Der Waldbrand, der am 22. Juli bei Saumos nahe Bordeaux ausgebrochen war und sich bis auf 15 Kilometer dem Großraum Bordeaux genähert hatte, gilt seit Ende Juli/Anfang August laut französischem Innenminister Laurent Nuñez als „unter Kontrolle“: Der größte Waldbrand Frankreichs seit 1949 breitet sich nicht mehr aus. Diese Einschätzung wird von mehreren unabhängigen Medien übereinstimmend berichtet. Es bestehen laut Nuñez aber weiterhin „aktive Zonen“, weshalb die Rückkehr der Bewohner in Teilen des Gebiets noch nicht möglich ist; ein Bericht beziffert die Zahl der weiterhin betroffenen Menschen mit rund 222.000 in 24 Gemeinden der Gironde, nahe der zuvor genannten rund 220.000. Premierminister Sébastien Lecornu sprach von einer inzwischen „stabileren Situation“; insgesamt wurden im Département Gironde rund 42.000 Hektar und im benachbarten Landes weitere rund 3.600 Hektar zerstört, rund 140 Wohnhäuser sollen beschädigt oder zerstört worden sein.
In Spanien hatte bereits ab dem 23. Juli ein Großbrand westlich von Madrid in der Sierra Oeste zur Evakuierung der Ortschaft Aldea del Fresno geführt. Angesichts der beispiellosen Brände im Großraum Madrid und nahe Valencia rief die spanische Regierung Ende Juli für Madrid und die Region Ávila erstmals einen „Notstand von nationaler Tragweite“ aus, in Madrid und Valencia wurden rund 75.000 Menschen evakuiert. Zur weiteren Entwicklung in Spanien seit dem 27. Juli liegen keine neuen Berichte vor.
Die Brände hatten sich Ende Juli nicht mehr auf Frankreich und Spanien beschränkt: Auf Sardinien musste ein von Ordensschwestern geführtes Seniorenheim nahe Cagliari evakuiert werden, in Kalabrien erhebt die Zivilschutzbehörde den bislang unbestätigten Vorwurf, Brandstifter hätten lebende Katzen als Brandbeschleuniger missbraucht; die Ermittlungen dazu laufen weiter. Die Gesamtzahl der in Südeuropa vor den Flammen geflohenen oder evakuierten Menschen war bis Ende Juli auf mehr als 300.000 gestiegen, ein einzelner Bericht hatte sogar von über 350.000 gesprochen, was sich nicht auflösen ließ. Bereits Anfang Juli waren bei einem Waldbrand nahe Los Gallardos in Almería mindestens 13 Menschen gestorben; jener Brand gilt inzwischen als weitgehend unter Kontrolle. Offen bleiben weiterhin das genaue Ausmaß der noch aktiven Brandzonen bei Bordeaux, der Zeitpunkt der vollständigen Rückkehr aller Evakuierten sowie die aktuelle Lage in Spanien und Italien.
Aktueller Stand: Feuer laut Regierung unter Kontrolle
Der Waldbrand, der am 22. Juli bei Saumos nahe Bordeaux ausgebrochen war und sich zeitweise bis auf rund 15 Kilometer der Metropolregion genähert hatte, gilt seit Ende Juli/Anfang August laut französischem Innenminister Laurent Nuñez als eingedämmt: Der größte Waldbrand Frankreichs seit 1949 breite sich nicht mehr aus. Diese Einschätzung wird von mehreren voneinander unabhängigen Medien übereinstimmend unter Berufung auf den Minister berichtet. Trotz der Eindämmung bestehen laut Nuñez weiterhin „aktive Zonen“ des Brandes; die Rückkehr der Bewohner ist deshalb in Teilen des betroffenen Gebiets noch nicht möglich. Ein Bericht beziffert die Zahl der weiterhin von der vorsorglichen Evakuierung betroffenen Menschen mit rund 222.000 in 24 Gemeinden der Gironde – nahe an der zuvor mit rund 220.000 kolportierten Zahl, aber nur aus einer einzelnen Quelle ersichtlich. Der französische Premierminister Sébastien Lecornu sprach laut einem weiteren Bericht von einer inzwischen „stabileren Situation“ in der Gironde und bezeichnete die Waldbrandlage in Frankreich insgesamt als „heute unter Kontrolle“; nach Angaben des Innenministeriums sind seit Jahresbeginn insgesamt rund 119.000 Hektar Vegetationsfläche im Land verbrannt, ein laut Nuñez „außergewöhnlicher“ Wert für diese Jahreszeit.
Was bei Bordeaux passiert war
Der Waldbrand hatte sich bis zum Wochenende des 26. Juli erheblich ausgeweitet. Ursprünglich waren rund 3.500 Urlauber von einem Campingplatz sowie rund 700 Anrainer aus zwei Ortsteilen von Le Porge evakuiert worden, während rund 500 Feuerwehrleute mit Löschflugzeugen und schwerem Gerät gegen die Flammen auf zunächst rund 800 Hektar kämpften. Bis Sonntag, 26. Juli, wuchs die betroffene Fläche allein im Département Gironde auf rund 42.000 Hektar, im benachbarten Département Landes wurden zusätzlich rund 3.600 Hektar Land vernichtet – ein Stand, der auch nach der Eindämmung des Feuers unverändert blieb, da seither keine neuen Flächenangaben berichtet wurden.
