Textlänge

Die Westbahn erweitert ihr Angebot auf der Südstrecke: Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 wird eine tägliche Verbindung pro Richtung bis Spittal an der Drau verlängert. Oberkärnten erhält damit erstmals eine direkte, umstiegsfreie Zugverbindung mit Wien. Laut Unternehmensangaben fährt der Zug morgens um 7.40 Uhr in Spittal ab und erreicht Wien Hauptbahnhof um 11.45 Uhr, retour ab Wien um 16.15 Uhr mit Ankunft in Spittal um 20.20 Uhr – die Fahrzeit beträgt rund vier Stunden fünf Minuten. Derselbe Zuglauf soll auch eine Pendlerverbindung zwischen Spittal und Villach ermöglichen.

Westbahn-Geschäftsführer Marco Ramsbacher, Kärntens Landesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) und Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer (Team Kärnten) begrüßten die neue Verbindung übereinstimmend als Gewinn für Pendlerinnen, Pendler und Tourismus in der Region. Die Erweiterung setzt den seit März 2026 laufenden Ausbau der Westbahn auf der Südstrecke Wien–Graz–Klagenfurt–Villach fort.

Offen bleiben Kosten, Tarife und die Frage, ob über den einen täglichen Zug pro Richtung hinaus weitere Ausbauschritte geplant sind. Eine unabhängige, kritische Einordnung der Ankündigung liegt bislang nicht vor.

Was passiert ist

Die private Bahngesellschaft Westbahn erweitert ihr Angebot auf der Südstrecke: Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 verlängert sie eine tägliche Verbindung pro Richtung bis Spittal an der Drau. Oberkärnten bekommt damit erstmals eine direkte Zugverbindung mit Wien, ohne Umsteigen. Verkündet wurde die Erweiterung vom Unternehmen selbst per Presseaussendung, die von mehreren Medien deckungsgleich aufgegriffen wurde.

Der Fahrplan im Detail

Laut den vorliegenden Angaben fährt der Zug morgens um 7.40 Uhr in Spittal an der Drau ab und erreicht den Wiener Hauptbahnhof um 11.45 Uhr. In der Gegenrichtung verlässt der Zug Wien um 16.15 Uhr und kommt um 20.20 Uhr in Spittal an – die Fahrzeit beträgt jeweils rund vier Stunden und fünf Minuten. Derselbe Zuglauf schafft nach Angaben der Quellen zugleich eine Verbindung für Pendlerinnen und Pendler zwischen Spittal und Villach: morgens ab 7.40 Uhr mit Ankunft in Villach um 8.05 Uhr, abends ab Villach um 19.56 Uhr mit Ankunft in Spittal um 20.20 Uhr. Die Westbahn bedient die Strecke Wien–Graz–Klagenfurt–Villach nach eigenen Angaben bereits seit März 2026; mit dem Dezember-Fahrplan wird dieses Angebot nun um den Abschnitt bis Spittal an der Drau verlängert.

Reaktionen aus Politik und Wirtschaft

Westbahn-Geschäftsführer Marco Ramsbacher, der selbst aus Kärnten stammt, bezeichnete es als persönliche Freude, das Angebot bis Spittal an der Drau zu bringen, und nannte die direkte Verbindung mit Wien ein starkes Angebot für Oberkärnten und einen wichtigen Impuls für den Tourismus. Kärntens Mobilitäts-, Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) sprach von einem starken Signal für die Region, das ein alltagstaugliches Angebot ohne Umsteigen schaffe. Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer, zugleich Chef von Team Kärnten, wertete die neue Direktverbindung als Aufwertung für Spittal, von der auch lokale Wirtschaft und Tourismus profitieren sollten. Alle drei Stellungnahmen stammen aus der Ankündigung selbst beziehungsweise daran anschließenden Medienberichten; eine kritische oder abwägende Reaktion liegt in der Quellenlage nicht vor.

Was unklar bleibt

Offen bleibt nach den vorliegenden Quellen, welche Kosten die Streckenerweiterung für die Westbahn verursacht und ob dafür zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen nötig sind. Auch zu Tarifen und Ticketpreisen für die neue Verbindung liegen keine Angaben vor. Unklar ist zudem, warum Spittal bisher nicht direkt von der Westbahn bedient wurde und ob über den einen Zug pro Tag und Richtung hinaus ein weiterer Ausbau geplant ist.

Einordnung

Die Westbahn ist seit ihrer Gründung 2011 vor allem auf der Weststrecke zwischen Wien und Salzburg aktiv gewesen und hatte ihr Netz laut eigenen Angaben erst im März 2026 auf die Südstrecke bis Villach und Klagenfurt ausgeweitet. Die nun angekündigte Verlängerung bis Spittal an der Drau setzt diese Expansion fort und bringt Oberkärnten eine zusätzliche Bahnverbindung nach Wien neben dem bestehenden Angebot der ÖBB. Für eine abschließende Einordnung der wirtschaftlichen und verkehrspolitischen Bedeutung fehlen bislang unabhängige Einschätzungen jenseits der beteiligten Unternehmens- und Politikvertreter.