In Wien wird weiterhin geprüft, ob die Nutzung aller öffentlichen Toiletten künftig kostenlos möglich wird. Festgehalten ist das Vorhaben im Regierungsübereinkommen von SPÖ und NEOS. Hintergrund ist die bestehende Ungleichbehandlung: Pissoirs sind meist gratis zugänglich, für WC-Kabinen wird an einem Teil der 167 städtischen Anlagen eine Gebühr von 50 Cent verlangt. Ein Ergebnis der Prüfung gibt es laut dem Büro des zuständigen Stadtrats Jürgen Czernohorszky (SPÖ) bislang nicht.
Bei mehr als 80 Prozent der Anlagen wird laut Rathaus ohnehin nicht kassiert, in 27 besonders frequentierten Anlagen mit Personalbetreuung fällt die Kabinen-Gebühr an. Die Wiener Grünen begrüßten in einer Aussendung, dass sich beim Thema Bewegung zeige, und forderten die Stadt zum Handeln auf.
Salzburg geht den umgekehrten Weg: Dort sollen die Gebühren für neu renovierte Anlagen ab voraussichtlich 2027 auf einen Euro steigen – künftig auch für Pissoirs. Offen bleiben in Wien Zeitplan und Kosten der Umstellung sowie die Position weiterer Parteien; zudem ist laut ORF-Bericht eine Klage wegen der bisherigen Gebührenregelung anhängig.
Was passiert ist
In Wien wird weiterhin geprüft, ob die Nutzung aller öffentlichen Toiletten künftig kostenlos möglich ist. Festgehalten ist dieses Vorhaben im Regierungsübereinkommen von SPÖ und NEOS aus dem vergangenen Jahr. Anlass ist eine bestehende Ungleichbehandlung: Während Pissoirs im öffentlichen Raum meist gratis zugänglich sind, wird für die Nutzung von WC-Kabinen an vielen Standorten eine Gebühr von 50 Cent verlangt. Ein Ergebnis der Prüfung gibt es laut dem Büro des zuständigen Stadtrats Jürgen Czernohorszky (SPÖ) noch nicht.
Was die Quellen zeigen
Zuständig für die öffentlichen Bedürfnisanstalten ist die Magistratsabteilung 48. Sie verwaltet laut ORF-Berichterstattung 167 stationäre Anlagen, von denen bei mehr als 80 Prozent ohnehin nicht kassiert wird. In 27 besonders stark frequentierten Anlagen sorgt während bestimmter Betreuungszeiten externes Personal für Sauberkeit; dort werden für den Zugang zu einer Kabine 50 Cent eingehoben, während der Pissoirbereich frei zugänglich bleibt. Begründet wird die Gebühr mit dem höheren Reinigungsaufwand für Kabinen. Außerhalb der Betreuungszeiten, etwa nachts, steht ein Großteil dieser Anlagen ebenfalls kostenlos zur Verfügung. Die Wiener Grünen begrüßten in einer Aussendung, dass sich beim Thema nun „Bewegung“ zeige, und forderten die Stadt auf, jetzt zu handeln – frühere grüne Vorstöße in diese Richtung seien abgelehnt worden.
Salzburg als Gegenbeispiel
Dass ein Ende der Ungleichbehandlung nicht zwangsläufig gratis Toiletten für alle bedeuten muss, zeigt sich in Salzburg. Dort will die Stadt umgekehrt die Gebühren erhöhen: Für neu renovierte Anlagen soll ab voraussichtlich 2027 statt bisher 50 Cent ein Euro fällig werden – künftig auch für die Nutzung von Pissoirs, die bislang meist kostenlos waren. Begründet wird dieser Schritt mit hohen Renovierungskosten. In Wien betreiben zudem die Wiener Linien im U-Bahn-Netz bereits seit einigen Jahren ein eigenes, kostenpflichtiges WC-Konzept.
Was unklar bleibt
Weder ein Zeitplan noch ein Ergebnis der Wiener Evaluierung sind bislang bekannt. Offen bleiben auch mögliche Kosten einer Umstellung auf kostenlose Nutzung sowie Reaktionen anderer Parteien im Wiener Gemeinderat wie ÖVP oder FPÖ, die in den vorliegenden Quellen nicht vorkommen. Laut ORF-Bericht brachte zudem eine Wienerin eine Klage ein, weil sie in der bisherigen Gebührenregelung eine Diskriminierung sieht; auch Volksanwältin Gaby Schwarz kritisierte die Situation wiederholt. Zum Ausgang dieses Verfahrens und zu einer über die zitierte Aussage des Stadtratsbüros hinausgehenden offiziellen Stellungnahme der Stadt Wien liegen keine weiteren Informationen vor.

