuge und Hubschrauber standen im Einsatz.
Auf der Insel Kreta ist unterdessen ein separater, seit Mittwochmittag wütender Waldbrand nahe der Ortschaft Nea Krya Vrysi im südlichen Inselinneren ausgebrochen. Dabei kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben, deren Fahrzeug im dichten Rauch die Orientierung verlor und von den Flammen eingeschlossen wurde – ein Fakt, der von mehreren unabhängigen Medien übereinstimmend berichtet wird. Einzelnen, bislang nur einfach belegten Angaben zufolge ist die Feuerfront rund 15 Kilometer lang, mindestens fünf Ortschaften wurden evakuiert, und Löschflugzeuge sowie Hubschrauber mussten wegen zu starken Windes zeitweise abdrehen.
Rund um Madrid wurden Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen für 19 Ortschaften laut spanischem Innenministerium aufgehoben, tausende Menschen kehrten zurück – die Behörden warnen jedoch vor einer neuen, vierten Hitzewelle des Sommers bis Sonntag. Bei Bordeaux bereiten Hitze, Trockenheit und Wind den Löschkräften laut einem knappen Medienhinweis weiterhin Probleme, ohne dass neue Zahlen vorliegen. Offen bleiben insbesondere Ausmaß und Kontrollstatus des Kreta-Brandes, mögliche weitere Opfer, die endgültige Entwarnung für Paros sowie die Lage auf den übrigen griechischen Inseln mit zuvor hoher Warnstufe.
Was passiert ist
Auf der griechischen Kykladen-Insel Paros kämpfte die Feuerwehr seit Dienstagmittag gegen einen Waldbrand nahe einer Mülldeponie im Gebiet Kambi, der sich über Nacht ausbreitete und über das Notfall-Warnsystem 112 zur Evakuierung von insgesamt neun Ortschaften führte – darunter Agkairia, Trypiti, Aspro Chorio, Glyfa und Pyrgaki. Bewohnerinnen und Bewohner wurden angewiesen, sich zu den Stränden Aliki und Dryos in Sicherheit zu bringen. Nach einem Einsatz, der die ganze Nacht andauerte, gilt der Brand laut einem von der Feuerwehr zitierten Sprecher inzwischen als weitgehend eingedämmt: Eine aktive Feuerfront sei praktisch nicht mehr vorhanden, verbliebene kleinere Brandherde würden aber weiter beobachtet. Eine vollständige Entwarnung gibt es wegen weiterhin starken Windes in der Region noch nicht.
Parallel dazu meldeten griechische und internationale Medien einen neuen, davon unabhängigen Großbrand auf der Insel Kreta: Seit Mittwochmittag wütet ein Feuer in der Region der Ortschaft Nea Krya Vrysi im gebirgigen Hinterland im südlichen Teil der Insel. Dabei kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben – ihr Fahrzeug verlor im dichten Rauch die Orientierung und wurde von den Flammen eingeschlossen. Berichten zufolge soll die Feuerfront auf Kreta bereits rund 15 Kilometer lang sein, mindestens fünf Ortschaften wurden evakuiert.
Was die Quellen zeigen
Zum Verlauf auf Paros berichten österreichische, griechische und internationale Medien übereinstimmend: Rund 66 Feuerwehrleute waren im Einsatz, unterstützt von zeitweise bis zu zwölf Flugzeugen und Hubschraubern, wobei der Flugbetrieb laut ORF unter Berufung auf griechische Medien über Nacht unterbrochen war. Starker Wind erschwerte die Löscharbeiten zusätzlich. Die Meldung, dass der Brand nun weitgehend unter Kontrolle sei, stammt aus einem über die deutsche Presseagentur (dpa) verbreiteten Bericht, der sich auf eine Aussage eines Feuerwehrsprechers gegenüber dem Sender ERTNews stützt – eine direkt eingesehene Mitteilung der griechischen Feuerwehr liegt nicht vor.
