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Italien und Griechenland verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Fälle von West-Nil-Fieber. Die europäische Seuchenschutzbehörde ECDC registrierte in Italien bis 22. Juli 2026 46 Erkrankungen, während die WHO zuvor von 21 bestätigten Fällen berichtet hatte – ein Unterschied, der auf verschiedene Erfassungszeitpunkte zurückgeht. In Griechenland bestätigte die nationale Gesundheitsbehörde binnen einer Woche 14 neue Fälle, von denen 13 im Spital behandelt wurden, drei auf Intensivstationen. Insgesamt meldeten europäische Länder der ECDC 81 lokal übertragene Fälle, jeweils zwei weitere kamen aus Spanien, Rumänien und Nordmazedonien. In Österreich wurde 2026 bislang kein Fall gemeldet.

Das Virus wird vorwiegend von Gelsen übertragen, meist zwischen Juli und September. Die meisten Ansteckungen bleiben unbemerkt, rund ein Fünftel der Infizierten entwickelt grippeähnliche Symptome, in Einzelfällen kommt es zu neurologischen Komplikationen. Einen Impfstoff gibt es nicht. Die WHO stuft das Risiko für die meisten Menschen weiterhin als gering ein, warnt aber wegen heißerer Sommer vor einem steigenden Ansteckungsrisiko und rät zu Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche.

Offen bleibt, wie viele der zusätzlichen ECDC-Fälle frische Übertragungen sind und wie sich die Zahlen bis zum Saisonende entwickeln.

Was passiert ist

Italien und Griechenland verzeichnen laut den europäischen Gesundheitsbehörden einen deutlichen Anstieg der Fälle von West-Nil-Fieber. Nach Angaben der europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC wurden in Italien bis zum 22. Juli 2026 46 Erkrankungen registriert. Die WHO hatte zuvor, zu einem früheren Stichtag, von 21 bestätigten Fällen berichtet – die Differenz erklärt sich aus unterschiedlichen Erfassungszeitpunkten der beiden Stellen. In Griechenland bestätigte die nationale Gesundheitsbehörde laut WHO-Regionalbüro Europa in der vergangenen Woche 14 neue Erkrankungen, von denen 13 zum Zeitpunkt der Meldung noch in Spitalsbehandlung waren, drei davon auf Intensivstationen. Insgesamt meldeten europäische Länder der ECDC 81 Fälle mit lokaler Übertragung, jeweils zwei weitere Fälle kamen aus Spanien, Rumänien und Nordmazedonien. In Österreich wurden 2026 bislang keine Fälle registriert.

Wie sich das Virus verbreitet

Das West-Nil-Virus wird hauptsächlich zwischen Gelsen und Vögeln übertragen. Infizierte Mücken können aber auch Menschen anstecken, am häufigsten zwischen Juli und September. Die meisten Ansteckungen bleiben unbemerkt, weshalb Fachleute von einer erheblichen Dunkelziffer ausgehen. Rund ein Fünftel der Infizierten entwickelt grippeähnliche Symptome, die zwei bis 14 Tage nach der Infektion beginnen. In Einzelfällen kommt es zu Erkrankungen des Nervensystems, darunter Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Einen Impfstoff oder ein spezifisches Gegenmittel gibt es nicht, behandelt werden können nur die Symptome.

Was die WHO empfiehlt

Die WHO stufte das Risiko einer schweren Erkrankung für die meisten Menschen weiterhin als gering ein, verwies aber auf längere und heißere Sommer als Faktor für ein steigendes Ansteckungsrisiko. WHO-Regionaldirektor Hans Henri Kluge riet dazu, nach einem Gelsenstich bei hohem Fieber, Hautausschlag oder Nackensteifigkeit unverzüglich ärztlichen Rat einzuholen. Reisenden empfiehlt die Organisation, sich durch schützende Kleidung und Insektenschutzmittel vor Stichen zu schützen.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie viele der von der ECDC zusätzlich erfassten Fälle auf frische Übertragungen der laufenden Saison zurückgehen und wie viele nachträglich gemeldete ältere Fälle sind. Ebenso unklar ist die tatsächliche Dunkelziffer unbemerkter Infektionen sowie die weitere Entwicklung der Fallzahlen bis zum Ende der Übertragungssaison im September. Zu den genauen betroffenen Regionen in Italien und Griechenland sowie zu möglichen Vektorkontroll-Maßnahmen der Länder liegen keine Angaben vor.

Einordnung

West-Nil-Fieber tritt in Südeuropa saisonal wiederkehrend auf. Die Kombination aus wärmeren Temperaturen und längeren Sommern gilt laut WHO als Faktor für ein steigendes Übertragungsrisiko in der Region. Die vorliegenden Zahlen stammen aus den offiziellen Meldesystemen von ECDC und WHO, unterscheiden sich aber je nach Stichtag und Meldeweg leicht voneinander – ein Hinweis darauf, dass es sich um eine sich laufend aktualisierende Lage handelt und nicht um eine abschließende Jahresbilanz.