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Tirol und Vorarlberg haben binnen wenigen Tagen jeweils eine Abschussverordnung für einen Wolf erlassen, und mittlerweile wurden beide freigegebenen Tiere erlegt. Im Tiroler Sellraintal (Gemeinde St. Sigmund, Grenze zum Bezirk Imst) waren zu Wochenbeginn fünf tote und vier verletzte Schafe gefunden worden; ein Amtstierarzt stellte anhand des Rissbilds den Verdacht auf einen Wolf fest. Die schwarz-rote Landesregierung erließ am Mittwoch, 5. August, eine Abschussverordnung, am Freitagabend erlegte die Jägerschaft den vermuteten Schadwolf im Bezirk Imst. Die Verordnung wurde danach aufgehoben.

In Vorarlberg gab das Land nach dem Riss eines Jungrinds auf einer Alpe in Tschagguns im Montafon am 2. August ebenfalls einen Wolf frei, befristet bis 30. September. Dieser wurde bereits in der Nacht auf Dienstag erlegt und zur genetischen Untersuchung übergeben; ob es sich zweifelsfrei um das für den Riss verantwortliche Tier handelt, klärt erst diese noch ausstehende Analyse. Einem Bericht zufolge soll der Wolf zuvor auch einen Esel und ein weiteres Rind gerissen haben – bislang nur von einer Quelle genannt.

Laut ORF sind in Tirol 2026 bereits insgesamt zehn Wölfe geschossen worden, und es bestehen weiterhin aufrechte Abschussverordnungen für Osttirol (Gemeinde Leisach) und den Bezirk Landeck. Diese Gesamtzahl stammt aus einer einzelnen Quelle und ist nicht unabhängig bestätigt. Stellungnahmen von Tierschutzorganisationen liegen zu keinem der Fälle vor.

Was passiert ist

In zwei Bundesländern haben Landesregierungen binnen wenigen Tagen Abschussverordnungen für Wölfe erlassen, nachdem Nutztiere gerissen oder verletzt worden waren. Im Tiroler Sellraintal, Gemeinde St. Sigmund im Bezirk Innsbruck-Land, wurde zu Beginn der Woche ein totes Schaf entdeckt, kurz darauf kamen weitere tote und verletzte Tiere hinzu – insgesamt fünf tote und vier verletzte Schafe. Ein Amtstierarzt begutachtete das Riss- und Fraßbild und stellte den konkreten Verdacht auf einen Wolf als Verursacher fest. Die schwarz-rote Tiroler Landesregierung erließ daraufhin am Mittwoch, 5. August 2026, eine Verordnung, die die Entnahme eines als Risikowolf eingestuften Tieres erlaubte.

Parallel dazu meldete das Land Vorarlberg den Riss eines rund eineinhalbjährigen Jungrinds auf einer Hochalpe in Tschagguns im Montafon. Der Alphirte hatte das tote Tier am Sonntagmorgen in seiner Rinderherde entdeckt. Das Land gab noch am selben Abend einen Wolf zum Abschuss frei, befristet bis 30. September 2026.

Vorarlberg: Wolf bereits erlegt

Der in Vorarlberg zum Abschuss freigegebene Wolf wurde nach übereinstimmenden Medienberichten bereits in der Nacht auf Dienstag im Montafon erlegt. Das tote Tier wurde zur genetischen Untersuchung übergeben. Ob es sich zweifelsfrei um jenes Tier handelte, das für den Riss des Jungrinds verantwortlich war, lässt sich erst nach Vorliegen dieser Analyse sagen – ein Ergebnis liegt bislang nicht vor.

Einem Bericht zufolge soll der Wolf vor seiner Erlegung in der Nacht auf Montag zusätzlich einen Esel und mindestens ein weiteres Rind gerissen haben. Dieser Punkt wird nur von einer der eingesehenen Quellen genannt und ist unabhängig nicht bestätigt.

Tirol: Wolf im Sellraintal erlegt

Auch im Tiroler Fall ist die Entwicklung inzwischen weiter fortgeschritten: Bereits am Freitagabend, 7. August 2026, erlegte die Jägerschaft den vermuteten Schadwolf im Bezirk Imst, in unmittelbarer Nähe des betroffenen Almgebiets in St. Sigmund im Sellrain. Das Land Tirol bestätigte die Entnahme am Samstag in einer eigenen Presseaussendung und hob die zuvor erlassene Abschussverordnung im Anschluss auf.

Für die Vorarlberger Alpe in Tschagguns begründete das Land die Freigabe zusätzlich damit, dass klassische Herdenschutzmaßnahmen auf der weitläufigen Hochalpe unter den dortigen Gelände- und Vegetationsverhältnissen nicht praktikabel seien. Diese Einschätzung stammt vom zuständigen Landesrat Christian Gantner (ÖVP).

Weitere Fälle in Tirol

Laut ORF bestehen in Tirol derzeit noch zwei weitere aufrechte Abschussverordnungen: eine für die Gemeinde Leisach in Osttirol, zu der auch eine eigene Presseaussendung des Landes vorliegt, sowie eine für den Bezirk Landeck. Insgesamt seien in Tirol im Jahr 2026 nach dieser Angabe bereits zehn Wölfe geschossen worden. Diese Gesamtzahl und die Verordnung im Bezirk Landeck stammen bislang nur aus dieser einen Quelle und sind nicht unabhängig gegenbestätigt.

Was unklar bleibt

Offen ist weiterhin, ob der im Montafon erlegte Wolf per DNA-Analyse zweifelsfrei als jenes Tier bestätigt wird, das den Jungrind-Riss verursacht hat. Ebenso unklar ist, ob der zusätzlich berichtete Riss eines Esels und eines weiteren Rinds zutrifft, da dazu nur eine Quelle vorliegt. Auch die von ORF genannte Gesamtzahl von zehn in Tirol 2026 geschossenen Wölfen sowie Details zur Verordnung im Bezirk Landeck sind bislang nicht durch weitere unabhängige Quellen bestätigt. In keiner der ausgewerteten Quellen zu den beiden zentralen Fällen kommen Tierschutz- oder Naturschutzorganisationen zu Wort.

Einordnung

Beide zentralen Fälle – Sellraintal und Montafon – sind damit inzwischen in ihrem Kernablauf abgeschlossen: In beiden Bundesländern wurde nach einer behördlichen Abschussfreigabe innerhalb weniger Tage tatsächlich ein Wolf erlegt, in Tirol wurde die Verordnung danach aufgehoben. Wie bereits berichtet, wurde auch im Juli in der Steiermark, Gemeinde Sölk, ein zum Abschuss freigegebener Wolf erlegt, dessen Identität ebenfalls per DNA-Analyse überprüft wurde. Die laut ORF weiterhin aufrechten Verordnungen für Osttirol und den Bezirk Landeck sowie die genannte Gesamtzahl von zehn in Tirol 2026 geschossenen Wölfen zeigen, dass sich das Muster – Nutztierriss, behördliche Abschussfreigabe, teils rasche Entnahme – in der Region fortsetzt. Der Grundkonflikt zwischen Weidewirtschaft und Wolfsschutz in den Alpenregionen bleibt damit ungelöst; Gegenstimmen aus dem Naturschutzbereich sind in der bislang ausgewerteten Berichterstattung zu keinem der Fälle dokumentiert.