Zum Brand auf Kreta liegen mehrere voneinander unabhängige Berichte vor – unter anderem von österreichischen, Schweizer, deutschen und US-amerikanischen Medien –, die im Kern übereinstimmend von zwei toten Feuerwehrleuten berichten. Detailangaben zu Ausmaß und Einsatz – etwa die rund 15 Kilometer lange Feuerfront, mindestens fünf evakuierte Ortschaften, mehr als 100 im Einsatz stehende Feuerwehrkräfte sowie vier Löschhubschrauber und vier Löschflugzeuge, die wegen zu starken Windes zeitweise abdrehen mussten – stammen bislang aus einer einzelnen Quelle und sind noch nicht durch weitere Berichte bestätigt.
Zu Spanien berichten mehrere Medien unter Berufung auf das spanische Innenministerium, dass rund um Madrid Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen für 19 Ortschaften aufgehoben wurden und tausende Menschen nach fast einer Woche zurückkehrten. Zugleich warnen die Behörden laut denselben Berichten vor einer beginnenden vierten Hitzewelle des Sommers, die bis Sonntag andauern und die Löscharbeiten in den kommenden Tagen erschweren dürfte. Zur Lage bei Bordeaux liegt nur ein knapper, unspezifischer Hinweis vor, wonach Hitze, Trockenheit und Wind den Löschkräften weiterhin Probleme bereiten – ohne neue Zahlen zu Fläche oder Evakuierten.
Einordnung
Der Fall Paros reiht sich weiterhin in eine Serie von Waldbränden ein, die seit Wochen weite Teile Griechenlands und Südeuropas betreffen. In mehreren griechischen Landesteilen galt zuletzt laut ORF unter Berufung auf die Zeitung „Kathimerini“ hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr, darunter Warnstufe vier auf Kreta sowie auf Lesbos, Chios, Samos, Ikaria und Psara. Dass nun ausgerechnet auf Kreta ein neuer, folgenschwerer Brand mit zwei Todesopfern ausgebrochen ist, fügt sich in dieses Bild einer angespannten Gesamtlage ein, auch wenn es sich um ein von Paros unabhängiges Ereignis handelt.
Wie bereits berichtet, kämpfen zeitgleich auch Frankreich und Spanien mit großflächigen Waldbränden und teils hunderttausenden Evakuierten – rund um Bordeaux/Gironde in Frankreich sowie rund um Madrid in Spanien. Die nun gemeldete Aufhebung der Evakuierungen für 19 Ortschaften rund um Madrid markiert dort eine erste Entspannung, relativiert durch die Warnung der Behörden vor einer neuen, vierten Hitzewelle des Sommers. Bei Bordeaux hält die angespannte Lage laut den vorliegenden Angaben weiter an, ohne dass sich der Status seit den zuletzt gemeldeten Evakuierungen sichtbar verändert hätte.
Was unklar bleibt
Zum Brand auf Kreta ist weiterhin offen, wie groß die verbrannte Fläche tatsächlich ist, ob das Feuer inzwischen unter Kontrolle gebracht werden konnte, was es ausgelöst hat und ob es über die zwei toten Feuerwehrleute hinaus weitere Verletzte oder Opfer gibt. Auch zur Gesamtzahl der auf Kreta evakuierten Menschen liegen keine belastbaren Angaben vor.
Für Paros ist unklar, wann die Feuerwehr eine vollständige Entwarnung geben wird, wie groß die insgesamt verbrannte Fläche letztlich war und was den Brand nahe der Mülldeponie im Gebiet Kambi ausgelöst hat; auch mögliche Verletzte oder Sachschäden sind aus den vorliegenden Quellen nicht zu entnehmen. Offen bleibt zudem, wie sich die Lage auf den übrigen Inseln mit zuvor hoher Warnstufe – Lesbos, Chios, Samos, Ikaria und Psara – entwickelt hat, wie es bei Bordeaux konkret weitergeht, und ob die Entspannung rund um Madrid angesichts der angekündigten vierten Hitzewelle Bestand hat. Eine offizielle Stellungnahme griechischer, spanischer oder französischer Behörden, die direkt eingesehen wurde, liegt weiterhin nicht vor.


