Wim Wenders und Nastassja Kinski haben ihren langjährigen Streit um eine Nacktszene im Film „Falsche Bewegung“ (1975) beigelegt. Laut einer gemeinsamen Erklärung, die nach Medienberichten auf der Website der Wenders Stiftung veröffentlicht wurde, hat sich Wenders bei Kinski entschuldigt und die von ihr beanstandete Szene aus dem Film geschnitten. Beide betonen den Wunsch, dass die Erinnerung an den Film künftig nicht mehr von dem Konflikt überschattet wird.
Kinski war bei den Dreharbeiten 13 Jahre alt und in der laut Berichten rund zweiminütigen Szene mit nacktem Oberkörper zu sehen; sie hatte seit Jahren um die Entfernung gebeten und zeitweise anwaltliche Schritte angekündigt. Bereits Anfang Juni 2026 war der Film deshalb zurückgezogen worden, Wenders hatte sich damals bereits entschuldigt.
Ob damit auch mögliche rechtliche Schritte endgültig vom Tisch sind und wann der Film in geschnittener Fassung wieder verfügbar wird, geht aus den vorliegenden Quellen nicht hervor. Der Wortlaut der gemeinsamen Erklärung selbst wurde bislang nicht direkt eingesehen, die Darstellung stützt sich auf übereinstimmende Medienberichte.
Was passiert ist
Der jahrelange Streit zwischen Regisseur Wim Wenders und Schauspielerin Nastassja Kinski um eine Nacktszene im Film „Falsche Bewegung“ von 1975 ist beigelegt. Laut einer gemeinsamen Erklärung der beiden hat sich Wenders bei Kinski entschuldigt und ist ihrem langjährigen Wunsch nachgekommen, die beanstandete Szene aus dem Film zu entfernen. Die Erklärung wurde nach übereinstimmenden Medienberichten auf der Website der Wenders Stiftung veröffentlicht. Beide Seiten betonen darin den Wunsch, dass die Erinnerung an den Film künftig nicht mehr von diesem Konflikt überschattet wird und der langjährige freundschaftliche Umgang zwischen ihnen wiederhergestellt werden könne.
Worum es in dem Streit ging
Kinski war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 13 Jahre alt und in der betreffenden, laut Berichten rund zweiminütigen Szene mit nacktem Oberkörper zu sehen. Eine männliche Filmfigur ohrfeigt sie darin und streichelt anschließend ihr Gesicht, während sie nur eine Unterhose trägt. Die heute 65-jährige Schauspielerin hatte Wenders eigenen Angaben zufolge seit Jahren gebeten, die Szene zu entfernen, und sich zwischenzeitlich auch anwaltlich vertreten lassen, der formale rechtliche Schritte gegen den Regisseur angekündigt hatte. Bereits Anfang Juni 2026 war der Film als Reaktion darauf zurückgezogen worden: Streaming-, TV- und Vertriebspartner waren angewiesen worden, ihn nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen. Wenders hatte sich schon damals entschuldigt.
Was unklar bleibt
Aus den vorliegenden Quellen geht nicht hervor, ob die zuvor angekündigten juristischen Schritte damit endgültig vom Tisch sind oder ob rechtliche Fragen weiterhin offen sind. Ebenso ist nicht bekannt, ob und wann der Film in geschnittener Fassung wieder regulär verfügbar gemacht wird. Der genaue zeitliche Ablauf des Konflikts zwischen der Rücknahme im Juni 2026 und der jetzigen Einigung lässt sich aus den vorliegenden Berichten nicht vollständig rekonstruieren, da der Wortlaut der gemeinsamen Erklärung selbst bislang nicht direkt eingesehen wurde.
Einordnung
„Falsche Bewegung“ gilt als bedeutendes Werk des Neuen Deutschen Films und markierte in den 1970er-Jahren früh die Zusammenarbeit zwischen Wenders und der jungen Kinski. Der Fall reiht sich in eine breitere aktuelle Debatte darüber ein, wie mit historischen Filmaufnahmen minderjähriger Darstellerinnen und Darsteller umzugehen ist, wenn diese im Nachhinein Bedenken gegen bestimmte Szenen äußern. Da bislang nur die gemeinsame Erklärung der beiden Beteiligten und keine unabhängige juristische oder filmhistorische Einordnung vorliegt, lässt sich die Frage, welche Passagen künftig als Präzedenzfall für ähnliche Fälle gelesen werden könnten, derzeit nicht abschließend bewerten.

