Für die geplante Wien Holding Arena, die künftig die Wiener Stadthalle als größte Indoor-Veranstaltungsstätte Österreichs ablösen soll, liegen laut übereinstimmenden Medienberichten Entwürfe eines neuen Architektenteams vor. Der Zeitplan verschiebt sich weiter: Ein Baustart ist einem Bericht zufolge derzeit frühestens 2029 realistisch. Der Vertrag zwischen der Stadt Wien beziehungsweise der Wien Holding und dem vorgesehenen Bau- und Betriebspartner CTS Eventim ist weiterhin nicht unterschrieben.
Laut einer Kurier-Recherche gestalten sich die Verhandlungen schwierig: Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak soll den vorgefundenen Vertragsentwurf intern als „desaströs“ bezeichnet haben und schließt Insidern zufolge eine Absage des Projekts nicht aus. Öffentlich äußerte sich Stadtrat Peter Hacker bei einer Pressekonferenz kritisch zu den Verzögerungen. Für Planung und Beratung sind laut Kurier bereits mehr als 30 Millionen Euro angefallen; die ÖVP griff die Vorgänge als Opposition scharf an.
Offizielle Stellungnahmen von Wien Holding, CTS Eventim oder Novak selbst liegen bislang nicht vor. Zentrale Angaben zu Vertragsproblemen und einer möglichen Absage beruhen auf anonymen Insider-Informationen einzelner Redaktionen und sind nicht abschließend verifiziert.
Was passiert ist
Für die geplante Wien Holding Arena, die als künftig größte Indoor-Veranstaltungsstätte Österreichs die bald 70 Jahre alte Wiener Stadthalle ablösen soll, liegen laut übereinstimmenden Medienberichten nun Entwürfe eines neuen Architektenteams vor. Der Zeitplan für das Prestigeprojekt der Stadt Wien verschiebt sich damit erneut: Ein Baustart ist derzeit frühestens für 2029 realistisch – deutlich später als ursprünglich vorgesehen. Parallel dazu ist der Vertrag zwischen der Stadt Wien beziehungsweise der städtischen Wien Holding und dem als Bau- und Betriebspartner vorgesehenen Unternehmen CTS Eventim weiterhin nicht unterschrieben.
Was die Quellen zeigen
Laut einer Recherche des Kurier ist die Stimmung zwischen den Verhandlungspartnern angespannt. Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak soll den bei ihrem Amtsantritt vorgefundenen Vertragsentwurf intern als „desaströs“ bezeichnet haben und derzeit versuchen, mit CTS Eventim nachzuverhandeln; laut Insidern schließt sie eine komplette Absage des Projekts nicht aus. Aus SPÖ-Kreisen ist zudem zu hören, Novak sei zuletzt von einer CTS-Eventim-Delegation übergangen worden, die stattdessen drei neue Entwurfsvarianten direkt Bürgermeister Michael Ludwig vorgelegt habe. Öffentlich äußerte sich Gesundheits- und Sportstadtrat Peter Hacker bei einer Pressekonferenz kritisch: Es gebe „offenbar Schwierigkeiten“ beim Auftragnehmer, sonst „würden wir schon eine Baugrube sehen“; bei einem vergleichbaren Verzug im Spitalsbau hätte er „Angstschweiß auf der Stirn“. Laut Kurier sind für Planung und Beraterleistungen bereits mehr als 30 Millionen Euro angefallen. Die oppositionelle ÖVP griff die Vorgänge in einer Presseaussendung auf und bezeichnete das Projekt als „Sinnbild rot-pinken Projektversagens“.
Was unklar bleibt
Weder Wien Holding noch CTS Eventim noch Stadträtin Novak haben sich den vorliegenden Quellen zufolge bislang selbst öffentlich zum aktuellen Verhandlungsstand geäußert; die zentralen Aussagen zu Vertragsproblemen und einer möglichen Absage stammen aus anonymen Insider-Angaben einzelner Redaktionen und sind nicht abschließend verifiziert. Offen ist daher, wie die strittigen Vertragspunkte konkret aussehen, ob eine Absage tatsächlich erwogen wird und wie die drei neuen Entwürfe inhaltlich gestaltet sind. Auch eine belastbare, offizielle Kostenprognose für den Hallenbau selbst liegt nicht vor.
Einordnung
Die Wien Holding Arena in St. Marx begleitet die Wiener Stadtpolitik bereits seit mehreren Jahren mit Verzögerungen, einem Rechtsstreit um die Investorenauswahl und wechselnden Zeitplänen. Die politische Zuständigkeit wechselte zudem von Peter Hanke, der inzwischen Bundesminister ist, zu Barbara Novak. Auch abseits der aktuellen Kontroverse bleibt die Halle ein wiederkehrendes Thema der Wiener Veranstaltungsbranche – etwa im Umfeld der Ende Oktober 2026 stattfindenden Erste Bank Open, wo der Baufortschritt der neuen Arena, wie „Neue Nachrichten“ bereits berichtete, ebenfalls als offener Punkt galt.

