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An Wiener Schulen wurden im Schuljahr 2025/26 laut Bildungsdirektion Wien 831 Suspendierungen ausgesprochen, betroffen waren 718 Schülerinnen und Schüler. Das entspricht rund 0,28 Prozent aller rund 257.300 Wiener Schülerinnen und Schüler und liegt damit laut Behörde nahezu auf Vorjahresniveau. Häufigste Anlassfälle waren körperliche und verbale Übergriffe sowie gefährliche Drohungen, in 232 Fällen kam es zusätzlich zu einer Anzeige. 83 Prozent der Betroffenen waren männlich, die höchsten Quoten gab es an Sonderschulen und Mittelschulen.

Seit Oktober 2025 begleitet die Bildungsdirektion suspendierte Kinder und Jugendliche an sieben Standorten mit Beratungslehrkräften, ein ähnliches Angebot soll ab Herbst 2026 österreichweit verpflichtend werden. Politisch ist die Einordnung umstritten: Während die Bildungsdirektion von einer konstanten Quote spricht, sieht ÖVP-Bildungssprecher Harald Zierfuß in einer eigenen Aussendung eine weiter steigende Gewalt und wirft SPÖ und Neos vor, die Lage schönzureden.

Ob eine von Medien genannte Steigerung um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr dieselbe Bezugsgröße betrifft wie die aktuelle Zahl, ist in den vorliegenden Quellen nicht abschließend geklärt. Unabhängige Einschätzungen von Eltern- oder Schülervertretungen sowie ein Bundesländervergleich liegen bislang nicht vor.

Was passiert ist

Die Bildungsdirektion Wien hat am 14. Juli 2026 die Suspendierungszahlen für das abgelaufene Schuljahr 2025/26 veröffentlicht. Demnach wurden an Wiener Schulen 831 Suspendierungen ausgesprochen, von denen 718 Schülerinnen und Schüler betroffen waren. Bezogen auf rund 257.300 Wiener Schülerinnen und Schüler entspricht das laut Bildungsdirektion einer Quote von etwa 0,28 Prozent – nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Als häufigste Anlassfälle nannten Schulleitungen körperliche und verbale Übergriffe sowie gefährliche Drohungen. Über die Zahlen berichteten am selben Tag unter anderem derStandard, Kurier und Kleine Zeitung inhaltlich übereinstimmend.

Was die Quellen zeigen

Laut der Presseaussendung der Bildungsdirektion Wien kam es in 232 Fällen zusätzlich zu einer Anzeige, das entspricht rund 28 Prozent aller Suspendierungen. 83 Prozent der betroffenen Schülerinnen und Schüler waren männlich. Die höchsten Suspendierungsquoten, gemessen an der jeweiligen Schülerzahl, verzeichneten Sonderschulen mit rund 2,0 Prozent und Mittelschulen mit rund 1,3 Prozent. Der überwiegende Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen – rund 87,5 Prozent – wurde laut Behörde nur einmal suspendiert, etwa 12,5 Prozent waren von mehrfachen Suspendierungen betroffen. Seit Oktober 2025 begleitet die Bildungsdirektion suspendierte Schülerinnen und Schüler an sieben Wiener Standorten mit eigens dafür vorgesehenen Beratungslehrkräften, zusätzlich gibt es ein freiwilliges Online-Unterrichtsangebot. Laut Bildungsdirektion soll ein vergleichbares Betreuungsangebot ab Herbst 2026 österreichweit verpflichtend werden – welche konkreten weiteren Regelungen damit verbunden sind, geht aus den vorliegenden Quellen nicht hervor.

Politischer Streit um die Einordnung

Dieselben Zahlen werden politisch unterschiedlich gelesen. Die Bildungsdirektion Wien betont in ihrer Aussendung die Konstanz der Suspendierungsquote gegenüber dem Vorjahr. In einer eigenen Presseaussendung widerspricht dem der Klubobmann und Bildungssprecher der Wiener ÖVP, Harald Zierfuß: Er spricht von einer weiter zunehmenden Gewalt an Wiens Schulen und wirft SPÖ und Neos vor, die Situation schönzureden. Einzelne Medien griffen diese Lesart auf und stellten die absolute Zahl von 831 Suspendierungen einer kolportierten Vorjahreszahl von 784 gegenüber, was rechnerisch einem Plus von rund sechs Prozent entspräche. Ob sich diese Vorjahreszahl exakt auf dieselbe Bezugsgröße – Suspendierungen oder betroffene Schülerinnen und Schüler – bezieht wie die aktuelle Zahl, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend klären.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, warum eine nahezu gleichbleibende Quote (0,28 Prozent) und eine gleichzeitig kolportierte Steigerung der absoluten Zahl um sechs Prozent nebeneinanderstehen – dies könnte auf unterschiedliche Bezugsgrößen oder auf eine leicht gewachsene Gesamtschülerzahl zurückgehen, wurde in den gesichteten Quellen aber nicht eindeutig aufgelöst. Auch fehlen in den vorliegenden Quellen unabhängige Einschätzungen von Elternvertretungen, Schülervertretungen oder Bildungsexpert:innen sowie ein Vergleich mit Suspendierungsquoten in anderen Bundesländern. Die genaue Ausgestaltung der ab Herbst 2026 geplanten bundesweiten Regelungen bleibt ebenfalls offen.

Einordnung

Die Zahlen selbst gelten als gesichert, da sie von der zuständigen Behörde stammen und von mehreren Medien übereinstimmend wiedergegeben werden. Ihre politische Bewertung – „konstantes Problem“ versus „wachsende Gewalt“ – ist dagegen Auslegungssache und Teil des laufenden bildungspolitischen Streits zwischen Wiener Stadtregierung und Opposition. Für eine abschließende Einordnung wären mehrjährige Vergleichsdaten sowie unabhängige pädagogische Einschätzungen hilfreich, die in den vorliegenden Quellen fehlen.