Textlänge

Ein fahrerloses Taxi des Anbieters Waymo hielt Anfang September 2026 in San Francisco eigenständig an und alarmierte die Polizei, nachdem im Fahrzeug eine geladene Schusswaffe festgestellt worden war. Die Beamten nahmen zwei jugendliche Fahrgäste fest; bei der Waffe handelte es sich um eine selbstgefertigte „Geisterwaffe“ ohne Seriennummer, zudem wurden mutmaßliches Marihuana und Pfefferspray gefunden.

Ein Waymo-Sprecher bestätigte gegenüber Medien, dass das Fahrzeug wegen eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen im Zusammenhang mit einer Schusswaffe angehalten habe und das Unternehmen die Polizei informiert und vollumfänglich mit ihr zusammengearbeitet habe. Offen bleibt jedoch, ob die Erkennung automatisiert durch ein KI-System erfolgte oder erst nachträglich durch menschliche Prüfung der Kameraaufnahmen – Waymo hat sich dazu nicht im Detail geäußert.

Der Fall gewinnt zusätzliche Relevanz, weil Waymo laut eigenen Angaben Ende 2027 mit München den ersten regulären fahrerlosen Robotaxi-Betrieb in der EU starten will. Damit dürften Fragen zu Innenraumkameras, KI-Auswertung und Datenschutz auch in Europa an Gewicht gewinnen.

Was passiert ist

In den frühen Morgenstunden des 3. September 2026 hielt ein fahrerloses Taxi des Anbieters Waymo in San Francisco eigenständig am Straßenrand an und alarmierte die Polizei. An Bord befanden sich zwei jugendliche Fahrgäste, eine männliche und eine weibliche Person, die laut Polizeiangaben mit einer Schusswaffe hantiert hatten. Die Beamten führten daraufhin eine als hochriskant eingestufte Fahrzeugkontrolle durch und nahmen beide Jugendlichen fest. Bei der sichergestellten Waffe handelte es sich um ein geladenes, sturmgewehrähnliches Modell, das sich als illegal gefertigte „Geisterwaffe“ ohne Seriennummer herausstellte. Bei der Durchsuchung wurden zudem mutmaßliches Marihuana und Pfefferspray gefunden.

Was die Quellen zeigen

Die Polizeidienststelle San Francisco veröffentlichte einen Bericht zu dem Einsatz, auf den sich mehrere Medien beziehen. Den Betreiber des Fahrzeugs nannte die Polizei zunächst nicht; ein Waymo-Sprecher bestätigte gegenüber Medien jedoch, dass es sich um ein Fahrzeug des Unternehmens handelte. Das Fahrzeug habe angehalten, weil ein „Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen unter Verwendung einer Schusswaffe“ festgestellt worden sei; Waymo habe die Behörden verständigt und arbeite vollumfänglich mit der Polizei zusammen. Diese Darstellung wird von mehreren voneinander unabhängigen Redaktionen übereinstimmend wiedergegeben. Waymo-Fahrzeuge sind mit Innenraumkameras ausgestattet, die unter anderem der Kontrolle von Nutzungsregeln dienen und laut Unternehmensangaben auch mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausgewertet werden.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, ob die Waffe durch ein automatisiertes KI-System erkannt wurde oder ob die Kameraaufnahmen erst im Nachhinein von Mitarbeitenden geprüft wurden – Waymo hat den genauen Erkennungsmechanismus für diesen konkreten Fall nicht näher erläutert. Auch zu den strafrechtlichen Konsequenzen für die beiden Jugendlichen liegen bislang keine weiteren Angaben vor. Ob es sich um einen Einzelfall handelt oder vergleichbare Vorfälle bei Robotaxis regelmäßig vorkommen, lässt sich aus den vorliegenden Quellen ebenfalls nicht beurteilen.

Einordnung

Der Vorfall rückt die Innenraumüberwachung von Robotaxis in den Fokus, gerade weil Waymo den Sprung nach Europa plant: Laut eigener Ankündigung des Unternehmens soll Ende 2027 in München der erste reguläre fahrerlose Betrieb innerhalb der EU starten. Damit dürften Fragen zu Kameraüberwachung, KI-Auswertung und Datenschutz auch hierzulande an Bedeutung gewinnen, zumal Nutzerinnen und Nutzer in Ländern mit strengen Datenschutzregeln der Verwendung eigener Aufnahmen für KI-Training widersprechen können.