Die Flammen waren am 26. Juli nur noch rund 15 Kilometer von den Grenzen des rund eine Million Einwohner zählenden Großraums Bordeaux entfernt. Nuñez bezeichnete die Lage vor den Toren der Stadt damals als „sehr ungünstig“. Laut Feuerwehrangaben entwickelte der Brand zeitweise einen sogenannten Pyrocumulonimbus – eine gewaltige Rauchwolke, die eigene Winde erzeugen kann und ein Feuer dadurch besonders unberechenbar macht.
Eine Evakuierung des Großraums Bordeaux selbst stand laut dessen Bürgermeister Thomas Cazenave zu keinem Zeitpunkt infrage, da sich das Feuer südlich der Metropolregion befand und nicht nach Westen vorrückte; bis zur eigentlichen Stadtgrenze waren es demnach noch 25 bis 30 Kilometer. In der Nacht auf den 26. Juli hatte die Präfektur zusätzlich rund 55.000 Menschen in mehreren Gemeinden westlich und südwestlich von Bordeaux zur Evakuierung aufgefordert; damit waren im Département Gironde insgesamt rund 220.000 Menschen von einer Evakuierungsaufforderung betroffen, rund 140 Wohnhäuser sollen zerstört worden sein. Zur Brandbekämpfung waren laut Innenminister 18 Flugzeuge und Hubschrauber im Einsatz, darunter ein zum Löschflugzeug umgerüsteter Transporter vom Typ A400M.
Spanien: Nationaler Notstand und weitere Evakuierungen
Parallel zur Lage bei Bordeaux hatten spanische Behörden bereits ab dem 23. Juli einen Großbrand westlich von Madrid in der Region Sierra Oeste gemeldet. Betroffen war zunächst die Gemeinde Villa del Prado; die rund 3.500 Einwohner der benachbarten Ortschaft Aldea del Fresno mussten ihre Häuser vorsorglich verlassen. Laut spanischen Medienberichten sollen sich mehrere zunächst getrennte Brandherde – unter anderem bei Villa del Prado, San Martín de Valdeiglesias und Almorox – zu einem Waldbrand zusammengeschlossen haben, der als einer der größten je in der Region Madrid verzeichneten beschrieben wird. Diese Einordnung stammt bislang nur aus spanischsprachigen Quellen und wurde nicht durch eine der sonst genutzten österreichischen Hauptquellen bestätigt.
Angesichts der beispiellosen Brände im Großraum Madrid und nahe Valencia rief die spanische Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez am Wochenende des 26. Juli für Madrid und die Region Ávila einen „Notstand von nationaler Tragweite“ aus. Laut dem öffentlich-rechtlichen Sender RTVE ist dies das erste Mal, dass ein solcher Schritt in Spanien wegen Waldbränden erfolgt. In Madrid und nahe Valencia wurden rund 75.000 Menschen vorsorglich evakuiert. Zur weiteren Entwicklung in Spanien seit dem 27. Juli liegen keine neuen Berichte vor.
Auch Italien betroffen: Sardinien und Kalabrien
Die Waldbrände hatten sich Ende Juli nicht mehr nur auf Frankreich und Spanien beschränkt. In der Nähe von Sardiniens Hauptstadt Cagliari musste laut Medienberichten ein von Ordensschwestern geführtes Seniorenheim vorsorglich evakuiert werden; rund zehn Personen, darunter Bewohner, Ordensschwestern und Mitglieder einer bereits zuvor evakuierten Familie, wurden in Sicherheit gebracht. Diese Angabe stützt sich bislang nur auf eine aggregierte Quelle.
In der süditalienischen Region Kalabrien erhob die dortige Zivilschutzbehörde in einem verbreiteten Video zudem den Vorwurf, Brandstifter hätten lebende Katzen mit brennbarem, in Flüssigkeit getränktem Stoff am Schwanz versehen und in Felder geworfen, um gezielt Brände auszulösen. Der Vorwurf ist bislang nicht bestätigt, Ermittlungen dazu laufen laut Bericht noch. Kalabrien ist dabei klar von Sardinien zu unterscheiden. Zum weiteren Verlauf in Italien liegen keine neuen Berichte vor.
