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Im Süden Argentiniens sind in den vergangenen Wochen hunderte Walkälber verendet. Betroffen ist die Region um Puerto Madryn und die Halbinsel Valdes, eines der wichtigsten Fortpflanzungsgebiete für Südliche Glattwale weltweit, wo im Vorjahr 2.110 Tiere gezählt wurden, darunter rund 800 Kälber.

Als wahrscheinlichen Grund nannte der Meeresbiologe Mariano Coscarella vom Forschungsinstitut CONICET gegenüber der Nachrichtenagentur AFP eine bakterielle Infektion, der Verdacht geht in Richtung Wundrose (Erysipel). Nach seiner Einschätzung dürfte eine natürliche Ursache vorliegen, einen Einfluss menschlicher Aktivitäten schloss er aber nicht gänzlich aus. Die Sterblichkeitsrate unter den Walkälbern sei in dieser Saison besonders hoch, so der Forscher.

Eine genaue Zahl der verendeten Tiere sowie eine veterinärmedizinische Bestätigung der vermuteten Ursache liegen bislang nicht vor. Auch eine offizielle Stellungnahme von CONICET oder argentinischen Behörden fehlt noch, ebenso eine unabhängige zweite Fachmeinung.

Was passiert ist

Im Süden Argentiniens sind in den vergangenen Wochen hunderte Walkälber verendet. Das rätselhafte Sterben betrifft die Region um Puerto Madryn und die Halbinsel Valdes an der patagonischen Atlantikküste, ein bekanntes Zentrum für Walbeobachtung und eines der wichtigsten Fortpflanzungsgebiete für Südliche Glattwale weltweit. Erst im vergangenen Jahr waren dort 2.110 Tiere gezählt worden, darunter rund 800 Kälber – so viele wie noch nie zuvor.

Was die Quellen zeigen

Als wahrscheinlichen Grund nannte der Meeresbiologe Mariano Coscarella vom argentinischen Forschungsinstitut CONICET, der in Puerto Madryn forscht, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP eine bakterielle Infektion. Der Verdacht gehe in Richtung Wundrose, medizinisch Erysipel genannt – eine ernste bakterielle Hautinfektion, die Schmerzen und Fieber auslösen kann. Nach Einschätzung Coscarellas „scheint es sich um eine natürliche Ursache zu handeln“, einen Einfluss menschlicher Aktivitäten schloss er dennoch „nicht gänzlich“ aus. Mehrere österreichische Medien – ORF, Kleine Zeitung, Der Standard und Kurier – berichteten übereinstimmend über den Fall, wobei die zentralen Fakten und das Forscherzitat erkennbar auf dieselbe AFP-Meldung zurückgehen. Laut Coscarella sei die Sterblichkeitsrate unter den Walkälbern in dieser Saison besonders hoch.

Was unklar bleibt

Eine exakte Zahl der verendeten Tiere oder eine Sterblichkeitsquote wird in den vorliegenden Berichten nicht genannt. Ebenso fehlt bislang eine veterinärmedizinische Bestätigung der vermuteten Erysipel-Infektion sowie eine Einordnung, wie stark die diesjährige Sterberate von früheren Saisonen tatsächlich abweicht. Eine offizielle Stellungnahme von CONICET selbst oder argentinischen Umweltbehörden liegt nicht vor, ebenso wenig eine unabhängige zweite Fachmeinung.

Einordnung

Massensterben von Walkälbern in der Region um Valdes sind kein gänzlich neues Phänomen, wurden in der Vergangenheit aber unterschiedlich erklärt, von natürlichen Infektionen bis zu Umwelteinflüssen. Die aktuelle Einschätzung stammt von einer einzelnen, fachlich einschlägigen Quelle, ist aber vorläufig: Der Forscher selbst spricht von einem „wahrscheinlichen“ Grund und schließt weitere Ursachen nicht aus. Bis veterinärmedizinische Untersuchungen vorliegen, bleibt die genaue Todesursache offen.