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Die Stadt Wien hat als erste europäische Hauptstadt die Greenpeace-Deklaration „Gas-Free Cities“ zum Ausstieg aus fossilem Gas unterzeichnet. Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky und Greenpeace-Österreich-Geschäftsführer Alexander Egit besiegelten den Schritt am Freitag, den 25. September 2026 – die Initiative geht ursprünglich auf die ukrainische Stadt Tschortkiw zurück.

Wien bekräftigt damit das Ziel, bis 2040 vollständig aus fossilem Gas in der Wärmeversorgung auszusteigen und auf 100 Prozent erneuerbare Energie umzustellen. Die Stadt verweist auf bereits laufende Programme wie „Raus aus Gas“, unter dem etwa bei Neubauten keine Gasthermen mehr erlaubt sind. Czernohorszky und Egit forderten zugleich Unterstützung vom Bund, etwa Anpassungen im Miet- und Wohnrecht sowie eine Reform des Gaswirtschaftsgesetzes.

Offen bleiben Details wie der vollständige Text der Deklaration, die Kosten der Umstellung und die Zahl noch bestehender Gasheizungen in Wien. Auch eine Einschätzung von Bundesregierung oder Gaswirtschaft zu Czernohorszkys Kritik an einer „Verwässerung der Ziele“ liegt bislang nicht vor.

Was passiert ist

Die Stadt Wien hat als erste europäische Hauptstadt die Greenpeace-Deklaration „Gas-Free Cities“ zum Ausstieg aus fossilem Gas unterzeichnet. Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) und Greenpeace-Österreich-Geschäftsführer Alexander Egit besiegelten den Schritt am Freitag, den 25. September 2026. Ausgegangen war die internationale Initiative von der ukrainischen Stadt Tschortkiw (Chortkiv), die laut Greenpeace zeigt, dass der Weg zur Energiewende auch unter schwierigen Umständen möglich sei.

Ziele und Hintergrund

Mit der Unterschrift bekräftigt Wien sein Bestreben, bis 2040 vollständig aus fossilem Gas in der Wärmeversorgung auszusteigen und auf 100 Prozent erneuerbare Energie umzustellen. Die Stadt verweist dabei auf bereits laufende Programme: Mit dem Klimafahrplan, dem Wärmeplan 2040 und dem Programm „Raus aus Gas“ seien in den vergangenen Jahren Schritte zur Reform der Wärmeversorgung eingeleitet worden. So dürfen Wohnbauträger bei Neubauten in Wien bereits keine Gasthermen mehr einbauen; gesetzt wird stattdessen auf Wärmepumpen und andere Technologien, die sowohl heizen als auch kühlen können. Czernohorszky begründete den Schritt unter anderem mit der Reduktion der Abhängigkeit von fossilen Energieimporten aus „autokratischen Staaten“ sowie mit der Aussicht auf stabilere Energiepreise.

Offene Forderungen an den Bund

Sowohl Czernohorszky als auch Egit betonten, dass die Stadt den vollständigen Gasausstieg nicht allein bewältigen könne. Gefordert werden unter anderem Anpassungen im Miet- und Wohnungseigentumsrecht sowie eine Reform des Gaswirtschaftsgesetzes, um etwa die Stilllegung von Gasnetzen zu erleichtern. Das neue österreichische Klimagesetz begrüßten beide grundsätzlich, kritisierten aber Stimmen, die darin eine unnötige „Übererfüllung“ europäischer Vorgaben sehen. Czernohorszky sprach in diesem Zusammenhang von einer „Verwässerung der Ziele“ durch „die Politik“, die er für unverantwortlich halte – eine Aussage, die er nicht auf eine bestimmte Partei einschränkte.

Was unklar bleibt

Der vollständige Text der Greenpeace-Deklaration liegt bislang nicht vor, ebenso wenig detaillierte Angaben zu den Kosten der Wiener Transformation oder zur Zahl der noch bestehenden Gasheizungen in der Stadt. Auch zu konkreten bisherigen Erfolgsquoten des Programms „Raus aus Gas“ – etwa der Zahl bereits umgestellter Gebäude – liegen keine belastbaren Zahlen vor. Zudem stammen alle bislang bekannten Zitate ausschließlich von den beiden Unterzeichnenden; wie Bundesregierung, Gaswirtschaft oder Oppositionsparteien den Schritt und Czernohorszkys Kritik bewerten, ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.

Einordnung

Der Standard stellte in seiner Berichterstattung die Frage, ob das neue österreichische Klimagesetz dem Wiener Gasausstiegsziel bis 2040 tatsächlich hilft – ein Punkt, der in den anderen Quellen nicht vertieft wird. Die Unterzeichnung reiht sich zudem in eine Serie klimapolitischer Wiener Debatten der vergangenen Wochen ein: Erst kürzlich war Österreich in einem Greenpeace-Ranking zur Öffi-Erschwinglichkeit auf Platz vier zurückgefallen, und die Wiener Grünen hatten einen Sondergemeinderat zu Hitzeschutzmaßnahmen gefordert. Der Gas-Ausstiegsschritt fällt damit in eine Phase, in der städtische und bundespolitische Klimamaßnahmen von verschiedenen Seiten unter verstärkte Beobachtung geraten – wie berichtet.