Evakuiertenzahlen in Südeuropa Ende Juli
Die Gesamtzahl der in Frankreich und Spanien vor den Bränden geflohenen oder evakuierten Menschen war im Verlauf des Wochenendes Ende Juli rasch gestiegen: von mehr als 160.000 (25. Juli) über rund 270.000 (26. Juli) auf mehr als 300.000 (27. Juli). Ein einzelner Bericht vom 26. Juli hatte darüber hinaus sogar von mehr als 350.000 Menschen gesprochen; diese Abweichung ließ sich mit den vorliegenden Quellen nicht auflösen. Eine gemeinsame, aktuellere Gesamtzahl für beide Länder nach dem 27. Juli liegt nicht vor; die neuen Berichte zur Eindämmung des Feuers in der Gironde nennen nur die isolierte Zahl von rund 222.000 weiterhin betroffenen Menschen in 24 Gemeinden.
Bereits Anfang Juli hatte ein Waldbrand nahe Los Gallardos in der Provinz Almería mindestens 13 Todesopfer gefordert, rund 7.000 Hektar Land brannten nieder; dieser Brand galt bereits zuvor als weitgehend unter Kontrolle.
Was die Quellen zeigen
Dass der Waldbrand in der Gironde nun als „unter Kontrolle“ gilt und sich nicht mehr ausbreitet, wird von vier voneinander unabhängigen Medien – zwei österreichischen (ORF, Kleine Zeitung), einem schweizerischen (Le Temps) und einem auf Waldbrände spezialisierten französischen Portal (feuxdeforet.fr) – übereinstimmend unter Berufung auf Innenminister Nuñez berichtet und gilt entsprechend als bestätigt. Ebenso bestätigt ist, dass trotz der Eindämmung weiterhin „aktive Zonen“ bestehen und die Rückkehr in Teilen des Gebiets noch nicht möglich ist. Die genauere Zahl von rund 222.000 Evakuierten in 24 Gemeinden sowie die Einschätzung von Premierminister Lecornu zur „stabileren Situation“ und die Gesamtbilanz von rund 119.000 verbrannten Hektar seit Jahresbeginn stammen dagegen jeweils nur aus einer einzelnen, über Suchergebnisse eingesehenen Quelle und werden entsprechend vorsichtiger als teilweise belegt eingestuft.
Die zuvor bereits als bestätigt eingestuften Kernentwicklungen – die auf 15 Kilometer an den Großraum Bordeaux herangerückte Brandfront, die rund 42.000 zerstörten Hektar in der Gironde, die vom Bürgermeister durchgehend ausgeschlossene Evakuierung des Großraums selbst, der erstmals wegen Waldbränden ausgerufene spanische Notstand sowie die rund 75.000 Evakuierten in Spanien – bleiben unverändert gültig. Einzelangaben wie die zusätzlichen 55.000 Evakuierten bei Bordeaux, die rund 140 zerstörten Häuser, der abweichende Wert von über 350.000 Evakuierten sowie die Vorfälle in Sardinien und Kalabrien beruhen weiterhin nur auf einer Quelle beziehungsweise einer nicht unabhängig geprüften Angabe. Eine amtliche Primärquelle (Präfektur Gironde, französisches Innenministerium) wurde für diesen Artikel weiterhin nicht direkt eingesehen.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, wie groß die noch „aktiven Zonen“ des Brandes tatsächlich sind und wann die letzten evakuierten Bewohner der Gironde zurückkehren können. Auch die genaue Zahl der weiterhin betroffenen Menschen lässt sich mit den vorliegenden Quellen nicht abschließend klären – Berichte nennen sowohl rund 220.000 als auch rund 222.000 in 24 Gemeinden. Zur Gesamtzahl der Evakuierten in Frankreich und Spanien zusammen nach dem 27. Juli liegen keine neuen Angaben vor, ebenso wenig zur weiteren Entwicklung der Lage in Spanien und Italien. Unklar ist zudem weiterhin die Brandursache in Saumos, ob der Madrider Großbrand tatsächlich aus mehreren Einzelfeuern entstand und der größte je in der Region verzeichnete ist, sowie ob es in den vergangenen Tagen weitere Verletzte oder Todesopfer gab. Beim Vorwurf aus Kalabrien, Katzen seien als Brandbeschleuniger missbraucht worden, steht der Ausgang der Ermittlungen noch aus.
Einordnung
Die Ereignisse reihen sich in eine Serie von Hitze- und Waldbrandereignissen ein, die West- und Südeuropa in diesem Sommer wiederholt getroffen haben. Neue Nachrichten hatte bereits über eine Hitzewelle Mitte Juli berichtet, in deren Zuge mehrere französische Atomreaktoren gedrosselt oder abgeschaltet und ein Waldbrand nahe Fontainebleau gemeldet worden waren, sowie in einem eigenen Artikel über die parallele Ausweitung der Evakuierungen im Département Gironde auf über 200.000 Menschen und ein Todesopfer in Spanien. Nach mehr als einer Woche mit stetig wachsender Fläche, immer neuen Evakuierungswellen und dem erstmals wegen Waldbränden ausgerufenen spanischen Notstand markiert die nun laut Regierung erreichte Eindämmung des Feuers bei Bordeaux den ersten klaren Wendepunkt in dieser Entwicklung – auch wenn die vollständige Rückkehr der Bewohner und die Lage in Spanien und Italien weiterhin offen sind.

